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Änderung beim Strom: Warum man besser noch am 30. Juni den Zähler ablesen sollte

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Von: Daniel Großert

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Durch den Wegfall der EEG-Umlage sinken ab dem 1. Juli die Strompreise in Deutschland. Für manche Haushalte ist es sinnvoll, den Stromzähler vorher abzulesen.

Hamm - Seit Monaten steigen in fast allen Bereichen des Lebens die Preise. Vor allem die Kosten für Energie sind in den vergangenen Monaten in die Höhe geschossen. Doch beim Strom dürfen sich Verbraucher ab dem 1. Juli auf günstigere Preise freuen: Die EEG-Umlage fällt (vorübergehend) weg. Deshalb kann es ratsam sein, am 30. Juni den Stromzähler abzulesen.

Änderung beim Strom: Warum man besser heute den Zähler ablesen sollte

Seit dem Jahr 2000 zahlen Stromkunden in Deutschland die sogenannte EEG-Umlage. EEG steht dabei für Erneuerbare-Energien-Gesetz. Damit sollte der Ausbau des Ökostromnetzes gefördert werden. Aktuell beträgt die EEG-Umlage 3,72 Cent pro Kilowattstunde.

Um genau diesen Betrag sinken die Strompreise in Deutschland ab dem 1. Juli. Denn die Bundesregierung hat im Rahmen ihres Entlastungspakets, das unter anderem auch einen Heizkostenzuschuss beinhaltet, beschlossen, die EEG-Umlage befristet bis zum 31. Dezember 2022 auf null herunterzusetzen. Dadurch sollen Haushalte von den hohen Energiepreisen entlastet werden. Dazu soll auch eine Energiepauschale in Höhe von 300 Euro sorgen, die offenbar im September 2022 ausgezahlt werden soll.

Stromanbieter sind grundsätzlich verpflichtet, die Preissenkung durch den Wegfall der EEG-Umlage direkt an ihre Kunden weiterzugeben. Energieversorger, die nicht als Grundversorger gelten, müssen das nicht, sofern sie nachweisen können, dass die EEG-Umlage in ihrer Preiskalkulation keine Rolle spielt. „Das dürfte aber ausgesprochen selten der Fall sein“, erklärt Martin Brandis, Energie-Fachmann des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

EEG-Umlage fällt weg: Welche Haushalte besser am 30. Juni den Stromzähler ablesen sollten

Aber wie läuft der Wegfall der EEG-Umlage konkret ab? Bis zum 30. Juni zahlen Kunden noch ihren bisherigen Strompreis. Ab dem 1. Juli gilt dann der gesenkte Preis. Daher kann es für Verbraucher sinnvoll sein, am Abend des 30. Juni den Stromzähler abzulesen, um eine möglichst genaue Abrechnung zu ermöglichen. Wenn kein aktueller Zählerstand von diesem Zeitpunkt vorliegt, schätzt der Stromanbieter diesen anhand des durchschnittlichen Verbrauchs.

Bei Haushalten, die nicht mit Strom heizen, macht das nach Angaben der Verbraucherzentrale wohl keinen großen Unterschied, da der Stromverbrauch sich in der Regel ziemlich gleichmäßig über das Jahr verteilt. Wird die Heizung mit Strom betrieben, sollte man den Zähler aber idealerweise vor dem 1. Juli ablesen. Denn durch die Heizperiode ist der Stromverbrauch im Herbst und Winter deutlich höher als im Frühling und Sommer. So verhindern Kunden, dass sie zu viel teureren Strom bezahlen müssen, und sorgen im Gegenzug dafür, möglichst viel vom Wegfall der EEG-Umlage zu profitieren.

Am monatlichen Abschlag für den Strom wird die Preissenkung übrigens in der Regel nichts ändern. Normalerweise werden diese Beträge einmal im Jahr mit der Jahresrechnung angepasst. Eine Erhöhung des Strompreises, die den Wegfall der EEG-Umlage quasi hinfällig macht, darf es zum 1. Juli nicht geben, wie der Gesetzgeber beschlossen hat. Eine mögliche Preiserhöhung zu einem späteren Zeitpunkt betrifft das aber nicht. (mit dpa-Material)

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