Corona-Schutz

Digitaler Impfpass startet - Minister Jens Spahn erläutert wichtige Details

Hat der klassische gelbe Impfpass bald ausgedient? Der digitale Impfnachweis über den Corona-Schutz kommt. Minister Jens Spahn veröffentlicht erste Details.

Hamm - Wer gegen Corona geimpft ist, muss das nachweisen können, um ohne negativen Test Freiheiten etwa beim Reisen oder in der Gastronomie genießen zu können. Das geht bislang über den klassischen Weg - durch Vorzeigen des (gelben) Impfausweises, in dem die Impfung vermerkt ist. Bereits ab Donnerstag, 10. Juni, dürfte es für viele Menschen praktischer werden - mit dem digitalen Impfnachweis, etwa über die App „CovPass“. Auch die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt den Nachweis an. Doch wie bekommt man diesen? Was muss man dazu wissen? Ein Überblick in Fragen und Antworten. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Digitaler Impfpass für Corona-Impfung: Was ist das überhaupt?

Wer den herkömmlichen Impfpass nicht mit sich herumschleppen möchte, kann den Corona-Impfnachweis künftig in digitaler Form auf seinem Smartphone oder Tablet mitführen. Neben Impfungen kann man Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen - ohne Papierkram. Dadurch soll unter anderem das Reisen erleichtert werden. Es handelt sich um eine Ergänzung zum gelben Impfheft. Letzteres wird aber auch weiter verwendbar sein.

Der digitale Impfpass soll direkt im Impfzentrum oder der Praxis ausgestellt werden. Nach aktuellem Stand (9. Juni) sei dies aber noch gar nicht möglich, erklärte Vanessa Pudlo, Pressesprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Grund: Die Software dazu fehle noch. Software-Entwickler arbeiteten mit Hochdruck an Lösungen, um das bald zu ermöglichen, so Pudlo. Auch in Impfzentren gebe es bislang nur einige Testläufe.

Für alle, die bereits vollständig geimpft sind, aber noch keinen digitalen Nachweis darüber haben, werden Apotheken das Zertifikat ab Montag ausstellen können, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ankündigte. Nutzer können dieses Zertifikat dann in einer App namens „CovPass“ hinterlegen, indem sie einen QR-Code einscannen. Auch mit der Corona-Warn-App ist das möglich.

Digitaler Impfpass: Unter welchen Voraussetzungen bekomme ich ihn?

Voraussetzung ist ein vollständiger Impfschutz gegen das Coronavirus - also zwei Impfungen mit einem Vakzin von Biontech, Moderna, Astrazeneca oder einer Kombination aus Astrazeneca und Biontech, oder eine Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson.

Digitaler Impfpass: Wo und ab wann kann man sich das Zertifikat ausstellen lassen?

Wer in Deutschland schon vollständig geimpft ist, aber noch keinen digitalen Corona-Impfpass hat, für den rückt die Möglichkeit der Ausstellung jetzt also näher. Die Einführung in Deutschland starte bereits am Donnerstag, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. „Der digitale Impfpass wird jetzt Schritt für Schritt ausgerollt und in den Apps verfügbar sein“, fügte er hinzu. Minister Jens Spahn (CDU) hatte dies am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bestätigt.

Allerdings sei dies ein längerer Prozess. Nicht alle Beteiligten würden sofort teilnehmen. Impfzentren, Apotheken und Arztpraxen werden nach und nach angeschlossen, so Jens Spahn. Innerhalb der nächsten Wochen soll der Roll-out beendet sein, bis Ende Juni soll der Cov-Pass allen zur Verfügung gestellt werden. Die entsprechende App wird in den kommenden Tagen in den App-Stores zur Verfügung gestellt. Der digitale Nachweis soll aber auch in der Corona-Warn-App angezeigt werden.

Ab Montag soll man sich in vielen Apotheken den digitalen Nachweis nachträglich ausstellen lassen können. Das teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am Dienstag, 8. Juni, mit. Die dazu nötige Anwendung namens „CovPass“ soll laut Bundesgesundheitsministerium kostenlos in den App-Stores für Smartphones zur Verfügung stehen.

Neben der App „CovPass“ lässt sich der digitale Impfnachweis auch in der offiziellen Corona-Warn-App des RKI anzeigen. Die Macher der Tracing-App veröffentlichten in der Nacht zum Mittwoch, 9. Juni, die aktuelle Version 2.3.2 in den App-Stores von Apple und Google. Es kann jedoch einige Stunden dauern, bis das Update für alle Anwender sichtbar ist.

Digitaler Impfpass: Wie kam es zu dem EU-weiten Projekt?

Die EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich kürzlich auf Details eines europaweiten Zertifikats geeinigt, mit dem man Corona-Impfungen sowie künftig auch Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Auch das EU-Parlament hat jetzt grünes Licht für das Impfzertifikat gegeben. Am Mittwoch, 9. Juni, stimmte in Straßburg eine große Mehrheit der Abgeordneten für den digitalen Impfpass. Nun müssen noch die Mitgliedstaaten dem mit dem Parlament ausgehandelten Kompromiss abschließend zustimmen. Dies soll bis Ende der Woche erfolgen.

Die elektronische Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit an den Start gehen. „Dieses Zertifikat ist ein wichtiger Bestandteil für einen tollen Sommer“, erklärte der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. „Wir können damit sicherstellen, dass die Reisewelle nicht wie im letzten Jahr eine neue Infektionswelle auslöst.“

Mitgliedstaaten können schon jetzt Zertifikate ausstellen. Mehr als eine Million Bürger in der Europäischen Union verfügen laut Kommission bereits über ein solches Dokument.

Digitaler Impfpass: Gab es in Deutschland einen Testlauf?

In Deutschland laufen seit Ende Mai in einigen Impfzentren Feldtests mit dem digitalen EU-Nachweis. Dabei wird getestet, ob Bürger nach einer Impfung den Nachweis mit einer App einscannen können. In acht weiteren Mitgliedstaaten wird das EU-Impfzertifikat laut Kommission bereits vergeben.

Gute Nachrichten gibt es unterdessen aus den Niederlanden. Der NRW-Nachbar lockert seine Regeln für die Einreise aus Deutschland. Es wird wesentlich einfacher.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/Soeren Stache/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare