1. come-on.de
  2. Verbraucher

Corona-Schnelltests: Wann das Ergebnis am zuverlässigsten ist

Erstellt:

Von: Hannah Decke

Kommentare

Wie zuverlässig sind Corona-Schnelltests? Forscher haben jetzt die Erkenntnisse einiger Studien zusammengefasst und die Frage beantwortet.

Hamm - Stäbchen in die Nase, ein paar Mal drehen, ab in die Flüssigkeit und das Sekret auf die Testkassette träufeln: Das ist die übliche Vorgehensweise bei einem Corona-Schnelltest, der entweder zu Hause oder in einem Testzentrum durchgeführt wird. Jeder wird das Prozedere mittlerweile kennen, manch einer musste sich in den dunkelsten Phasen der Pandemie täglich testen oder testen lassen. Immer wieder zweifeln die Menschen an der Zuverlässigkeit der Tests. In unzählige Studien haben sich Forscher der Frage gewidmet, wie sehr wir den Testergebnissen vertrauen können.

Das unabhängige Netzwerk Cochrane, bestehend aus Wissenschaftlern, Ärzten und Mitarbeitern im Gesundheitswesen, hat in einem Überblick die wissenschaftliche Evidenz zur Zuverlässigkeit von Corona-Schnelltests zusammengefasst. Sprich: Was sind die bisherigen Erkenntnisse aus der Wissenschaft? Was müssen Bürger wissen?

Corona-Schnelltests: Wann das Ergebnis am zuverlässigsten ist

Nach eigenen Angaben wollten die Autoren wissen, „ob die im Handel erhältlichen Antigen-Schnelltests genau genug sind, um eine COVID-19-Infektion zuverlässig zu diagnostizieren, und wie sich die Genauigkeit bei Menschen mit und ohne Symptome unterscheidet.“ Rund um Corona-Tests gibt es immer wieder Verwirrung, zum Beispiel, ob ein blasser T-Strich wirklich ein positives Ergebnis bedeutet.

Für den Überblick untersuchten die Autoren Studien, die die Ergebnisse von Schnell- und PCR-Tests verglichen. „Die Tests wurden im Krankenhaus, in einem öffentlichen Testzentrum oder Zuhause durchgeführt“, erläutern die Autoren. Es wurden Personen mit und ohne Symptomen getestet.

Überblick zu Corona-Schnelltests: die Datenbasis

Die Autoren unterscheiden in ihren Ergebnissen zwischen Personen mit und ohne Symptomen. Und genau hier liegt auch die wichtigste Erkenntnis: Bei der Sensitivität der Corona-Schnelltests gibt es einen großen Unterschied zwischen Personen mit und ohne Symptomen. Die Sensitivität ist die Empfindlichkeit der Corona-Tests. Sie drückt also aus, wie gut der Test in der Lage ist, das Virus nachzuweisen.

Corona-Schnelltests: Wie zuverlässig sind sie bei Personen mit Symptomen?

Bei Personen mit einer durch PCR-Test bestätigten Corona-Infektion erkannten Antigentests die Infektion bei durchschnittlich 73 Prozent der Personen mit Symptomen korrekt. Eine wichtige Erkenntnis: Die Tests waren am genauesten, wenn sie in der ersten Woche nach Beginn der Symptome eingesetzt wurden. Durchschnittlich 82 Prozent der bestätigten Fälle hatten dann auch ein positives Testergebnis. „Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Viruslast in den ersten Tagen der Erkrankung am größten ist“, schreiben die Autoren.

In absoluten Zahlen bedeutet das: Bei einer hypothetischen Gruppe von 1000 Personen mit Symptomen, von denen nur 50 tatsächlich mit Corona infiziert sind, würden 45 Personen in der ersten Woche nach Symptombeginn ein positives Testergebnis haben. Fünf von ihnen hätten ein falsch positives Ergebnis (11 Prozent). 955 Personen würden negativ getestet werden, obwohl zehn von ihnen tatsächlich infiziert wären (1 Prozent falsch-negativ).

Die Autoren fassen zusammen:

Corona-Schnelltests: Wie zuverlässig sind sie bei Personen ohne Symptome?

Bei Personen ohne Symptome lag die Sensitivität laut den Autoren nur bei 55 Prozent. Hatte die symptomlose Person zuvor Kontakt zu anderen Infizierten, schlugen 64 Prozent der Schnelltests an. Die Sensitivität der Antigentests ist also vergleichsweise gering, wenn der Getestete keine Symptome aufweist.

Bei der Spezifität, also der Anteil nicht infizierter Personen, bei denen der Antigentest dann auch wirklich negativ ist, sind die Schnelltests wiederum sehr zuverlässig - und das unabhängig von Symptomen.

Die Autoren fassen zusammen:

Überblick zu Corona-Schnelltests: Keine Daten zu Omikron

In dem Überblick von Cochrane wurden Studienergebnisse zusammengefasst, die bis zum 3. März 2021 veröffentlicht wurden. „Aus diesem Grund lassen sich auf Basis des Reviews keine Aussagen treffen, inwieweit die inzwischen vorherrschende Omikron-Variante von SARS-CoV-2 die Zuverlässigkeit der bisher verfügbaren Schnelltests beeinflusst“, schreiben die Autoren.

Zu Beginn der Omikron-Welle Anfang 2022 kamen große Zweifel auf, inwieweit die gängigen Corona-Schnelltests die neue Variante erkennen. Schnell konnte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) aber Entwarnung geben und hat erklärt, dass die meisten der in Deutschland angebotenen Corona-Schnelltests zuverlässig beim Nachweis der Omikron-Variante sind

Trotzdem sollte man vorsichtig sein: Oftmals sind Antigentests schon negativ, obwohl Omikron-Infizierte noch ansteckend sind.

Auch interessant

Kommentare