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Neue Gebührenordnung verteuert Tierarztbesuch: Was Hunde- und Katzenhalter jetzt wissen müssen

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Von: Helena Gries, Lea-Sophie Mollus

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Wer ein Haustier wie Hund oder Katze besitzt, muss ab sofort beim Tierarzt tiefer in die Tasche greifen. Die neue Gebührenordnung ist in Kraft getreten.

Kassel – Dass einen Hund oder eine Katze zu halten nicht unbedingt günstig ist, ist nichts Neues: Futter, Tierarztbesuche, bei Hunden zudem eine Steuer. Momentan wird alles teurer, auch die Supermarktpreise steigen – und nun auch der Besuch beim Tierarzt. Warum Hunde- und Katzenhalter mehr bezahlen und wie viel tiefer sie in die Tasche greifen müssen.

In der Tierärztegebührenordnung wird geregelt, wie viel Geld Tierärzte für welche Leistungen berechnen dürfen. Über 20 Jahre lang, seit 1999, hat sich bei den Kosten nichts geändert. Der Bundesrat hat einer Neufassung zugestimmt, die für Hunde- und Katzenhalter teure Änderungen mit sich bringt. Zudem befürchtet der Deutsche Tierschutzbund laut MDR-Informationen, dass dadurch mehr Tiere im Tierheim landen und auch das Tierwohl in der Landwirtschaft unter den höheren Kosten leidet. Am 22. November ist die neue Gebührenordnung bei Tierärzten in Deutschland in Kraft getreten.

Tierbesitzer wissen, wie teuer ein Tierarztbesuch jetzt schon werden kann.
Steigende Kosten für den Tierarzt: Hunde- und Katzenhalter müssen ab Oktober mehr bezahlen. (Symbolbild) © Sven Hoppe

Hunde und Katzen: Haustierhalter müssen schlucken – Besuch beim Tierarzt teurer

Durch die Preissteigerung nach der neuen Gebührenordnung soll der Beruf des Tierarztes attraktiver werden, berichtet mdr.de, denn: Laut Informationen des Deutschen Tierschutzbunds ist die medizinische Versorgung von Nutz- und Haustieren in einigen Regionen Deutschlands nicht sichergestellt.

Höhere Tierarztkosten: Neben Hunde- und Katzenhaltern müssen auch Landwirte mehr zahlen

Unter den Änderungen der neuen Gebührenordnung haben viele Hunde- und Katzenbesitzerinnen und -besitzer zu leiden, denn sie müssen nun tiefer in die Tasche greifen. Ein Besuch beim Tierarzt für eine allgemeine Untersuchung eines Hundes kostet laut Tierärztekammer Thüringen rund zehn Euro mehr – 23,62 Euro statt 13,47 Euro. Katzenbesitzer müssen sogar verhältnismäßig noch mehr zahlen: Während eine allgemeine Untersuchung bisher knapp neun Euro gekostet hat, werden nun ebenfalls 23,60 Euro fällig.

Brauchen Hund und Katze eine Impfung, verdoppeln sich die Kosten dafür fast: von 5,77 Euro auf 11,50 Euro. Röntgenaufnahmen sollen statt 26,35 Euro 32,07 Euro kosten. Um wie viel die Preise für individuelle Behandlungen steigen, lässt sich nicht pauschal sagen. Außerdem ist zu bedenken, dass die Kosten für Beratung, Narkose und Schmerzmittel sowie für die zu zahlende Umsatzsteuer noch hinzukommen.

Massive Änderungen beim Tierarzt: So teuer wird es für Hunde-, Katzen und andere Haustierhalter

BehandlungKosten (alt)Kosten (neu)
allgemeine Untersuchung (Hund)13,47 Euro23,62 Euro
allgemeine Untersuchung (Katze)ca. 9 Euro23,62 Euro
allgemeine Untersuchung (Schweine/Rinder)12,80 Euro20,50 Euro
Impfung5,77 Euro11,50 Euro
Röntgen26,35 Euro32,07 Euro
Quelle: mdr.de

Außerdem berücksichtigt die Gebührenordnung verschiedene Faktoren, die dazu führen, dass Tierärzte unter Umständen den dreifachen Satz berechnen. So können für die Untersuchung mit Beratung bei Hund oder Katze statt 23,62 Euro auch schnell 70,86 Euro fällig werden. Schwierigkeit der Untersuchung beziehungsweise des Eingriffes, aber auch, wie viel das zu behandelnde Tier gekostet hat, zählen zu diesen Faktoren. „Der besonders hohe Wert eines Patienten erfordert zusätzlichen Aufwand für besondere Sorgfalt und Haftpflichtversicherung“, heißt es dazu in einer Erläuterung der Bundestierärztekammer.

Hunde in Frankfurt in Gefahr: Bereits neun Vierbeiner in Klinik eingeliefert.
Steigende Kosten für den Tierarzt: Hunde- und Katzenhalter müssen ab Oktober mehr bezahlen. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa

Teure Änderung beim Tierarzt: Auch Landwirte müssen mehr Geld ausgeben

Auch Landwirte müssen bald deutlich mehr Geld ausgeben. Untersuchungen von Rindern und Schweinen kosten ab November 2022 20,50 Euro statt wie bisher 12,80 Euro. Weil viele Landwirte haben aufgrund der explodierenden Kosten für Dünger und der sinkenden Schweinepreise ohnehin schon finanzielle Sorgen.

Tierschützer fürchten wegen der steigenden Tierarztkosten Einbußen beim Tierwohl. Dazu werde es laut dem Bauernverband jedoch nicht kommen, schreibt focus.de. (Lea-Sophie Mollus und Helena Gries)

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