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2G im Supermarkt? - Kaufland entscheidet sich

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Von: Nico Scheck

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Supermärkten in Hessen wird es bald frei stehen, ob sie von der 2G-Option Gebrauch machen. Kaufland meldet sich wegen der neuen Corona-Regel zu Wort. (Symbolbild)
Supermärkten in Hessen wird es bald frei stehen, ob sie von der 2G-Option Gebrauch machen. Kaufland meldet sich wegen der neuen Corona-Regel zu Wort. (Symbolfoto) © Manfred Segerer/Imago Images

Corona-Ungeimpfte könnten durch eine neue Regel Schwierigkeiten bekommen. Denn Supermärkte dürfen die 2G-Option umsetzen. Kaufland hat sich dazu geäußert.

Frankfurt – Immer wieder werden die Corona*-Maßnahmen angepasst. Nach zwei Lockdowns traten durch die steigende Impfquote und die sinkende Hospitalisierung in den vergangenen Monaten einige Lockerungen in Kraft. Viele Bereiche des öffentlichen Lebens konnten durch 3G- und 2G-Option stückweise zur Normalität zurückkehren.

Mittlerweile wurde die 2G-Option auf den Einzelhandel in Hessen und Niedersachsen ausgeweitet. Grund dafür war ein Urteil des hessischen Verwaltungsgerichts nach der Klage einer Einzelhändlerin. Damit liegt die Entscheidung nun beim Einzelhandel, ob dieser nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt gewährt. Aldi, Lidl und Rewe haben bereits auf die 2G-Option reagiert*. Nun schließt sich auch Kaufland an.

Corona: 2G-Regel im Supermarkt - Kaufland trifft Entscheidung über Maßnahme

Dürfen Corona-Ungeimpfte in Hessen auch weiterhin bei Kaufland einkaufen gehen? Diese Frage stellt sich aufgrund der neu geltenden 2G-Option. Damit ist es Supermärkten – also auch Kaufland – erlaubt, ungeimpften Verbraucherinnen und Verbrauchern den Einlass zu verwehren. Aldi, Lidl oder auch Edeka hatten sich zuletzt gegen einen Ausschluss der entsprechenden Kunden gestemmt. Jetzt zieht Kaufland nach.

In einem Statement verkündete Kaufland gegenüber Echo24.de*: „Als Lebensmitteleinzelhändler, der die Grundversorgung sicherstellt, sind wir von der 2G-Regelung nicht betroffen. Wir werden diese weder in noch außerhalb Hessens umsetzen. In unseren Filialen gelten nach wie vor die bekannten Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht.“

Dass sich Discounter wie Aldi, Lidl oder jetzt auch Kaufland gegen die 2G-Option und pro den eingespielten Corona-Regeln positionieren, verwundert kaum. Weniger Besucherinnen und Besucher würden gleichzeitig schlichtweg auch einen geringeren Umsatz bedeuten. Zudem weist der Handelsverband Deutschland (HDE) etwa auf weitere negative Auswirkung für die Supermärkte hin: „Die Kontrolle der Impfpässe und der Tests würde bei diesen Branchen zu langen Schlangen vor den Geschäften führen.“ So mache eine 2G- oder 3G-Option beim Einkaufen wenig Sinn.

2G-Option im Supermarkt: Ist die Corona-Regel rechtlich möglich?

Hinzu kommt die heikle rechtliche Komponente. Mit dem Einsatz der 2G-Option in Supermärkten würde der Druck auf Ungeimpfte enorm erhöht werden. Supermärkte gehören zur Grundversorgung in Deutschland, welche für alle Menschen in Deutschland gewährleistet werden muss. Besonders in ländlichen Gegenden könnte eine Umsetzung der 2G-Option dafür sorgen, dass einige Ortsansässige keine Einkaufsmöglichkeit mehr hätten.

Wie Günther Neufeldt aus der ZDF-Redaktion „Recht und Justiz“ vermutet, wären zahlreiche Klagen der betroffenen Personen die Folge. Und: Diese könnten vor Gericht durchaus Zuspruch erhalten, wie der Experte weiter erklärt. (nc)*fr.de und echo24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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