Nach Fehltritt

Skandal-Prinz verliert 15 Prozent seines Einkommens - und drückt auf die Tränendrüse

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Der belgische Prinz Laurent auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2015.

Die Skandal-Geschichte des Prinzen Laurent ist lang. Der jüngste Fehltritt kommt dem 54-Jährigen jetzt besonders teuer zu stehen. Dabei hatte er zuvor noch auf die Tränendrüse gedrückt.

Der belgische Prinz Laurent muss wegen eines diplomatischen Fehlverhaltens für ein Jahr auf 15 Prozent seines staatlichen Einkommens verzichten. Das hat das Parlament in Brüssel beschlossen. Die Abgeordneten billigten in der Nacht zum Freitag den Vorschlag der Regierung, der auf eine einmalige Kürzung um 46 000 Euro hinausläuft - und das, obwohl sich der Prinz zuvor in einem Brief an die Kammer bitterlich beklagt hatte.

„Diese Apanage, von deren Kürzung oder Streichung nach politischem oder medialem Gutdünken nun die Rede ist, ist der Preis für ein Leben, der Preis für mein Leben, das bereits zum Großteil hinter mir liegt“, heißt es nach belgischen Medienberichten in dem Schreiben, das der 54-jährige Bruder von König Philippe unmittelbar vor der Abstimmung verlesen ließ.

Laurent erinnert auch daran, dass die Sanktion eine „dauerhafte Bedrohung“ für ihn, seine Frau und seine Kinder sei, zumal seine Familie keinen Zugang zum belgischen Sozialsystem habe. Die Parlamentarier stimmten dennoch kurz nach Mitternacht mit 93 zu 23 Stimmen für die Kürzung der Apanage von zuletzt 308 000 Euro pro Jahr. In der vergangenen Woche hatte eine eigens ins Leben gerufene Parlamentskommission dem Vorschlag bereits zugestimmt.

Auslöser des Streits war ein Auftritt des Prinzen in belgischer Uniform bei einer Feier zum 90-jährigen Bestehen der chinesischen Armee in der chinesischen Botschaft im Juli 2017. Ein Foto, das ihn und andere Teilnehmer beim Anschneiden eines Kuchens zeigte, verbreitete er selbst bei Twitter. Laurent darf ausländische Würdenträger nur mit Erlaubnis der Regierung treffen - darum hatte er nicht gebeten. Die Regierung sieht darin eine unerlaubte Neben-Außenpolitik.

„Rebellen-Prinz“ öfter mal mit Auffälligkeiten

Laurent, von Medien als „Rebellen-Prinz“ und „Prinz Vollgas“ betitelt, war schon früher unangenehm aufgefallen. Nach einer umstrittenen Reise in die frühere belgische Kolonie Kongo musste er der Regierung 2011 schriftlich versprechen, vor Auslandsreisen mit politischen Terminen das Außenamt zu kontaktieren.

2007 wurde ein früherer enger Vertrauter Laurents wegen Veruntreuung von Millionensummen der belgischen Marine verurteilt. 175 000 Euro davon waren für die Renovierung einer Villa des Prinzen geflossen. Laurent traf zwar keine Schuld, er musste aber vor Gericht als Zeuge aussagen und das Geld an die Marine zurückerstatten. Diesmal schritt Premierminister Charles Michel nach Rücksprache mit König Philippe ein.

Und auch sonst war der ausgebildete Marine-Offizier immer wieder für Schlagzeilen gut. Er fuhr zu schnell Auto oder stürzte bei der Fürstenhochzeit 2011 in Monaco spektakulär auf dem roten Teppich.

dpa

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