Vor der Justiz soll er nicht geflohen sein

Exil-Rätsel um Altkönig Juan Carlos gelöst - Königshaus bestätigt Aufenthaltsort

Wo ist Juan Carlos? Über diese Frage wurde zwei Wochen lang spekuliert. Nun hat das Königshaus publik gemacht, wohin Spaniens Ex-König geflohen ist.

  • Der in Schmiergeldaffären verwickelte Altkönig Juan Carlos wurde ins Exil geschickt und befindet sich nicht mehr in seinem Heimatland Spanien.
  • Nach Medienspekulationen hat das Königshaus nun seinen Aufenthaltsort bestätigt.
  • Juan Carlos befindet sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Update vom 17. August: Nach zwei Wochen der Ungewissheit und Spekulationen ist das Exil-Rätsel um den spanischen Altkönig Juan Carlos gelöst. Der 82-Jährige, der der Korruption verdächtigt wird, sei am 3. August in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist, wie das Königshaus am Montag (17. August) bekannt gab. Noch immer halte er sich dort auf. Weder die „Casa Real" noch die Regierung Spaniens hatten sich zuvor zu Juan Carlos Aufenthaltsort geäußert.

Spaniens Ex-König Juan Carlos ist ins Exil in die Vereinigten Arabischen Emirate geflohen.

Bereits vor einigen Tagen hatte die in Sachen Monarchie gut informierte Zeitung ABC inmitten wilder Spekulationen versichert, Juan Carlos habe bei befreundeten Scheichs in Abu Dhabi in den Emiraten Zuflucht gefunden. Er unterhalte beste Beziehungen zum Kronprinzen, Scheich Mohammed bin Said Al Nahjan, und habe zunächst im „Emirates Palace“, einem der teuersten Hotels der Welt, Unterkunft bezogen, so das Blatt.

Trotz der mysteriösen Ausreise beteuerte die spanische Regierung um Ministerpräsident Pedro Sánchez, der „emeritierte König“ sei nicht vor der Justiz geflohen. Sánchez zweiter Stellvertreter, Pablo Iglesias vom Koalitions-Juniorpartner Unidas Podemos, sprach dagegen von einer „unwürdigen Flucht“. Ein Anwalt von Juan Carlos versicherte, sein Mandant stehe der spanische Justiz auch nach der Ausreise zur Verfügung.

Update vom 7. August, 17:39 Uhr: Im Zuge des neuesten Finanzskandals im spanischen Königshaus hat der Ex-König Juan Carlos am Montag das Land verlassen. Lange wurde über den aktuellen Aufenthaltsort des Königs spekuliert, doch nun hat eine Zeitung offenbar seine Fluchtroute offenbart (Update 15:48 Uhr).

Und der Schlüssel des Übels? Offenbar seine Affaire zu Corinna Larsen, wie es nun die Bild berichtet. Denn schon 2014 war Corinna in die Abdankung des spanischen Königs verwickelt. Die negative Stimmung nach einer Luxus-Elefantenjagd mit ihr brachte ihn wohl zu diesem Schritt. Und auch jetzt im Finanzskandal spielt seine ehemalige Affaire wieder eine Rolle. Er soll sie als „Strohfrau“ benutzt haben, um Geld auf verschiedenen Konten zu verschieben, da Corinna in Monaco lebte. So ist es wohl auf Tonmitschnitten der Ermittler zu hören. Doch auch Corinna selbst soll aus den schwarzen Kassen versorgt worden sein, so die Bild.

Eine Safari mit Corinna kostete ihn 2014 den Thron. Und nun sind es die schwarzen Kassen, aus denen Corinna wohl ein Tick zu offensichtlich versorgt wurde, die den König ins Exil zwingen.

Ex-König Juan Carlos flüchtet nach Zoff: Zeitung will jetzt wissen, wo er sich wirklich aufhält und veröffentlicht angebliche Fluchtroute

Update vom 7. August, 15:48 Uhr: Von Spanien über Portugal in die Vereinigten Arabischen Emirate - so verlief wohl die Flucht von Ex-König Juan Carlos. Der ehemalige Monarch hat diese Woche sein Heimatland verlassen, als er wegen verschiedener Ermittlungsverfahren wegen Korruptionsverdachts zunehmend unter Druck geriet.

Jetzt gibt es tiefere Einblicke in die Fluchtroute, des 82-Jährigen. Der Vater von König Felipe ist am Montag offenbar in Vigo in einen Privatjet gestiegen, der aus Paris kam (siehe Update von 10:39 Uhr), und damit nach Abu Dhabi geflogen. Bei der Maschine handelte es sich um eine „Global 6500“ der Fluggesellschaft Tag Aviation, wie bild.de (Artikel hinter Bezahlschranke) berichtet. Das Flugzeug soll Platz für 17 Personen bieten und erst im Mai 2018 vorgestellt worden sein. Abgehoben aus Spanien ist der ehemalige Regent wohl um 10 Uhr in der Früh. Etwa sieben Stunden später landet er auf dem Privatflughafen von Abu Dhabi. Dort soll Juan Carlos in das Luxus-Hotel Emirates Palace eingecheckt haben. Er logiert in einem abgeriegelten Flügel für Staatsgäste. Der Transfer zur opulenten Unterkunft erfolgte laut bild.de per Hubschrauber.

Juan Carlos von Spanien: Seine Flucht ging nach Abu Dhabi

Update vom 7. August, 10:39 Uhr: Inmitten des jüngsten Finanzskandals im spanischen Königshaus ist Ex-König Juan Carlos aus seinem Heimatland verschwunden. Die Frage nach seinem neuen Aufenthaltsort konnte bisher nicht geklärt werden. Jetzt gibt es Hinweise darauf, dass der 82-Jährige sich in Abu Dhabi aufhält.

Der emeritierte Regent soll dort im Emirates Palace Hotel wohnen, wie die spanische Zeitung ABC berichtet. Juan Carlos ist laut dem Blatt am Montag mit einem Privatjet in die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate geflogen. Der Flieger war wohl auf dem Weg von Paris in das Emirat und hat für Juan Carlos einen Zwischenstopp in Vigo eingelegt. Vigo liegt im äußersten Nordwesten Spaniens und damit sehr nahe der portugiesischen Grenze. Dorthin hatte sich der ehemalige Monarch wohl zunächst abgesetzt. Außer ihm selbst sind wohl vier Personenschützer und eine weitere Person in das Flugzeug gestiegen.

Gegen das ehemalige Staatsoberhaupt laufen in der Schweiz und in Spanien Ermittlungsverfahren wegen Korruptionsverdachts.

Juan Carlos Spanien: Große Verwirrung um das Exil des Altkönigs.

Erstmeldung vom 6. August: Madrid - Wirbel in Spanien. Die Ausreise des unter Korruptionsverdacht stehenden Altkönigs Juan Carlos hat hohe Wellen geschlagen. Der 82-Jährige befindet sich seit kurzem nicht mehr in seinem Heimatland. Er sei jedoch nicht vor der Justiz geflüchtet, versicherte die stellvertretende Ministerpräsidentin Carmen Calvo am Mittwoch im nordspanischen Oviedo. „Er ist vor nichts geflohen“, der 82-Jährige sei kein Angeklagter, betonte sie vor Journalisten. Klarer wurde die Causa Carlos damit jedoch nicht - im Gegenteil.

Spanien: Alt-König spurlos verschwunden - Wo ist Juan Carlos?

In einem am Montagabend vom Königshaus veröffentlichten Brief an seinen Sohn und Nachfolger Felipe VI. hatte Juan Carlos noch mitgeteilt, dass er wegen der Finanzaffäre ins Ausland ziehe. Damit wolle er die Arbeit Felipes „erleichtern“. In dem Schreiben ist auch von einer „Vereinbarung" die Rede. Doch ob das alles so auf Freiwilligkeit beruht, ist offen. Laut spanischen Medienberichten hatte das frühere Staatsoberhaupt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Briefes Spanien schon längst verlassen.

Doch wo ist Juan Carlos nun? Das Exil des Altkönigs sei von der Regierung und dem Königshaus gemeinsam beschlossen worden, heißt es. Der Aufenthaltsort des Bourbonen ist jedoch immer noch unklar. Das Königshaus hüllte sich zu dieser Frage in Schweigen. Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte auf Fragen von Journalisten nur: „Ich weiß es nicht.“

Juan Carlos: Ex-König im Exil - heiße Spur führt in die Karibik

Ob der frühere Vorsitzende der Spanisch Sozialistischen Arbeiterpartei tatsächlich nicht Bescheid weiß oder schlicht keine Angaben machen will, ist unklar. Die Gerüchteküche befeuerte Sanchez mit seinen Aussagen allemal, in spanischen Medien wird momentan heftig spekuliert. So berichteten diverse Zeitungen wie etwa El País, die größte Tageszeitung im Land, Juan Carlos halte sich in der Dominikanischen Republik auf. Er sei dort bei einem engen Freund, dem Zuckermagnaten Pepe Fanjul, untergekommen, heißt es. Am Dienstag sagte der „Zuckerkönig“ der spanischen Zeitung El Mundo: „Ich öffne Juan Carlos jede meiner Immobilien.“ Ein Freundschaftsdienst.

Man kennt sich. Juan Carlos (4. v. l.) und José Fanjul (2. v. r.) im Luxus-Ressort in La Romana auf der Dominikanischen Republik. Direkt neben Juan Carlos steht Staatspräsident Danilo Medina (4. v. R.).

Juan Carlos: Dom. Rep., Portugal, Italien oder Frankreich - wo ist der spanische Ex-König?

Wie lange sich der 82-Jährige im Karibikstaat aufhalten werde, sei unklar - ebenso wie die Aussage an sich, Juan Carlos befinde sich bereits vor Ort. Die Einwanderungsbehörde der Dominikanischen Republik teilte am Dienstag noch mit, der 82-Jährige sei „nicht in das Staatsgebiet eingereist“. Das Rätsel um den Ex-Königs geht also in die nächste Runde.

Die Bild (Artikel hinter Bezahlschranke) bringt nun einen weiteren Ort ins Spiel - Portugal. Juan Carlos soll sich aktuell am Küsten-Ort Azeitao in der Nähe von Lissabon befinden. Dort sei er bei einem Freund untergekommen. Demnach sei auch eine Weiterreise in die Dominikanische Republik denkbar. Aus Spanien hieß es am Dienstagabend ebenfalls, Juan Carlos hätte sich in Portugal aufgehalten, sei dann aber in die Karibik geflogen.

In einigen anderen Blättern werden zudem die Optionen Italien und Frankreich diskutiert, da dort Verwandte des Ex-Königs leben würden. Die frühere Königin Sofia, die seit langem von Juan Carlos getrennt lebt, hält sich zudem immer noch in Spanien auf, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Kreisen des Königshauses erfuhr.

Juan Carlos und seine Frau Sofia auf dem Balkon des Palastes. Seit der Abdankung ihres Mannes als König 2014 lebt sie von ihm getrennt.

Juan Carlos: Schmiergeld-Eklat - der Ursprung allen Übels

Karibik oder Europa? Das Thema wird die Iberer indes wohl noch lange begleiten. Während Sánchez das Verhalten des Königshauses lobte, sprach sein zweiter Stellvertreter Pablo Iglesias (Unidas Podemos) von einer „unwürdigen Flucht“. Die Stadt Gijón im Norden Spaniens kündigte wegen des Skandals die Umbenennung der Avenida Juan Carlos I., einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt. Weitere Gemeinden und Regionen sollen über ähnliche Maßnahmen diskutieren.

Im Skandal geht es um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. Juan Carlos soll 2008 von den Saudis 100 Millionen US-Dollar für die Vermittlung kassiert haben. Damals genoss er als Monarch zwar noch Immunität, in Zusammenhang mit der Zahlung wird er aber nun der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche nach seiner Abdankung im Juni 2014 verdächtigt. Im Juni leitete das Oberste Gericht in Madrid Ermittlungen ein.

Derweil gibt es auch in einem anderen europäischen Königshaus Wirbel. Meghan Markle* erntete nach ihrem Rückzug* nun abermals Häme - und das an ihrem Geburtstag. (as/dpa) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Esteban Felix

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