Weitere Ermittlungen

Jan Ullrich hat Psychiatrie offenbar wieder verlassen

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Der frühere Radprofi Jan Ullrich kommt zu einer Gerichtsverhandlung.

Jan Ullrich hat die Psychiatrie offenbar wieder verlassen. Das einstige Rad-Idol wurde in Frankfurt wegen Verdacht auf Körperverletzung festgenommen. 

Update vom 14. August, 15.20 Uhr

Jan Ullrichs früherer Telekom-Teamchef Walter Godefroot (75) hat sich schockiert über den Zustand seines einstigen Kapitäns geäußert. „Es macht mich betroffen, wenn ich das jetzt lese, wie es ihm geht. Es ist immer schlimm, wenn ein junger Mensch wie Jan so vom Weg abkommt“, sagte der Belgier Godefroot der Zeitung „Die Welt“. Der Tour-de-France-Sieger von 1997 war am Freitag in einem Frankfurter Hotel vorübergehend festgenommen worden, nachdem er eine Escort-Dame angegriffen und verletzt haben soll. Gegen Ullrich wird wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Bei seiner Festnahme am frühen Freitagmorgen stand Ullrich laut Polizei mutmaßlich unter Alkohol- und Drogeneinfluss.

Update vom 11. August, 20.47 Uhr 

Bisher ist nicht offiziell bestätigt, dass Jan Ullrich die Psychiatrie verlassen hat. Auf Anfrage von tz.de erklärt die Polizei, sie sei dafür nicht mehr zuständig. Inzwischen sind dem Bericht zufolge Details zur Escort-Dame bekannt. Eine Polizeisprecherin erklärt: „Die Dame ist Deutsche mit Migrationshintergrund, 31 Jahre alt.“

Update vom 11. August, 17.52 Uhr 

Der ehemalige Rad-Star Jan Ullrich hat nach seiner Einweisung in eine psychiatrische Klinik die Einrichtung am Samstagmittag wieder verlassen. Das berichtet die Bild-Zeitung.

Dafür gab es zunächst keine Bestätigung. Die Polizei sagte, sie sei für den Fall nicht mehr zuständig. Die Anwaltskanzlei äußerte sich weiterhin nicht.

Update vom 11. August, 15.52 Uhr 

Nach seiner Einweisung in die Psychiatrie wird gegen Ex-Radprofi Jan Ullrich weiter ermittelt. Dies gelte sowohl für den Verdacht des versuchten Totschlags als auch der gefährlichen Körperverletzung, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag in Frankfurt. Wie bereits am Freitag äußerte sich Ullrichs Anwaltskanzlei auch am Samstag auf Anfrage nicht.

Ullrich, der in einem Frankfurter Luxus-Hotel eine Escort-Dame angegriffen und verletzt haben soll, wurde am Freitagabend vorläufig in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen. Es sei eine „Eilentscheidung“ der Beamten gewesen, weil Ullrichs seelischer und körperlicher Zustand eine Gefahr für ihn selbst und für andere gewesen sei.

Nach der Festnahme am Freitagfrüh sollte Ullrich am Abend das Polizeipräsidium wieder verlassen. Dabei habe es jedoch einen Zwischenfall mit dem 44-Jährigen gegeben.

„Er wollte nicht freiwillig in eine Entzugsklinik“, sagte die Sprecherin, ohne Details zu nennen. Bei seiner Festnahme am Freitagmorgen in dem Luxus-Hotel soll Ullrich mutmaßlich unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden haben. Ullrich soll die 31 Jahre alte Escort-Dame nach Angaben der Staatsanwaltschaft so gewürgt haben, dass ihr schwarz vor Augen wurde. Das Hotelpersonal alarmierte auf Bitte der Frau die Polizei.

Für das weitere Vorgehen im Fall des ehemaligen Spitzsportlers sei jetzt die Klinik zuständig, sagte die Polizeisprecherin. Die Unterbringung in der Psychiatrie muss beantragt und von einem Gericht angeordnet werden. Zum Aufenthaltsort Ullrichs wurden keine Angaben gemacht.

Ullrich hatte öffentlich erst vor wenigen Tagen private Probleme eingeräumt: „Die Trennung von Sara und die Ferne zu meinen Kindern, die ich seit Ostern nicht gesehen und kaum gesprochen habe, haben mich sehr mitgenommen. Dadurch habe ich Sachen gemacht und genommen, die ich sehr bereue“, hatte der Tour-de-France-Sieger von 1997 der „Bild“-Zeitung vom Montag gesagt.

Ullrich hatte zudem angekündigt, aus Liebe zu seinen Kindern eine Therapie machen zu wollen. Um welche Art von Therapie es sich handelt, sagte er nicht. Sein Anwalt hatte dem Blatt gesagt, er habe bereits vor einiger Zeit einen Platz in einer Klinik in Deutschland für den Ex-Radprofi reserviert.

In der vergangenen Woche war es auf dem Grundstück von Ullrichs Nachbar Til Schweiger (54) auf Mallorca zu einem Zwischenfall gekommen. Ullrich soll laut „Bild“ auf das Grundstück des Film- und Fernsehstars Schweiger („Honig im Kopf“, „Tatort“) gelangt sein - obwohl dieser das nach eigenen Angaben verhindern wollte. Über den Verlauf des Streits machten beide gegenüber „Bild“ und „Bild am Sonntag“ unterschiedliche Angaben. Ullrich kam auf Mallorca vorübergehend in Polizeigewahrsam und wurde nach rund 24 Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt.

Update vom 10. August, 19.13 Uhr 

Ex-Radprofi Jan Ullrich ist nach seiner vorläufigen Festnahme wegen eines mutmaßlichen Angriffs auf eine Escort-Dame wieder auf freiem Fuß. Das bestätigte die Polizei in Frankfurt am Main der Deutschen Presse-Agentur. Ullrich verließ am Freitagabend das Polizeipräsidium durch einen der Ein- und Ausgänge. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten zuvor mitgeteilt, dass keine Voraussetzungen für eine Inhaftierung vorlägen.

Update vom 10. August, 16:33 Uhr 

Der vorläufig festgenommene Ex-Radprofi Jan Ullrich kommt wieder auf freien Fuß. Er werde nach Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft im Laufe des Freitagnachmittags wieder entlassen werden, teilte die Polizei Frankfurt am Main mit. Die Voraussetzungen für eine Inhaftierung lägen nicht vor.

Update vom 10. August, 12.11 Uhr

Der frühere Radstar Jan Ullrich ist am Freitagmorgen in Frankfurt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung an einer Prostituierten vorläufig festgenommen worden. Das bestätigten die Staatsanwaltschaft und die Polizei Frankfurt dem SID.

"Es soll zum Streit und zu einem körperlichen Angriff auf eine Frau gekommen sein. Hierbei soll der Beschuldigte sie gewürgt haben, bis ihr schwarz vor Augen wurde", teilte die Staatsanwaltschaft über den derzeitigen Ermittlungsstand dem SID mit. Der Vorfall hatte sich in einem Nobelhotel im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen zugetragen. Dort hatte sich Ullrich mit der Prostituierten getroffen, dabei sei es zum Streit gekommen.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand sehe die Staatsanwaltschaft "keinen dringenden Tatverdacht wegen versuchten Totschlags, so dass aktuell kein Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gestellt wird", hieß es in der Stellungnahme von Oberstaatsanwältin Nadja Niesen weiter.

Inhaftiert wird Ullrich offenbar nicht. "Hinsichtlich des verbleibenden Tatvorwurfs der gefährlichen Körperverletzung fehlt es nach Auffassung der Staatsanwaltschaft an einem Haftgrund", schrieb Niesen. Ullrich befindet sich derzeit noch in Polizeigewahrsam, er habe laut Niesen "zur fraglichen Tatzeit unter massivem Alkohol- und Drogeneinfluss" gestanden: "Die Ermittlungen dauern an. Derzeit wird die Geschädigte als Zeugin vernommen."

Auch gegenüber fnp.de* hat sich die Sprecherin geäußert: „Er steht unter erheblichen Drogen und Alkoholeinfluss und befindet sich in Polizeigewahrsam“, sagt sie über Ullrich. 

Ullrich (44) hatte Anfang August für negative Schlagzeilen gesorgt. Der frühere Radstar war auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca nach einem Zwischenfall auf dem Grundstück seines Nachbarn Til Schweiger vorübergehend festgenommen worden.

Alle Entwicklungen in der Causa Jan Ullrich finden sie auch im Live-Ticker auf tz.de*.

Update vom 6. August, 10.51 Uhr:

Der frühere deutsche Radprofi Jan Ullrich will nach dem Zwischenfall auf dem Grundstück seines Nachbarn Til Schweiger auf Mallorca eine Therapie machen. Die Trennung von seiner Frau, die mit den drei gemeinsamen Söhnen inzwischen wieder in Deutschland lebt, und "die Ferne zu meinen Kindern haben mich sehr mitgenommen", sagte der 44-Jährige der "Bild"-Zeitung vom Montag.

"Dadurch habe ich Sachen gemacht und genommen, die ich sehr bereue", fügte Ullrich hinzu. "Aus Liebe zu meinen Kindern mache ich jetzt eine Therapie." Er bestritt zugleich, süchtig zu sein.

Ullrich war am Freitag nach Angaben der spanischen Polizei wegen "gewaltsamen Eindringens und Bedrohungen" gegen seinen Nachbarn vorübergehend festgenommen worden. Nach Schweigers Schilderungen in der "Bild am Sonntag" soll Ullrich auf sein Grundstück gekommen und auf einen Freund des Schauspielers losgegangen sein.

Schweiger sagte, er kenne Ullrich, seit er vor zwei Jahren nebenan eingezogen sei. Doch dann habe sich dieser verändert, sei regelrecht abgestürzt. Seine Freunde und er hätten oft auf ihn eingeredet, er müsse einen Entzug machen. Schweiger bot Ullrich Unterstützung bei einer Therapie an. "Wenn Jan Hilfe sucht, bin ich der Erste, der ihm hilft", sagte er.

Ulrich hatte 1997 als bislang einziger deutscher Rennradfahrer die Tour de France gewonnen, 2000 wurde er in Sydney Olympiasieger. Später sah er sich mit Dopingvorwürfen konfrontiert und wurde 2006 von der Tour de France ausgeschlossen. 2007 beendete er seine Karriere.

Jan Ullrich in der Lebenskrise - Festnahme nach Zwischenfall auf Schweiger-Anwesen

Palma de Mallorca - Mit nacktem Oberkörper stieg Jan Ullrich nach seiner Festnahme aus einem Gefangenentransporter, sein Kopf war entwürdigend mit einem Krankenhauslaken umwickelt, der Blick wirkte leer und verzweifelt. Der frühere Radstar und einzige deutsche Tour-de-France-Sieger steckt offenbar erneut in einer schweren Lebenskrise.

Die Fotos, die Ullrich nach einem Zwischenfall auf dem Grundstück seines Nachbarn Til Schweiger in Begleitung von Justizbeamten zeigen, zeichnen ein jämmerliches Bild des einstigen Tour-Helden. Ullrich, augenscheinlich abgekämpft und in einem besorgniserregendem Zustand, hat einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Wie die spanische Polizei mitteilte, wurde der 44-Jährige am Freitag wegen "gewaltsamen Eindringens und Bedrohungen" in Gewahrsam genommen. Ullrich wurde am Samstag von einem Richter befragt. Anschließend wurde er freigelassen und mit einem Kontaktverbot belegt, sagte eine Gerichtssprecherin. Das berichtet unter anderem tz.de*.

Schweiger: Jan muss einen Entzug machen

Es ist nicht Ullrichs erster schwerer Fehltritt, den Absturz leitete er schon zu seiner aktiven Karriere ein. Gewichtsprobleme, private Eskapaden und schließlich seine endlos-unsägliche Dopinggeschichte - der schnelle Ruhm, der Ullrich nach seinem Tour-Sieg 1997 ereilte, überforderte ihn stets.

Der junge Rostocker mit den Sommersprossen und den rotblonden Haaren war 1997 in den Serpentinen der Alpen und den Hängen der Pyrenäen zu mehr als dem Erfolg bei der Frankreich-Rundfahrt geklettert. Ullrich war durch den Tour-Erfolg plötzlich Kult, ein Popstar, der auf einer Stufe mit Boris Becker und Michael Schumacher stand.

Die Rolle gefiel ihm nie. Ullrich wollte eigentlich immer nur Radfahren, er suchte sich Ventile für den Druck - und verlor zunehmend die Kontrolle. 2002 verursachte er unter Alkoholeinfluss einen Autounfall, 2006 verließ er die Tour nach Aufdeckung der Fuentes-Affäre wie ein geprügelter Hund, 2007 folgte das Ende der tragischen Karriere. Die Doping-Vergangenheit arbeitete er nur unzureichend auf.

Die privaten Probleme blieben, nachdem er das Rad abgestellt hatte. Immer wieder sorgte Ullrich für Negativschlagzeilen. Etwa im Mai 2014: Wieder unter Alkoholeinfluss verursachte er im Schweizer Kanton Thurgau mit überhöhter Geschwindigkeit einen Unfall, bei dem zwei Personen leicht verletzt wurden. Die Folgen: 21 Monate Freiheitsstrafe, die auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde, 10.000 Franken (8700 Euro) Geldbuße - und weitere tiefe Kratzer am längst beschädigten Ruf.

Zuletzt zerbrach die Ehe mit seiner Frau Sara. Nach 13 Ehejahren trennte sich das Paar, die drei gemeinsamen Söhne sind bei der Mutter im Allgäu. Nun folgte der Zwischenfall auf dem Grundstück von Schauspieler Schweiger.

*tz.de und fnp.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

afp

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