Ehe-Streit eskalierte

In eigener Biographie enthüllt: Dieter Thomas Heck wollte erste Ehefrau erwürgen

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Dieter Thomas Heck ist am 23.08.2018 im Alter von 80 Jahren gestorben.

Der plötzliche Tod von ZDF-Legende Dieter Thomas Heck überraschte ganz Deutschland. Nun wird eine Passage aus seiner Biographie bekannt. Demnach wollte der Moderator einst seine erste Ehefrau erwürgen.

Update vom 29. August: Geheimnis in Biografie enthüllt

Knapp eine Woche nach dem Tod des "ZDF Hitparaden"-Moderators Dieter Thomas Heck, wird eine dunkle Ehe-Enthüllung aus dessen Biographie von zahlreichen Medien in Deutschland aufgegriffen. Das bereits 2011 erschienene Buch sorgt besonders durch ein Geständnis des 80-Jährigen für Aufsehen.

Demnach gestand das Showmaster-Urgestein, vor vielen Jahren kurz davor gestanden zu haben, seine damalige Ehefrau erwürgen zu wollen. Während der berühmte Entertainer seinen Lebensabend mit Ehefrau Ragnhild verbrachte, in ihr seine große Liebe gefunden habe, scheint die Ehe mit Edda Heck nicht annähernd harmonisch gewesen zu sein.

In eigener Biographie: Dieter Thomas Heck enthüllte dunkles Ehe-Geheimbis

Wie der verstorbene Heck 2011 in seiner Biographie verriet, scheint seine damalige Ehefrau ein schweres Alkoholproblem gehabt zu haben. In Folge dessen sei ein Streit im Jahr 1971 komplett eskaliert, Heck wollte seine Ehefrau im Eifer des Gefechts erwürgen.

Dieter Thomas Heck beichtete, seine Exfrau fast erwürgt zu haben.

"Ich konnte meinen Zorn nicht mehr lenken. Edda zerrte an der Tür, die mit einem Knall gegen die Wand schlug. Ich packte sie und warf sie auf das Bett.", beschrieb Heck in seinem Buch. Um Ehefrau Edda am Schreien zu hindern, habe der damals 34-Jährige ihr den Mund zugehalten, dabei seien seine Hände zu ihrem Hals hinabgewandert. 

"Es war für einen Moment ein verführerischer Gedanke: Mit einem Reflex meiner Hände könnte ich meine Probleme lösen", gibt Dieter Thomas Heck Schwarz auf Weiß zu. Erst drei Jahre nach der beschriebenen Nacht ließ sich das Paar scheiden, Ex-Frau Edda verstarb dann etwa 20 Jahre später.

Update vom 27. August: Bis zuletzt zerstritten: Jetzt äußert sich Dieter Thomas Hecks Bruder

TV-Legende Dieter Thomas Heck verlor in einem Pflegeheim den Kampf gegen eine Lungenerkrankung, an der er seit Jahren litt. Nun äußerte sich Peter-Michael Heckscher (73) zum Tod seines älteren Bruders.

Meldung vom 24. August: Nach Tod von Heck: Deutliche Kritik am ZDF - „Peinlich“

Berlin  - Dieter Thomas Heck war eines der letzten Showmaster-Urgesteine im deutschen Fernsehen. Er war „Mister Hitparade“ und „Schnellsprecher der Nation“. Mit seinen Sendungen unterhielt er ein Millionenpublikum, er selbst erreichte Kultstatus. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang stand er vor Mikrofon und Kamera. Nun ist Dieter Thomas Heck, der eigentlich Carl-Dieter Heckscher hieß, im Alter von 80 Jahren gestorben.

Sein Tod hat in der Unterhaltungsbranche Wehmut ausgelöst. „Wieder eine Legende weniger“, schrieb der Komiker Oliver Kalkofe am Freitagabend auf Twitter - er sei „sehr, sehr traurig“. Schauspielerin Veronica Ferres erinnerte sich: „Als Kind hab ich mit meinen Eltern „Melodien für Millionen“ geschaut, mit meinen Brüdern die Hitparade. Später war ich zu Gast in seiner Show. Wir werden ihn nie mehr hören - in unseren Herzen bleibt er! Gute Reise, Dieter...“

Der langjährige Moderator der „ZDF-Hitparade“ starb am Donnerstag im Alter von 80 Jahren, wie der Medienanwalt Christian Schertz am Freitagabend im Namen der Familie in Berlin mitteilte. Weitere Einzelheiten nannte Schertz nicht. „Meine Mandantschaft bittet von weiteren Anfragen Abstand zu nehmen und die Privatsphäre der Familie zu respektieren“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Todesursache wurde nicht mitgeteilt.

Kritik am ZDF wegen knapper Würdigung von Dieter Thomas Heck

Das ZDF reagierte am Freitagabend auf die gegen 20.32 Uhr bekannt gewordene Nachricht von Dieter Thomas Hecks Tod. Der Sender krempelte sein Programm um und zeigte nach der Bundesliga-Übertragung eine 15-minütige Sondersendung „Erinnerungen an Dieter Thomas Heck“. 

Die stößt auf Kritik - ziemlich drastisch bei stern.de. „Peinlich! ZDF widmet Dieter Thomas Heck lieblose 15 Minuten“, schreibt das Portal. Ein Kritikpunkt lässt sich nicht halten: „Statt ihm einen Platz in der Prime Time zu widmen, verbannte der Sender ‚Mister Hitparade‘ ins Nachtprogramm“, schreibt das Portal. Doch als die Nachricht vom Tod Dieter Thomas Hecks publik wurde, lief bereits die Übertragung des Spiels FC Bayern gegen 1899 Hoffenheim. stern.de kritisiert weiter: „Noch viel schlimmer war dann allerdings, was sich das ZDF unter ‚Erinnerungen‘‘ vorstellte: eine lieblose Aneinanderreihung von Momenten und TV-Ausschnitten.“

Bei Twitter fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. „Wow, ganze 15 Min. für Dieter Thomas Heck - schade, dass er euch nicht mehr wert ist“, schreibt ein User. „So kurzfristig ist das echt nicht schlecht“, verteidigt ein anderer den Sender. Der Erstgenannte glaubt aber: „Der Nachruf liegt sicher schon 5 Jahre im Archiv. Daher könnte er auch gut 30 oder 45 Min lang sein.“

Auch von weiteren Fans des toten Showmasters gibt es Kritik: „Nur 15 Minuten? Während rundum Sendungen für Hohlbirnen laufen... echt traurig“ und „Da wäre in der Tat gerade im ZDF mehr drin gewesen. Aber 15 Minuten sind besser als nichts“ heißt es weiter.

Auch im heute Journal wurde Dieter Thomas Heck gewürdigt:

Die Kritiker etwas besänftigen könnte, dass das ZDF später auch sein Programm für die Nacht von Samstag auf Sonntag geändert hat: Um 0.30 Uhr eine Wiederholung von „Erinnerungen an Dieter Thomas Heck“, danach drei Stunden lang „ZDF-Kultnacht – Das Beste aus der Hitparade“ - für Fans eine weitere Gelegenheit, der Show-Legende zu gedenken.

Dieter Thomas Heck: Im Februar 2017 wirkte er müde

Heck hatte einen seiner letzten großen öffentlichen Auftritte im Februar 2017 bei der Verleihung der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk. Dabei wirkte er im Gegensatz zu früher müde.

„Dieter Thomas Heck war viele Jahre das Gesicht der ZDF-Unterhaltung“, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut. „Wir verdanken ihm viel. Von den späten 60er Jahren an hat er das Bild des ZDF maßgeblich mitgeprägt. Nicht nur die „Hitparade“ sondern viele weitere Showprogramme des Senders hat er moderiert, Benefiz-Galas wie „Die Super-Hitparade“ oder „Melodien für Millionen“ wären ohne sein Engagement undenkbar gewesen.“

Heck war mehr als 50 Jahre im Fernsehen und Radio unterwegs. Er fand als Moderator von Unterhaltungsshows und Musiksendungen ein Millionenpublikum. „Mein Leben war es, Menschen zu unterhalten. Dass mir dies gelungen ist, macht mich glücklich“, sagte er, als er 70 Jahre alt wurde und Abschied vom Beruf nahm.

2007 zog sich Dieter Thomas Heck aus Show und Fernsehen zurück

Zu diesem Geburtstag Ende 2007 gab er seinen Rücktritt bekannt und zog sich aus Show und Fernsehen zurück. „Ich durfte große Erfolge feiern, war 50 Jahre im Geschäft und davon 40 Jahre im deutschen Fernsehen in der ersten Reihe. Das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit“, sagte er damals zum Ende seiner Fernsehkarriere.

Geboren wurde Heck am 29. Dezember 1937 in Flensburg. Sein Berufsleben begann 1957 in Hamburg. Dort arbeitete er vier Jahre lang als Autoverkäufer, was er im Rückblick als gute Schule für seine spätere Showmaster-Tätigkeit bezeichnete. 1961 wurde er in der Fernseh-Nachwuchssendung „Toi-toi-toi“ von Peter Frankenfeld als Sänger entdeckt. Er begann im gleichen Jahr beim damaligen Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden als Sprecher und arbeitete bei Radio Luxemburg als Disc-Jockey, an der Seite des damals ebenfalls nach oben strebenden Frank Elstner.

Entertainer Dieter Thomas Heck führt durch die "Super-Hitparade" zu Gunsten der Deutschen Welthungerhilfe und präsentiert die Aktion "Ein Herz für Kinder".

Einem großen Fernsehpublikum wurde Heck als Moderator der „ZDF-Hitparade“ bekannt. Er moderierte die populäre Musiksendung live aus Berlin 183 Mal, von Anfang 1969 bis Ende 1984. Seine Begrüßung „Hier ist Berlin“ wurde legendär. „Ich werde oft auf die Hitparade reduziert“, sagte er später: „Aber ich habe ja noch viel mehr gemacht.“

Dieter Thomas Heck: „Die Liebe zur Musik war immer einer meiner Antriebe“

Heck stand für Samstagabendshows wie „Melodien für Millionen“, „Musik liegt in der Luft“, „Die Super-Hitparade“ (alle ZDF), für die „Deutschen Schlagerfestspiele“ oder „Die Schlagerparade der Volksmusik“ (ARD) vor der Kamera. Und er präsentierte viele Jahre erfolgreiche Unterhaltungssendungen wie „Die Pyramide“ (1978 bis 1994) und „Ihr Einsatz bitte“ (1987-1990). „Die Liebe zur Musik war immer einer meiner Antriebe“, sagt Heck. Dem Schlager hielt er stets die Treue - als Produzent, Texter, Sänger und als Moderator.

In Wolfgang Menges legendärem, medien- und gesellschaftskritischem Fernsehklassiker „Das Millionenspiel“ mimte Heck 1970 den Spielshowmoderator: In dessen Sendung gewinnt ein Kandidat eine Million Deutsche Mark und entrinnt seinen bewaffneten Häschern. Zusätzlich zum Fernsehen arbeitete Heck als Radiomoderator. Er präsentierte die Südwestfunk-Sendungen „Vom Telefon zum Mikrofon“ und „Gute Laune aus Südwest“, moderierte beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Und er trat als Schauspieler vor die Kamera: Er spielte im „Tatort“ ebenso wie bei „Praxis Bülowbogen“, „Soko Stuttgart“, „Die Rosenheim-Cops“ und „Manta - Der Film“.

Dieter Thomas Heck war ein halbes Jahrhundert im Showgeschäft

2007 moderierte Heck nach einem halben Jahrhundert im Showgeschäft seine letzten Sendungen. Und er brachte seine Biografie auf den Markt. Als Gast trat er danach gelegentlich in TV-Shows auf und stand dabei auch als Sänger auf der Bühne. Im Februar 2017 erhielt er die Goldene Kamera für sein Lebenswerk. Bei diesem Auftritt, einem seiner letzten, wirkte er im Gegensatz zu früher altersbedingt müde.

„Dieter Thomas Heck hat über viele Jahrzehnte das Gesicht des ZDF mitgeprägt“, sagte ZDF-Showchef Oliver Heidemann, als Heck im Dezember 2017 Geburtstag hatte und 80 Jahre alt wurde. „Seine Shows waren große Publikumserfolge, seine Liebe zur Musik und zu den Künstlern waren hierbei seine starken Leitlinien.“ Legendär und unvergessen sei bis heute die „ZDF-Hitparade“.

Dieter Thomas Heck lebte 23 Jahre in einem Schloss

Der leidenschaftliche Hundebesitzer und bekennende CDU-Anhänger - für die Partei machte er Wahlkampf - lebte 23 Jahre lang im Schwarzwald, im barocken Schloss Aubach in Lauf, südlich von Baden-Baden. Dann zog er nach Spanien. Mit seiner zweiten Ehefrau Ragnhild, mit der er seit 1976 verheiratet war und die er Hildchen nannte, lebte Heck, Vater von drei Kindern, in Berlin sowie in der spanischen Hafenstadt Águilas.

Bis zuletzt warb er für die Deutsche Welthungerhilfe, für die er sich seit Jahrzehnten auch vor der Kamera engagierte. Der Kampf gegen Armut in der Welt lag ihm stets am Herzen, wie er betonte.

Lesen Sie den Gastbeitrag von  Andreas Hock (Autor des Buchs „Generation Kohl“) „So schön war das Leben früher mit nur drei TV-Programmen“

Die aktuelle Kritik am ZDF beschränkt sich nicht nur auf den Nachruf für Dieter Thomas Heck. Auch andere Sendungen werden negativ beurteilt, wie vor allem der ZDF-Fernsehgarten mit Andrea Kiewel zeigt. Auch bei dieser Kritik spielte zuletzt der Verweis auf Dieter Thomas Heck eine Rolle.

dpa/lin/

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