Zweite WM-Niederlage: DHB-Team zittert um Olympia

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Silvio Heinevetter sitzt nach einem Treffer frustriert auf in seinem Tor auf dem Hosenboden. Foto: Gjorgji Licovski

Doha (dpa) - Für die deutschen Handballer hat das Zittern um die Olympia-Chance begonnen. Bei der WM in Katar kassierte das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson seine zweite Niederlage und verpasste damit die vorzeitige Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier.

Im ersten Spiel um die Ränge fünf bis acht verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Doha gegen Kroatien mit 23:28 (11:13). "Kroatien war einfach besser. Das ist gar keine Frage. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht und hätten öfters auf Tor werfen müssen. Und viel weniger technische Fehler machen müssen", sagte Sigurdsson vor dem Sky-Mikrofon.

Die deutsche Mannschaft trifft am Samstag gegen den Verlierer der Partie Dänemark gegen Slowenien um den siebten und letzten Platz für die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier. "Jetzt müssen wir schauen, dass wir alles geben im letzten Spiel", kündigte der Bundestrainer an.

Beste deutscher Torschütze bei der Pleite gegen Kroatien vor nur rund 1200 Zuschauern waren Jens Schöngarth und Uwe Gensheimer mit jeweils sechs Treffern. "Es ist sehr ärgerlich, wir haben einfach nicht unsere Leistung abgerufen. Wir haben einfach, viel zu viele Fehler gemacht", sagte Schöngarth. Sein Trainer stellte fest: "Wir hatten sieben schwere Spiele hinter uns. Die waren alle körperlich und vom Kopf her sehr, sehr schwer. Wir haben das mental und spielerisch nicht gut genug gelöst."

Dabei startete Deutschland auch ohne den Kieler Steffen Weinhold, der sich zwei Tage zuvor bei einer 24:26-Niederlage im Viertelfinale gegen Katar eine Adduktorenzerrung zugezogen hatte, vielversprechend in die Partie. Nach vier Minute führte sie mit 3:1 und in der zehnten Minute mit 6:4. Dann aber riss der Spielfaden. Neun Minuten lang traf kein Deutscher mehr ins Tor der Kroaten. Teilweise fanden die Spieler um Mittelmann Martin Strobel keine Lücke in der beweglichen Abwehr, zum anderen wurde zu viele Würfe eine Beute des guten Torhüter Mirko Alilovic.

In dieser Zeit geriet das DHB-Team ins Hintertreffen. Trotz guter Paraden von Schlussmann Silvio Heinevetter lief die deutsche Mannschaft in der 17. Minute einem einem 6:8-Rückstand hinterher und beim 7:10 (21.) einen Drei-Tore-Nachteil, den sie aber bis zur Pause wieder auf 11:13 reduzierte. "Wir haben zu viele freie Würfe verballert. Die Abwehr steht ganz gut. Aber uns fehlt es an Durchschlagskraft im Angriff", sagte Teammanager Oliver Roggisch nach den ersten 30 Minuten und bemängelte eine Trefferquote von nicht einmal 50 Prozent.

Insgesamt wirkte der WM-Nachrücker weniger frisch als in den Begegnungen bis zum Achtelfinale. "Jetzt dürfen wir nicht abschalten", hatte Spielmacher Michael Kraus nach dem Tiefschlag der Viertelfinal-Niederlage gegen Katar gesagt, "es gibt kein rechts, es gibt kein links. Das Spiel ist das wichtigste. Nichts anderes zählt."

Kapitän Gensheimer hatte als Marschroute vorgeben, die erste Niederlage des Turniers zu vergessen und sich auf die vorherigen Stärken zu besinnen. "Wir müssen wieder als Mannschaft zusammenstehen", meinte der Linksaußen. Mit eben diesem Elan kam die DHB-Auswahl aufs Parkett zurück und glich zum 13:13 (34.) aus.

Das Aufbäumen aber fiel zu kurz aus. Im Angriff wurden zu viele Bälle leichtfertig vergeben und die deutsche Mannschaft lief in die Konter der Kroaten. Nach dem 14:19 (41.) kämpfte sie sich zwar noch einmal auf 16:19 (44.) heran, war aber nach dem 17:22 (48.) auf verlorenem Posten.

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