Private Verbandelungen

Zickenkrieg: Scharapowa attackiert Williams

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Schießt scharf: Maria Scharapowa

London - Schon vor dem ersten Aufschlag war in Wimbledon der Zickenkrieg ausgebrochen. Serena Williams reagierte ungeschickt auf die Vergewaltigung einer Minderjährigen in den USA - und Maria Scharapowa ließ das nicht unkommentiert.

Maria Scharapowas Stimme war so kühl, dass man meinen konnte, kleine Eiszapfen an ihren Lippen zu sehen. „Wenn sie unbedingt über persönliche Dinge reden möchte, dann vielleicht über die Beziehung zu ihrem Freund, der ein verheirateter Mann war, jetzt in Scheidung lebt und zwei kleine Kinder hat.“ Rumms, das saß. Serena Williams war übrigens gemeint, die große Rivalin, gegen die Scharapowa seit 2004 nicht mehr gewonnen hat. Auf dem Platz, versteht sich.

Aber was macht aus einem eigentlich mit überschäumender Freundlichkeit ausgestatteten Glamour Girl eine russische Killer Queen? Nun, Serena Williams hatte im Gespräch mit der US-Musikbibel Rolling Stone unter anderem durchblicken lassen, was sie von Scharapowas Beziehung mit dem Bulgaren Grigor Dimitrow - angeblich ein Ex von Serena - hält: „Da gibt es eine Top-Fünf-Spielerin, die verliebt ist und jedes Interview mit “Ich bin so glücklich' beginnt - grauenhaft langweilig. Sie wird trotzdem nicht zu den coolen Partys eingeladen, aber wenn sie einen Kerl mit einem schwarzen Herzen haben will, dann bitte.„ Rumms. Auch nicht schlecht.

Was Scharapowa aber noch viel mehr auf die Palme brachte, waren Williams' vermeintliche Aussagen zu einem spektakulären Vergewaltigungsfall in den USA. In Steubenville/Ohio hatten zwei College-Footballspieler ein 16-jähriges Mädchen mit Unmengen von Alkohol gefügig gemacht und anschließend missbraucht. Die minderjährigen Täter sitzen im Gefängnis - und Williams sollte zu dem Fall etwas sagen. Das tat sie mit Sätzen wie diesem: „Das Mädchen hätte sich nicht in diese Situation begeben sollen.“

Unmöglich findet Scharapowa das: „Es hat mich sehr traurig gemacht, ihre Meinung zu diesem Fall zu hören. Sie sollte lieber über ihre sportlichen Verdienste reden als über alles, was irgendwie populär und plakativ ist.“ Die Eiszapfen an der Lippe klirrten. Und überhaupt: „Ich rede in der Öfffentlichkeit nur über meinen Sport. Ich bin sicher, dass die Leute mehr über mich wissen wollen, aber mein Privatleben bleibt privat. Vielleicht sollte Serena auch mehr über den Sport als ständig über sich selbst reden. `

Williams reagierte am Sonntag in Wimbledon überraschend entspannt auf die Anfeindungen ihrer Konkurrentin. "Ich werde selbstverständlich mein Privatleben unter Verschluss halten“, sagte die Weltranglistenerste im Rahmen einer Pressekonferenz: „Das habe ich in der Vergangenheit so gehandhabt, und das werde ich sicher weiterhin tun.“ Kein Wort über die angebliche Liaison mit ihrem Coach Patrick Mouratoglou. Privatsache halt.

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Was das Verbrechen in Steubenville betrifft, ist Williams mittlerweile zurückgerudert. Was da im Rolling Stone geschrieben wurde, „und was ich angeblich gesagt haben soll“, sei unsensibel und verletzend. Auf keinen Fall wolle sie in irgendeiner Weise behaupten, das Mädchen trage selbst die Schuld an seinem Schicksal: „Ich habe stets für die Rechte der Frauen gekämpft, ich habe immer alles getan, um Frauen zu unterstützen.“ Und selbstverständlich wolle sie sich bei den Eltern des Mädchens dafür entschuldigen, dass alles so schrecklich falsch rübergekommen sei.

Ach ja, inzwischen hat sich auch Wiktoria Asarenka in die Sache eingemischt und zumindest ein bisschen Stellung für Williams bezogen. Die Nummer zwei der Welt, Scharapowa in abgrundtiefer Abneigung verbunden, erinnerte daran, dass eigentlich nur zwei Leute wissen können, was Serena im Rolling Stone wirklich gesagt hat: „Und Maria gehört mit ziemlicher Sicherheit nicht dazu.“ Die Eiszapfen klirrten.

sid

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