Viele Zuschauer verärgert

ZDF-Spruch zu Leichtathletinnen geht nach hinten los - Jetzt nimmt der Sender Stellung

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Das Bronze-Quartett: Rebekka Haase, Gina Lückenkemper, Lisa-Marie Kwayie und Tatjana Pinto (v. l.) bildeten in Berlin eine starke Staffel.

Eigentlich wollte das ZDF die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Frauen nur gebührend für ihre Bronzemedaille bei den European Championships feiern. Doch auf den Tweet hagelte es heftige Kritik.

Mainz- Die erstmals ausgetragenen European Championships waren für ARD und ZDF ein voller Erfolg. Starke Leistungen der deutschen Athleten bescherten den Öffentlich-Rechtlichen im Sommerloch Top-Quoten. Und doch musste sich der Sender aus Mainz nach den Wettbewerben in Berlin und Glasgow plötzlich in Verteidigungshaltung begeben - wegen eines Tweets, den einige User als sexistisch kritisierten.

Was war geschehen? Nach dem Gewinn der Bronzemedaille der 4x100-Meter-Staffel der Frauen postete das Social-Media-Team des ZDF ein Foto des DLV-Quartetts mit Rebekka Haase, Lisa-Marie Kwayie, Gina Lückenkemper und Tatjana Pinto - überschrieben mit dem locker-flappsigen Spruch „Unser flotter Vierer!“. An eben diesen drei Worten nahmen viele User Anstoß und starteten eine Sexismus-Debatte. Die wurde sogar so weit getrieben, dass das ZDF sich zu zwei Entschuldigungen respektive Erklärungen gezwungen sah.

ZDF nimmt Stellung: „Post wurde von Frau abgesetzt“

Zunächst erläuterte der Sender: „Zur Info: Der Post wurde von einer Frau abgesetzt und es haben ihn einige vorher gelesen, die ihn nicht für sexistisch gehalten haben. Dass die Vier in ihrem Läuferinnen-Outfit abgebildet sind, tut dem eigentlich nichts zu Sache, schließlich treten sie so im Wettkampf an.“ Wenig später folgte das Sorry aus Mainz: „Unser Post war in keinster Form sexistisch gemeint. Wir hätten ihn genauso bei einem Erfolg der Männerstaffel gepostet. Wenn wir hiermit jemandem zu nahe getreten sind, tut es uns leid.“

Bei all der Kritik bekommt das ZDF aber auch eine Menge Zuspruch auf den Tweet, bei dem schon mehr als 600 Mal auf „Gefällt mir“ geklickt wurde. So schreibt User „Markus Luber“: „Den meisten Menschen in Deutschland geht’s anscheinend zu gut, sonst würde man sich nicht über sowas aufregen. Fremdschämen deluxe.“ Und „Fabio“ meint: „Das Problem liegt hier eindeutig nicht beim ZDFsport, sondern bei denen, die hier ein Problem sehen.“

Dennoch verdeutlicht die Eigendynamik, mit der die Sexismus-Debatte als Reaktion auf diesen Post in Gang gesetzt wurde, wie sensibel das Thema aktuell vor allem im Internet gehandhabt wird. Der User „Feministica“ schlägt sogar „feministische Sensibilisierungs-Fortbildungen für Menschen, die in Medien arbeiten“ vor.

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mg

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