Viertelfinale im Visier

Volleyball-EM: Frauen behalten im Krimi die Nerven

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Maren Brinker (L-R), Lenka Dürr und Corina Ssuschke-Voigt feiern

Halle - Es war ein Fünf-Satz-Krimi - aber mit Happy End: Die deutschen Volleyballerinnen haben bei der Heim-EM in Halle das Viertelfinale fest im Visier.

Das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti fuhr im zweiten Vorrundenspiel in Halle/Westfalen ein schwer erkämpftes 3:2 (27:25, 20:25, 22:25, 25: 23, 15:9) gegen die Niederlande ein und hat nach dem Auftaktsieg gegen Spanien (3:0) das Ticket für die nächste Runde bereits in der Tasche.

Für den direkten Einzug ins Viertelfinale am Mittwoch muss der Gastgeber die Gruppe A aber als Sieger abschließen, ansonsten geht es am Dienstag in den Play-offs um das Ticket für die Runde der letzten Acht. Gegen die Türkei am Sonntag (18.00 Uhr/Sport1) braucht das DVV-Team um Spielführerin Margareta Kozuch aller Voraussicht nach einen Sieg, um sich einen zusätzlichen freien Tag zu verdienen. Der EM-Dritte traf am Abend noch auf Außenseiter Spanien.

„Wir sind von Tag zu Tag besser geworden“, sagte Corina Ssuschke-Voigt. „Am Ende haben wir alle unsere Eier rausgeholt“, ergänzte die Mittelblockerin mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Kozuch war ebenfalls erleichtert. „Das war ein sehr schwieriges Spiel mit vielen Aufs und Abs. Am Ende sind wir alles oder nichts gegangen, und das war der Schlüssel zum Sieg. Aber es gab nie Zweifel,“ sagte die Außenangreiferin.

„So ein Spiel hätten wir außerhalb von Deutschland nicht gewonnen. Ich weiß nicht, wie viele Zuschauer hier waren, aber alle haben für uns geschrien“, sagte Guidetti über die fantastische Kulisse: „Ich gratuliere meinen Mädels, dass sie die Situation noch repariert haben. Das war echt stark heute, ich bin sehr zufrieden.“

Vor rund 6500 Zuschauern begann die deutsche Mannschaft verhalten und ließ den Gegner davonziehen. Den Niederländerinnen war das kräftezehrende Fünf-Satz-Match am Freitagabend gegen die Türkei (2:3) nicht anzumerken. Im Gegenteil: Der Punktgewinn gegen den EM-Dritten hatte der Mannschaft um Kapitänin Maret Grothues zusätzlich Selbstvertrauen gegeben.

Guidetti reagierte prompt, nahm beim Stand von 1:6 die erste Auszeit und fand die richtigen Worte: Punkt für Punkt - jeder einzelne von den Zuschauern mit ohrenbetäubendem Jubel begleitet - kämpften sich Kozuch und Co. zurück in die Begegnung. Zwei aufeinanderfolgende Blockpunkte brachten am Ende die Entscheidung zugunsten der Deutschen.

Doch auch im zweiten Satz verschlief das DVV-Team den Anfang, wachte aber eher auf. In die erste technische Auszeit ging das Team noch mit drei Punkten Vorspung. Das Guidetti-Team erhielt seine gute Leistung aber nicht über den kompletten Satz aufrecht, Kozuch und Maren Brinker brachten ihre Angriffe nicht mehr durch, auch in der Annahme gab es Schwächen.

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Der Bundestrainer reagierte, er brachte Zuspielerin Denise Hanke für Kathleen Weiss und Saskia Hippe für Kozuch. Doch der Wechsel zeigte nicht die gewünschte Wirkung, das DVV-Team überzeugte auch im dritten Durchgang über weite Strecken nicht.

Dank einer starken kämpferischen Leistung und der wiedererstarkten Kozuch erzwang es dann den Tie-Break und behielt am Ende unter den Augen des Beachvolleyball-Olympiasiegers Julius Brink die Oberhand.

Die anderen drei Vorrundengruppen werden in Zürich (B), Dresden (C) und Schwerin (D) ausgetragen. Die Halbfinals und das Finale finden am 13. und 14. September in der Berliner Max-Schmeling-Halle statt.

SID

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