Niederlage im Finale gegen Russland

Volleyball-Damen: Freude über EM-Silber

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Die deutschen Volleyball-Mädels freuten sich auch über die Silbermedaille.

Berlin - Es hat nicht ganz gereicht. Die deutschen Volleyballerinnen verpassen erneut Gold. Russland war im Endspiel der Heim-EM zu stark. „Wir freuen uns auch über Silber“, sagt Mannschaftsführerin Kozuch.

Schon wenige Minuten nach dem bitteren K.o. hatten die deutschen Volleyballerinnen ihr Lächeln wiedergefunden. Mit einem Transparent bedankten sich Mannschaftsführerin Margareta Kozuch & Co. bei den enthusiastischen Fans. Kurz zuvor war der Traum vom Titel bei der Heim-EM geplatzt. Die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti unterlag in einem packenden Endspiel Weltmeister Russland mit 1:3 (23:25, 25:23, 23:25, 14:25) und verpasste wie schon 2011 auf den letzten Drücker den ersehnten Triumph.

Kapitänin Kozuch & Co. lieferten vor 8513 Zuschauern in der ausverkauften Berliner Max-Schmeling-Halle erneut eine leidenschaftliche Vorstellung. Ihnen ging jedoch auf der Schlussgeraden des Turniers die Puste aus.

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„Die Mädels sind traurig, aber wir müssen stolz sein. Wir haben vielmehr erreicht, als wir gedacht haben. Das war ein superschweres Match. Wir haben alles probiert, aber es war nicht genug. Wir mussten immer auf Fehler von Russland warten. Ich bin zufrieden. Das ist eine tolle Mannschaft“, sagte Guidetti und Kozuch fügte hinzu: „Das war ein supergeiles Turnier. Wir freuen uns auch über Silber. Wir haben 100 Prozent gegeben.“

Im Gegensatz zum 3:2-Krimi gegen Belgien im Halbfinale waren die DVV-Frauen sofort drin im Spiel. Kein übertriebener Respekt, keine Anlaufschwierigkeiten. „Von zehn Spielen gegen Russland verlieren wir neun, aber morgen soll dieses eine Spiel sein“, hatte Guidetti seine Mannschaft nach dem erlösenden Einzug ins Endspiel auf den großen Coup eingeschworen.

Die deutschen Aufschläge kamen gut, die russischen Riesinnen waren mit ihrem Block nicht so effektiv wie vom DVV-Team befürchtet. Beim Stand von 13:12 übernahm der EM-Finalist von 2011 dann erstmals die Führung in diesem intensiven Kräftemessen. Doch der WM-Champion hielt sich mit seinen Power-Angreiferinnen Tatjana Koschelewa und Natalja Obmotschaewa im Spiel. Einen Satzball wehrte die Auswahl von Guidetti noch ab, Abschnitt eins ging aber dennoch an Russland.

Mit der durch das Endspiel gesicherten Teilnahme an der WM 2014 und der EM 2015 gingen Kozuch und ihre Teamkolleginnen unbeeindruckt in Durchgang zwei. Und auch hier funktionierte der Block gegen den EM-Rekordsieger bestens. Auf 14:8 setzte sich der Co-Gastgeber des Turniers ab. Getragen vom Hauptstadt-Publikum ging dieser Durchgang über ein 19:13 dann vollkommen verdient an die DVV-Frauen - auch wenn Russland noch einmal bedrohlich nahe rankam.

Viel war vor der Partie gegen den 17-maligen EM-Champion vom Faktor Frische die Rede gewesen. Schließlich hatten sich die Russinnen im Halbfinale gegen Serbien locker mit 3:0 durchgesetzt. Guidetti ließ das aber nicht gelten. „Wir wollen jeden einzelnen Moment genießen“, verordnete er seiner jungen Mannschaft.

Für Diskussionen sorgte dann im dritten Satz eine Entscheidung der Schiedsrichterin, die sich offensichtlich gegen den Videobeweis stellte und der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) nicht den Zähler zum 10:9 gab. Kozuch und Saskia Hippe trieben die Mannschaft aber weiter an, jeder Punktgewinn blieb jedoch gegen die Truppe von Obmotschaewa Schwerstarbeit. Hauchdünn sicherte sich Russland Abschnitt drei.

In Durchgang vier führte der WM-Sieger schnell mit 7:3, setzte sich weiter auf 14:7 und 21:13 ab - den deutschen Frauen ging offensichtlich die Puste aus. Damit endete für die Mannschaft von Guidetti eine EM-Reise mit einem bitteren Schlusspunkt.

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