Verfolger wittern Morgenluft - Vettel cool

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Sebastian Vettel kam in einem Go-Kart in die "Wetten, dass..?"-Sendung.

Palma - Bei „Wetten, dass...“ machte Sebastian Vettel auf Mallorca eine gute Figur, sportlich muss der Weltmeister allerdings einen Rückschlag verkraften. Der Weltverband FIA hat ein Zwischengas-Verbot ausgesprochen.

Sebastian Vettel hüllte mit seinem Kart Thomas Gottschalk in eine Staubwolke, tuschelte mit Hollywood-Star Cameron Diaz und machte auf dem Show-Sofa in seinem blauen Pulli auch neben Heidi Klum eine perfekte Figur: Bei Gottschalks letztem Sommer-Auftritt als Moderator von „Wetten, dass ...“ genoss der Formel-1-Weltmeister mal ein paar Momente abseits der Rennstrecke, wo die Konkurrenten nach dem verschenkten Sieg von Montreal und vor allem durch das teilweise Verbot des Red-Bull-Auspuffsystems Morgenluft wittern.

Doch Vettel bleibt auch nach der kurzfristigen Regeländerung, dass ab dem übernächsten Rennen in Silverstone (10. Juli) ein automatisches Zwischengas der Motoren verboten ist, ganz cool. „Ich glaube jetzt nicht, dass uns das härter trifft als alle anderen auch“, sagte Vettel am Samstag unmittelbar vor der ZDF-Show: „Man kann darüber streiten, warum das mitten in der Saison passiert. Aber im Hinblick auf die WM ist es noch ein sehr langer Weg. Es kann noch sehr viel sehr schnell passieren. Das haben wir im letzten Jahr gesehen“, meinte der Red-Bull-Pilot, der zuletzt als Synchronsprecher für den neuen Disney-Film „Cars 2“ im Einsatz war.

Wetten, dass..? aus Mallorca: Gottschalks letztes Sommerfest

„Wetten, dass..?“ aus Mallorca: Gottschalks letztes Sommerfest

Man müsse schauen, dass man bis zum letzten Rennen aufmerksam bleibe, sagte Vettel, der das in Montreal in der letzten Runde nicht mehr geschafft hatte, wodurch er seinen sechsten Sieg im siebten Rennen noch an Jenson Button verloren hatte. Der Engländer war nach Teamkollege Lewis Hamilton (in Shanghai) erst der zweite Fahrer, der Vettel in diesem Jahr eine Niederlage beigebracht hat.

„Jensons fantastischer Sieg in Kanada ist ein großer Ansporn für das gesamte Team. Unsere kontinuierliche Arbeit am Auto zahlt sich nun endlich aus“, sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh mit Blick auf das nächste Rennen am kommenden Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) in Valencia. Für Whitmarsh sind die Ziele klar definiert: „Wir sind mitten in der Saison und kämpfen um die Weltmeisterschaft. In Valencia und den folgenden Rennen wollen wir gewinnen.“ Auch Button, der als aktueller Gesamtzweiter 60 Punkte Rückstand auf Vettel hat, äußerte sich zuversichtlich: „Wir haben bewiesen, dass wir Sebastian besiegen können, und wir wissen, dass wir in der Lage sind, um den Titel zu kämpfen.“

Dagegen will Teamkollege Hamilton in Valencia „zurück in die Spur finden“. Der Weltmeister von 2008 hatte beim Großen Preis von Kanada zum wiederholten Mal für Aufsehen gesorgt, als er mit Button kollidierte. Schon zwei Wochen zuvor war Hamilton in Monaco mit Felipe Massa (Ferrari) und Pastor Maldonado (Williams) aneinandergeraten. „Das war sehr frustrierend für mich. Wir hatten in den letzten drei Rennen das schnellste Auto, für mich zählt nur der Sieg“, sagte Hamilton. Vettel nahm ihn ein bisschen in Schutz. „Wir sitzen alle in einem Boot. Aber in den letzten Rennen hatte er nicht gerade einen Lauf“, sagte er.

Auch Vize-Weltmeister Fernando Alonso rechnet sich in seinem Ferrari zumindest noch theoretische Chancen aus. „Nein, der Titel ist noch nicht weg. Mathematisch besteht immer noch die Chance, ihn zu erreichen“, sagte der 29-jährige Spanier: „Jeder kann zu jedem Zeitpunkt ausscheiden, das hat die Vergangenheit gezeigt.“ Die Chancen auf seinen dritten WM-Titel seien zwar nicht besonders groß, aber er werde defintiv nicht aufgeben und weiter kämpfen. Bei Ferrari könne man nur auf Fehler von Vettel warten und versuchen, in jedem Rennen das bestmögliche Ergebnis einzufahren.

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Dabei könnte das Verbot eines automatischen Zwischengases den „Roten“ helfen. Fakt ist: Neun der zwölf Teams nutzen solche Techniken, bei der die Motoren auch beim Gaswegnehmen mit einem automatischen Zwischengas dennoch Auspuffgase produzieren, die den durch den Diffusor verursachten Abtrieb der Rennwagen verbessern. Da Red Bull aber das offenbar effektivste System entwickelt und perfektioniert hat, könnte der Vorsprung der Bullen auf die Konkurrenten schrumpfen.

sid

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