Tennis

Federer krönt sich zum zehnten Mal zum König von Halle

+
Der Schweizer Roger Federer hat zum zehnten Mal das Tennis-Turnier in Halle, die Noventi Open, gewonnen.

Roger Federer hat zum zehnten Mal das ATP-500-Turnier in Halle gewonnen. Final-Gegner David Goffin aus Belgien leistete der Schweizer Tennis-Legende nur einen Satz lang echte Gegenwehr.

Halle – Tinas Turners „Simply the Best“ tönte aus den Lautsprecherboxen im Gerry-Weber-Stadion, als Roger Federer den goldenen Siegerpokal in die Höhe streckte. Und beim ATP-500-Turnier in Halle ist der Schweizer mit Abstand der Beste. Bei seinem 13. Finale in Ostwestfalen gewann der Schweizer zum zehnten Mal. „Großartig und unglaublich“, meinte da sogar sein nach 1:23 Stunden mit 6:7 (2:7), 1:6 unterlegener Endspielgegner David Goffin.

„Das ist ein spezieller Moment in meiner Karriere“, sagte Federer, der bei den 27. Noventi Open (früher Gerry-Weber-Open) zum ersten Mal auf der ATP-Tour bei einem Turnier zehnmal triumphierte. „Ich kann es kaum fassen, dass ich das geschafft habe.“

Federer: Gutes Omen für Abschneiden in Wimbledon

Das Ergebnis wertete er gleich als gutes Omen: „Wenn ich in Halle erfolgreich war, war ich auch in Wimbledon meist erfolgreich.“ Den Siegen in Ostwestfalen folgten bislang fünf seiner acht Triumphe in London sowie drei Finalteilnahmen. Nur 2008 schied er in der zweiten Runde aus. Für das Grand-Slam-Turnier, das am 1. Juli beginnt, fühlt er sich gut gerüstet. Die fünf Partien in sechs Tagen hätten ihm gut getan. Außerdem habe er „Selbstvertrauen getankt“. Das sollte allerdings nach allein 20-Grand-Slam-Siegen ohnehin groß genug sein.

Leicht war ihm der Erfolg in Halle nicht gefallen. In den Runden zuvor benötigte der 37-Jährige zweimal drei Sätze, der Tiebreak gegen Goffin war der dritte in dieser Woche – Federer gewann alle, auch gegen Goffin. „Den ersten Satz habe ich ein bisschen gestohlen. David war die ersten zehn Spiele besser“, gab Federer zu, der in dieser Phase des Öfteren den Kopf schüttelte und unzufrieden war. 

Goffin vergibt drei Breakbälle

Beim Stand von 2:2 und 0:40 vergab Goffin drei Breakbälle. „Ich hatte ein paar Möglichkeiten. Wenn man die nicht nutzt, überrennt Roger dich“, so der Belgier, der im Viertelfinale Alexander Zverev geschlagen hatte. Zwei Rückhandfehler des 28-Jährigen im Tiebreak reichten der Nummer drei der Welt, um Durchgang eins nach 53 Minuten für sich zu entscheiden.

Eine halbe Stunde später war das Match schon vorbei. Der zuvor sehr platziert und variabel aufschlagende Goffin leistete sich gleich im ersten Spiel des zweiten Satzes drei Doppelfehler – den letzten zum frühen Break. „Roger hat einen Gang erhöht, da war es hart, zu folgen. Der Kerl ist ja nicht schlecht“, so Goffin, der 2017 auf Rang 7 in der Welt stand, nach einer Ellbogen- und einer Augenverletzung im vergangenen halben Jahr, aber nur als Nummer 33 ins Turnier gestartet war.

Während Goffin keine Sicherheit mehr in seinen Aufschlag brachte, servierte Federer nun hervorragend und sicherte sich den zweiten Abschnitt nach zwei weiteren Breaks mit 6:1. „Ich habe den Frust bei David gemerkt und habe das Spiel in aller Ruhe nach Hause gebracht“, meinte Federer.

Seine Freude über den Finalsieg war nicht nur so dahin gesagt. Denn er erklärte später, dass er die zunehmende Fokussierung auf die Grand-Slam-Turniere „schade“ fände. „Das war früher anders, als ich zum Beispiel mein erstes ATP-1000-Turnier in Hamburg gewonnen habe oder erstmals in den Top Ten war“, so Federer.

Federer lobt die junge Garde um Zverev

In der Diskussion um die junge Garde, die Federer, Rafael Nadal (33 Jahre) und Nowak Djokovic (32) bislang vergeblich versucht, von den Spitzenpositionen der Weltrangliste zu verdrängen, vertritt der 37-Jährige seinen eigenen Standpunkt: „Der Wechsel ist da“, sagte er mit Blick auf Leute wie Zverev, Karen Khachanov oder Stefanos Tsitsipas. „Die Jungen werden nur besser mit der Erfahrung, und wir werden nur älter und schlechter.“

Kampflos wird er das Feld nicht räumen. „So lange Rafa, Nova und ich noch spielen, wird es nicht einfach werden, dass ein Junger kommt und alles dominiert.“ Im Wimbledon wird der nächste Angriff auf das Top-Trio kommen. Federer ist gewappnet.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare