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Ski alpin: DSV-Fahrer erleben nächsten Rückschlag, zwei Schweizer jubeln in Kitzbühel

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Von: Tobias Ruf

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Ski alpin: Andreas Sander auf der Strecke in Kitzbühel.
Ski alpin: Andreas Sander auf der Strecke in Kitzbühel. © picture alliance/dpa/APA | Expa/Johann Groder

Im Ski alpin stand am Wochenende ein Highlight an. In Kitzbühel wurden drei Rennen ausgetragen, darunter wurde zweimal die legendäre Streif gefahren.

Kitzbühel - Beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel wurde die Streif gleich zweifach gefahren. Am Freitag und Sonntag fand jeweils eine Abfahrt statt, am Samstag wurde im Slalom gefahren.

Die Hahnenkammrennen in Kitzbühel in der Übersicht

Am Freitag wurde die erste von zwei Abfahrten ausgetragen. Aleksander Aamodt Kilde feierte den Sieg.

Am Samstag fand der Slalom statt. Dave Ryding aus Großbritannien gewann sein erstes Weltcuprennen.

Am Sonntag siegt Beat Feuz aus der Schweiz vor seinem Landsmann Marco Odermatt

Ski alpin: Der Endstand in Kitzbühel

1. Beat Feuz (Schweiz)1:56.68 Minuten
2. Marco Odermatt (Schweiz)+ 0.21
3. Daniel Hemetsberger (Österreich)+ 0.90
15. Romed Baumann (Deutschland)+ 1.90
20. Josef Ferstl+ 2.56
22. Dominik Schwaiger (Deutschland)+ 2.63
30. Andreas Sander (Deutschland)+ 3.09
33. Simon Jocher (Deutschland)+ 3.26

Das gesamte Ergebnis

Beat Feuz aus der Schweiz hat also die Streif in Kitzbühel gewonnen. 21 Hundertstel setzte er sich vor seinem Landsmann Marco Odermatt durch und wiederholte seinen Sieg aus dem Vorjahr.

Dritter wurde der Österreicher Daniel Hemetsberger. Für die deutschen Fahrer endete das Rennen mit großen Enttäuschungen. Die DSV-Abfahrer verpassten die besten Zehn klar und sind wenige Wochen vor Olympia weit von ihrer Bestform entfernt.

Das Rennen im Liveticker

Rennen: Daniel Danklmaier aus Österreich fährt hier die schnellste Zeit seit vielen Läufern. Der Österreicher ist Zehnter, das Podest scheint aber fix zu sein.

Rennen: Pepi Ferstl steht oben am Start. Er driftet zu stark an, das kostet viel Tempo. Schon oben ist er klar zurück und Gleiten ist nicht seine größte Stärke. Er fährt nicht ganz befreit, was nach seinem Sturz am Mittwoch kein Wunder ist. Ferstl ist 17., für die Deutschen ist und bleibt das ein gebrauchter Tag.

Rennen: Jetzt müssen wir nochmal genau hinschauen. Blaise Giezendanner fuhr am Freitag mit einer hohen Startnummer aufs Podest. Der Franzose hat aber oben schon großen Rückstand und fällt im Gleitstück noch weiter zurück. Er kann an seine Überraschung nicht anknüpfen, das ist nur der 18. Platz.

Rennen: 20 Fahrer sind unten. Gleich sehen wir dann noch Josef Ferstl. Er muss die deutschen Fahnen hochhalten.

Rennen: Beat Feuz hat schon eine Hand an der Gams, die es als Siegerpokal hier gibt. Die Sicht wird immer schlechter, die hohen Startnummern haben kaum mehr eine Chance.

Rennen: Vincent Kriechmayr ist der letzte Mitfavorit, der oben steht. Aber schon oben hat er Probleme mit der Linie und auch die Piste und die Sicht sind nicht besser geworden. Kriechmayr hat keine Chance, der Rückstand wird immer größer. Er kommt als Zwölfter ins Ziel, das kann nicht der Anspruch eines Weltmeisters sein.

Rennen: Die beiden italienischen Altmeister sind am Start. Dominik Paris zeigt eine solide Fahrt, das reicht mit 1.17 Rückstand aber nicht fürs Podest. Christof Innerhofer verliert viel im Gleitstück und kommt als Neunter ins Ziel.

Rennen: Die Deutschen stehen ganz am Ende des Feldes. Bislang, denn jetzt kommt Dominik Schwaiger. Er ist oben auch schon ein gutes Stück zurück und verliert im Gleitstück weiter. Das Tempo ist nicht da, Linie und Material sind nicht ideal. Puh, das ist ein ganz bitterer Tag für die Deutschen, Schwaiger ist Zwölfter. Damit stehen drei DSV-Fahrer ganz hinten.

Rennen: Matthias Mayer hat hier schon gewonnen. Oben ist er dabei, dann passt die Linie im Steilhang überhaupt nicht und der Österreicher fällt zurück. Dieser Fehler kostet Tempo, das ist Gift auf der Streif. Den unteren Teil kann er aber und holt etwas auf. Das sind 94 Hundertstel Rückstand, Feuz bleibt vorne.

Rennen: Jetzt sehen wir den nächsten Deutschen. Romed Baumann fährt seiner Form auch hinterher. Am Freitag war die Fahrt aber gut. Oben ist er schon leicht zurück, er stellt den Ski etwas zu stark an. Puh, der Rückstand wird größer, jetzt muss er den Hausberg gut erwischen. Das war nicht mehr als Durchschnitt, er kommt als Zehnter ins Ziel.

Rennen: Kilde haut sich oben voll raus und liegt knapp vor Feuz. Er riskiert extrem viel und scheidet fast aus. Jetzt kommt das Gleitstück, da fällt er leicht zurück. Die Tendenz geht klar in Richtung Feuz. Jetzt müsste er am Hausberg zaubern, aber das kann er nicht mehr aufholen. Dann kommt er von der Linie ab und Kilde ist nur Fünfter.

Rennen: Travis Ganong aus den USA kann mit den Schweizern nicht im Ansatz mithalten. Jetzt sehen wir dann gleich den Sieger von Freitag, Aleksander Aamodt Kilde.

Rennen: Jetzt kommen gleich die Favoriten, dann wissen wir, wie gut die Fahrt von Odermatt wirklich war. Beat Feuz aus der Schweiz geht volle Attacke. Oben ist er gleichauf mit seinem Landsmann. Das wird eine ganz enge Kiste, unten hatte Odermatt den Fehler. Und der rächt sich jetzt, Feuz geht in Führung!

Rennen: Der dominierende Fahrer der laufenden Saison steht oben. Marco Odermatt aus der Schweiz ist oben vorne, wird aber im Gleitstück verlieren. Von wegen, der holt sogar Zeit auf und liegt hier klar auf Bestzeit. Das ist eine ganz starke Fahrt, der Schweizer wird die Bestzeit pulverisieren. Oh je, nach dem Hausberg fliegt er fast raus, rettet diesen Lauf und führt ganz klar. Was für ein wilder Ritt.

Rennen: Bryce Bennett aus den USA hat oben schon Rückstand, aber auch er kann sehr gut gleiten. Er kommt näher ran an Hemetsberger. Aber der Österreicher hat da unten echt einen rausgehauen, da verlieren sie alle. So auch Bennett, der Vierter ist.

Rennen: Johan Clarey aus Frankreich wurde am Freitag Zweiter. Der 41-Jährige ist ein Spezialist hier auf der Streif. Oben passt die Linie aber gar nicht. In der Gleitpassage holt er auf, das war auch am Freitag so. Wahnsinn, er ist nah dran an der Bestzeit. Unten war Hemetsberger aber sehr stark. 27 Hundertstel ist der Franzose zurück.

Rennen: Andreas Sander steht oben. Er hatte zuletzt Probleme und will heute endlich wieder eine gute Zeit fahren. Oben ist er leicht vorne, dann verliert er aber die Ideallinie. Das kostet jetzt Zeit, Sander fällt schon vor dem Gleitstück zurück. Puh, der Rückstand wird immer größer. Sander hat hier keine Chance, das sind über zwei Sekunden.

Rennen: Jetzt sehen wir den Schweizer Niels Hintermann. Auch er hat oben schon Rückstand auf Hemetsberger, dem die Mausefalle hervorragend gelungen ist. In der Gleitpassage holt Hintermann etwas Zeit auf, er ist nur noch drei Zehntel zurück. Jetzt kommt es auf den Sprung an der Hausbergkante an. Da verliert er etwas Zeit und ist eine halbe Sekunde zurück.

Rennen: Oben zieht leichter Nebel ein, Martin Cater aus Slowenien ist da schon etwas zurück. Die Linie ist auch nicht einwandfrei und das Tempo passt nicht. Nach der Hausbergkante verpasst er ein Tor und ist draußen.

Rennen: Bei guten Bedingungen wird dieses Rennen jetzt eröffnet. Heute sehen wir die komplette Strecke. Hemetsberger kommt hier gut durch und setzt mit 1:57:58 die erste Zeit.

Ski alpin heute im Liveticker: Die Ausgangslage vor dem Rennen

Vor dem Rennen: Daniel Hemetsberger aus Österreich wird das Rennen gleich eröffnen.

Vor dem Rennen: Die Favoriten sind Johan Clarey (5), Marco Odermatt (7), Beat Feuz (9), Aleksander Aamodt Kilde (11) und Matthias Mayer (13).

Vor dem Rennen: Andreas Sander hat die Startnummer 4, Romed Baumann die 12, Dominik Schwaiger die 14, Josef Ferstl die 24 und Simon Jocher die 40.

Vor dem Rennen: Heute folgt also das zweite Abfahrtsrennen auf der legendären Streif. 51 Athleten gehen an den Start, darunter fünf Deutsche.

Vor dem Rennen: Hallo und herzlich willkommen im Liveticker bei chiemgau24.de zum Rennen auf der Streif in Kitzbühel. Um 13:30 Uhr beginnt das Rennen, wir berichten ab 13:15 Uhr im Liveticker.

Ski alpin in Kitzbühel: Der Slalom am Samstag

Dave Ryding aus Großbritannien hat beim Slalom in Kitzbühel Geschichte geschrieben. Als erster Brite überhaupt siegte er auf dem Ganslernhang und feierte zugleich seinen ersten Weltcupsieg.

Nach dem ersten Durchgang hatte er auf dem sechsten Platz gelegen, zeigte einen starken zweiten Lauf und profitierte von zahlreichen Ausfällen. Zweiter wurde der Norweger Lucas Braathen vor seinem Landsmann Henrik Kristoffersen.

Ski alpin: DSV-Starter klar zurück

Linus Straßer hatte in seiner Wahlheimat mit der Entscheidung nichts zu tun und belegte den 14. Rang. Anton Tremmel wurde 17.

Slalom in Kitzbühel: Der Endstand

1. Dave Ryding (Großbritannien)1:41.26 Minuten
2. Lucas Braathen (Norwegen)+ 0.38
3. Henrik Kristoffersen (Norwegen)+ 0.65
4. Linus Straßer (Deutschland)+ 1.69

Das komplette Ergebnis

Kitzbühel: Der Endstand auf der Streif am Freitag

1. Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen)1:55.92
2. Johan Clarey (Frankreich)+ 0.42
3. Blaise Giezendanner (Frankreich)+ 0.63
14. Dominik Schwaiger (Deutschland)+ 1.56
23. Andreas Sander (Deutschland)+ 1.98
25. Romed Baumann (Deutschland)+ 2.05
29. Simon Jocher (Deutschland)+ 2.35
32. Josef Ferstl (Deutschland)+ 2.54

Das gesamte Ergebnis

Aleksander Aamodt Kilde hat seinen ersten Sieg in Kitzbühel eingefahren. Auf der leicht verkürzten Streif zeigte der Norweger vor allen Dingen im Gleitstück eine herausragende Fahrt und legte dort den Grundstein zu seinem souveränen Sieg.

Der 41-jährige Franzose Johan Clarey bestätigte seine guten Eindrücke aus dem Training und kam mit einer knappen halben Sekunde Rückstand auf den zweiten Rang. Dritter wurde Clareys Landsmann Blaise Giezendanner, der mit hoher Startnummer nach vorne fuhr.

Die deutschen Abfahrer sind gut zwei Wochen vor den Olympischen Spielen weiter auf Formsuche. Dominik Schwaiger wurde mit über 1,5 Sekunden Rückstand auf Kilde bester DSV-Starter. Andreas Sander und Romed Baumann lagen gut zwei Sekunden zurück und verpassten so die Top 15.

Nach seinem Sturz am Mittwoch hatte Josef Ferstl noch sichtlich Probleme und lag über 2,5 Sekunden hinter der Siegerzeit.

Streif in Kitzbühel im Liveticker: Der Vorbericht zu den Rennen

Als wäre die Streif selbst nicht schon Stresstest genug. Die Abfahrt in Kitzbühel ist die berühmteste der Welt - und eine der gefürchtetsten. Wer den kleinsten Fehler macht, kann böse stürzen. Etliche Skirennfahrer haben sich beim Speed-Spektakel in Tirol schon verletzt.

Die diesjährige Ausgabe der Hahnenkammrennen wird für die Athleten aber nicht nur sportlich eine Nervenprobe. Zwei Wochen vor den Olympischen Winterspielen wächst angesichts weltweit steigender Corona-Zahlen auch die Sorge vor Ansteckung und positiven Tests. Mehr denn je gilt: Wer zu den Spielen will, muss die Streif gesund überstehen.

Streif in Kitzbühel im Liveticker: „Es wird immer krasser“

„Corona ist immer ein Riesenthema. Wir kämpfen jetzt schon zwei Jahre damit und gefühlt wird es Richtung Olympia immer krasser“, sagte Herren-Bundestrainer Christian Schwaiger vor den Abfahrten an diesem Freitag und Sonntag der dpa. «Wenn du jetzt noch positiv getestet wirst, sind die Spiele quasi gelaufen. Das ist natürlich eine mentale Belastung für die Sportler und geht an keinem spurlos vorbei.»

Die größte Sorge sei, „hier negativ und bei der Einreise nach China dann positiv getestet zu werden“, so Schwaiger. „Erstmal in der Bubble anzukommen, ist das Wichtigste.“ Schließlich gilt in China ein höherer Grenzwert, ab dem ein PCR-Test als negativ eingestuft wird, als etwa in Deutschland. Die Sportler könnten sich bis zu den Spielen (4. bis 20. Februar) aber „nicht alle einsperren. Es geht um wichtige Punkte für den Weltcup und Startplätze für die neue Saison.“

Auch deshalb sei ein Verzicht auf die prestigeträchtigen Rennen in Österreich für seine Athleten kein Thema gewesen. „Kitzbühel ist im Speedbereich das wichtigste Wochenende im Weltcup“, sagte Schwaiger. „Wir versuchen, unseren Kreis so kleinzuhalten, wie es nur geht.“ Das gilt ohnehin schon für den ganzen Winter.

In den Hotels, in denen oft auch Gäste absteigen, die nichts mit den Ski-Events zu tun haben, isoliert sich das deutsche Team so gut es geht, wohnt möglichst in einem eigenen Stockwerk und isst für sich alleine. „In Wengen war ich nur am Berg oder im Zimmer“», sagte Schwaiger rückblickend auf das aus deutscher Sicht enttäuschende vergangene Wochenende in der Schweiz.

Ski alpin: Mit gedämpften Erwartungen nach Kitzbühel

Am Lauberhorn hatte Schwaigers Speed-Riege die Top 15 jeweils geschlossen verpasst und Vizeweltmeister Andreas Sander die zweite Schussfahrt wegen seines jüngsten Formtiefs sogar ausgelassen. Die Erwartungshaltung sei vor den Kitzbühel-Klassikern „etwas gedämpft“, gestand Schwaiger daher.

Mut machen ihm aber die deutschen Resultate auf der Streif aus den Vorjahren. Sander und Romed Baumann rasten in den Abfahrten 2021 jeweils in die Top 5, Josef Ferstl gewann 2019 im Super-G. Das dürfte «einen Motivationsschub geben», glaubt Schwaiger.

Die Piste habe sich „hervorragend präsentiert - fordernd und richtig cool“, sagte Baumann nach dem ersten Training. An die neue Einfahrt in die Traverse, die durch eine Geländekorrektur etwas verändert wurde, muss er sich erst noch gewöhnen. Generell ist der Routinier im deutschen Team aber „bereit“ für die Streif.

Auch, wenn die Atmosphäre wieder nichts mit der zu tun haben wird, die man über Jahre hinweg von Kitzbühel gewohnt war. 50 000 Fans waren teilweise pro Tag dabei - darunter reichlich Prominenz. Anders als bei den Geisterrennen im Vorjahr sind diesmal immerhin 1000 Zuschauer erlaubt - trotz vergleichsweise hoher Sieben-Tage-Inzidenz.

Man müsse „ein Zeichen setzen“, sagte der Präsident des Kitzbüheler Skiclubs, Michael Huber, zur Teilzulassung. Das Event sei so etwas wie „nationales Kulturgut.“ Die große Party oder den VIP-Tempel im Zielraum wird es aber erneut nicht geben. Vorsicht ist das oberste Gebot. Auf der Strecke. Und daneben.

dpa, truf

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