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Vettel als „Öko-Minister“ in der Formel 1? Jobangebot vom Chef nach Karriereende

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Von: Christoph Klaucke

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Sebastian Vettel beendet in diesem Jahr seine Formel-1-Karriere. Der Heppenheimer erhält für die Zeit danach ein Jobangebot vom Chef – als Öko-Minister?

München – Vier WM-Titel, 53 Siege, 57 Pole-Positions: Sebastian Vettel beendet am Saisonende nach dann voraussichtlich 300 Rennen seine Karriere in der Formel 1. Der Heppenheimer prägte die Königsklasse des Motorsports in 16 Jahren wie kaum ein anderer Pilot zuvor.

Klar, dass eine Persönlichkeit wie Vettel auch nach dem Karriereende Begehrlichkeiten in der Formel 1 weckt. Der 35-jährige Aston-Martin-Pilot bekommt noch vor seinem letzten Grand Prix ein Jobangebot – und zwar vom Chef der höchsten Rennserie persönlich.

Sebastian Vettel
Geboren: 3. Juli 1987 in Heppenheim
Rennstall: Aston Martin
Vertrag bis: Ende 2022
Größte Erfolge: 4 x Formel-1-Weltmeister (2010, 2011, 2012, 2013)

Formel-1-Chef macht Vettel Jobangebot nach Karriereende

„Wir haben unter anderem über seine Entscheidung und die Zukunft gesprochen“, sagte F1-CEO Stefano Domenicali der Sport Bild. Der frühere Ferrari-Teamchef suchte demnach direkt nach Vettels Rücktrittsankündigung vergangenen Donnerstag das Gespräch und nahm sich eine Stunde Zeit.

„Sebastian wird immer mit der Formel 1 verbunden sein. Natürlich wollen wir, dass der Draht auch in Zukunft eng bleibt. Wenn er Interesse hat, Teil unseres Systems zu werden und die Ansätze zueinander passen, würde ich ihn natürlich hier begrüßen“, erklärte Domenicali Vettel indirekt ein Jobangebot. „Aber wir wissen, dass er sich nach der Saison erst mal sortieren und die Zeit mit seiner Familie genießen will.“

Jobangebot für Vettel: Öko-Minister in der Formel 1?

In der Tat hatte Vettel angekündigt in Zukunft mehr Zeit mit der Familie verbringen zu wollen. Der Vater von drei Kindern hatte versichert, nach dem Ende seiner Fahrerkarriere keine andere Aufgabe in der Formel 1 anzustreben. Vor allem eine Rolle als TV-Experte hatte der Hesse ausgeschlossen. Stattdessen will Vettel sein Engagement für den Schutz von Klima und Umwelt und weitere gesellschaftliche Themen verstärken.

Einer Laufbahn in der Sportpolitik wäre Vettel der Sport Bild zufolge jedoch nicht abgeneigt. Der 35-Jährige wird dem Verfall des Planeten nicht tatenlos zusehen, im Gegenteil, er will was bewegen. Vettel könnte demnach als eine Art Ökominister seine Vorstellungen nach einer klimaneutralen Formel 1 verwirklichen.

Sebastian Vettel könnte nach seinem Karriereende in der Formel 1 Öko-Minister werden.
Sebastian Vettel könnte nach seinem Karriereende in der Formel 1 Öko-Minister werden. © Eleanor Hoad/Imago

Vettel setzt sich für Umwelt und Klima ein – auch in der Formel 1?

Vettel ist der verschwenderische Umgang mit Ressourcen in der Formel 1 schon länger ein Dorn im Auge, bei einigen Rennen gibt es vor dem Start beispielsweise noch immer Flugshows. Sein größtes Anliegen ist dabei die Umstellung auf klimafreundlicheren Kraftstoff. Die Königsklasse scheint es mit diesem Plan allerdings nicht besonders eilig zu haben, wenn man den Worten Domenicalis aufmerksam zuhört.

„Es macht einen Unterschied, ob du ein einziges Auto für ein, zwei Runden aufbereitet bekommen musst, oder 20 Wagen für 70 Runden und eine ganze Saison. Wir sind mit der Technik nicht hinten dran. Im Gegenteil! Wir sind vor dem Zeitplan! Ich werde zu meinen Lebzeiten auf jeden Fall noch umweltfreundlichen Kraftstoff in der Formel 1 erleben“, sagte der Formel-1-Boss. Domenicali ist 57 Jahre alt. Seine Erklärung klingt eher nach Rechtfertigung und Lobhudelei der eigenen Arbeit.

Formel 1: Vettel auf Abschiedstournee – danach Öko-Minister?

Mit Vettel und der Formel 1 würden zwei konträre Meinungen aufeinanderprallen. Ob sich der Heppenheimer das wirklich antun möchte, erscheint zunächst fragwürdig. Andrerseits könnte Vettel als „Öko-Minister“ einen nicht unwichtigen Part im Kampf gegen die Klimakrise leisten. Zunächst stehen nach der Sommerpause aber noch neun Rennen für Vettel auf dem Programm, als nächstes am 28. August in Spa beim Großen Preis von Belgien. (ck)

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