Bester im Training

Vettel gibt sich cool

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Sebastian Vettel will seinen Matchball nutzen

Greater Noida - So hat sich das Sebastian Vettel vorgestellt. Zum Auftakt des Rennwochenendes in Indien rast er zur Tagesbestzeit. Danach gab sich der Weltmeister cool.

Mit einer imposanten Ouvertüre hat Sebastian Vettel keine Zweifel am Triumphmarsch von Indien gelassen. Trotz klarer Tagesbestzeit zum Auftakt des ersehnten Krönungs-Wochenendes schlug der designierte viermalige Formel-1-Weltmeister aber immer noch keine lauten Töne an. Nur soviel: „Es ging heute ganz gut, wir hatten schlimmere Freitage.“ Zweimal Bestzeit in beiden Freien Übungseinheiten zum Großen Preis von Indien - Titel Nummer vier kann kommen. Da musste sogar der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim ein bisschen lächeln.

Vor dem Rennen am Sonntag (10.30 Uhr/Sky und RTL) ließ Vettel an seiner Klasse keine Zweifel und holte sich mit seinem Teamkollegen Mark Webber die ersten beide Ränge. Der einzig verbliebene, aber dennoch meilenweit abgeschlagene WM-Kontrahent Fernando Alonso musste sich nach einigen Problemen mit Platz fünf begnügen.

Wie auch sein Schützling denkt Red-Bull-Teamchef Christian Horner zumindest öffentlich nur an den nächsten Titel-Schritt. „Das Team konzentriert sich darauf, das Beste aus diesem Wochenende zu holen“, betonte der Brite. Gedanken an den vierten Coup für Vettel, der ihn nach Titeln auf eine Stufe Alain Prost stellen würde, erlaubt sich das Team Horner zufolge nicht. Aber Vorfreude? „Es wäre eine erstaunliche Sache“, räumte Horner ein. „Ob es hier oder in Abu Dhabi klappt, das Gefühl ist schwer vorherzusagen, weil wir dort noch nicht angekommen sind.“

Unstimmigkeiten in der Ausrichtung gibt es bei Red Bull keine - Unsicherheiten bei seinem Wagen machte Vettel jedoch schon aus. „Wir hatten einen kurzen Wackler drin, im zweiten Schuss mit den weichen Reifen hatte ich auf einmal auf der Hinterachse ziemlich viel Grip verloren“, analysierte Vettel. Aber: Kein echtes Problem. Auch die Blasen an so manchem Rennauto beunruhigen ihn nicht. „Die Strecke ist nicht sehr in Betrieb übers Jahr gesehen, da tut sich der weiche Reifen natürlich schwer.“

Die Pneus hätten allen kleinere Probleme bereitet, sagte Vettel weiter. Aber auch weicher Gummi soll ihn auf den letzten Kilometern zur WM-Krönung nicht im Weg stehen. Zudem ist hinter den Kulissen der Steuerstreit der Organisatoren ausgeräumt - das Rennen wird wie erwartet ausgetragen. Mit Indien-Experte Vettel natürlich, der die ersten beiden Grand-Prix-Auflagen von der Pole Position aus gewann und sogar jede Rennrunde anführte. Im vergangenen Jahr schloss er auch jedes Training als Nummer eins ab. „Ich bin ganz zufrieden“, urteilte Vettel denn auch nach der Freitagssession.

Für Alonso hingegen ging es schon denkbar schlecht los. In der ersten Session übten sich die meisten Fahrer noch lange in Kilometer-Enthaltsamkeit. Nachdem der Spanier dann rausgefahren war und einige Runden gedreht hatte, musste er seine Rote Göttin aber auch schon wieder an die Box steuern: Die Mechanik wollte nicht.

In der Endabrechnung reichte es für den Asturier zu Rang fünf, eingebettet zwischen die Mercedes-Männer Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Tritt die Prognose des Wiesbadeners ein, dann ist der Rennausgang für Sonntag schon vorprogrammiert: „Es scheint so, dass die Frage an diesem Wochenende sein wird, wer Platz drei hinter den beiden Red Bulls kriegt.“

Mit der Bürde von 90 Punkten Rückstand auf Vettel vor dem viertletzten Rennen geht Alonso in die Qualifikation am Samstag. Aber selbst wenn es da gut läuft: Nicht einmal der erste Grand-Prix-Erfolg nach mehr als fünf Monaten bringt ihm eine Titel-Schonfrist, wenn Vettel zumindest als Fünfter über die Ziellinie rollt.

Von den vorderen Ränge beim Heim-Rennen darf Adrian Sutil im Force India nur träumen - mehr als Rang zwölf war im Training nicht drin. Nur als 14. kam Sauber-Pilot Nico Hülkenberg zurück an die Box. Motorsport-Welten von Vettel entfernt.

dpa

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