Deutsche nur auf Platz zwei und drei

Rodeln: Fischnaller stoppt Loch und Co.

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Felix Loch

Lillehammer - Die deutschen Rodler um Felix Loch haben beim Start in den Olympia-Winter den erhofften Sieg verpasst. Ein Italiener stoppte sie.

Zwei Siege und fünf Podestplätze in drei Rennen - doch die ganz große Dominanz haben die erfolgsverwöhnten deutschen Rennrodler zum Start in den Olympiawinter nicht ausgestrahlt. Zwar konnten Weltmeisterin Natalie Geisenberger und die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt beim Weltcup-Auftakt im norwegischen Lillehammer triumphieren, doch bei den Männern stahl der Italiener Dominik Fischnaller den deutschen Rodel-Assen um Olympiasieger Felix Loch die Show. Die internationale Konkurrenz hat sichtlich aufgeholt, auch wenn die Olympiabahn in Lillehammer aus deutscher Sicht selten ein gutes Pflaster war.

Vom Sieg des 20-Jährigen Fischnaller war das deutsche Lager auch kaum überrascht, Bundestrainer Norbert Loch hatte den Junioren-Weltmeister bereits im Vorfeld zum größten Rivalen der BSD-Rodler auserkoren. Fischnaller hielt dem Druck stand und sicherte sich dank Bestzeiten in beiden Durchgängen den ersten Weltcupsieg seiner Karriere.

Dabei verwies er den Olympiazweiten David Möller (Sonneberg/+0, 146 Sekunden) und Weltmeister Loch (Berchtesgaden/+0,151) auf die Plätze zwei und drei. Top-Favorit Loch hatte bei einem Patzer mit Bandenberührung im ersten Lauf viel Zeit verloren. „Wie blöd muss man sein“, haderte der Titelverteidiger im Viessmann Weltcup hinterher mit sich selbst.

Fischnaller hatte gleich doppelten Grund zur Freude: Im ersten Durchgang knackte der junge Italiener auf der einzigen Kunsteisbahn Skandinaviens in 49,172 Sekunden den Uralt-Bahnrekord von Rodel-Idol Georg Hackl aus dem Jahr 1995. „Es ist unglaublich, wenn man so Größen wie Möller, Loch und Armin Zöggeler hinter sich lässt“, sagte Fischnaller.

Landsmann Zöggeler verpasste als Vierter nur denkbar knapp seinen 100. Podestplatz im Weltcup. Enttäuschend verliefen dagegen die Aufritte des WM-Zweiten Andi Langenhan (Zella-Mehlis) und von Johannes Ludwig (Oberhof) auf den Plätzen 13 und 24.

Bei den Frauen gab es durch Natalie Geisenberger zwar einen deutschen Sieg, doch die Weltmeisterin machte es spannend. Das lag weniger an ihrer Leistung, sondern an den ungleichen Bedingungen durch die Sonneneinstrahlung im ersten Durchgang. Dadurch hatte Geisenberger nach dem ersten Lauf sensationell hinter der US-Amerikanerin Kate Hansen gelegen, die mit einem gebrochenen Fuß an den Start gegangen war. Bei reguläreren Bedingungen im zweiten Druchgang setzte sich aber die Klasse von Geisenberger durch.

In Sotschi wird sie wohl einen Angriff von Lokalmatadorin Tatjana Iwanowa abwehren müssen. Die Russin präsentierte sich als Zweite hinter Geisenberger in bärenstarker Verfassung, auch das Material des Olympia-Gastgebers scheint sich verbessert zu haben.

Enttäuschend verliefen dagegen die Auftritte der andere deutschen Rodlerinnen. Anke Wischnewski (Oberwiesenthal) kämpfte sich nach einem schwachen ersten Lauf wenigstens noch vom 14. auf den 7. Platz vor, Tatjana Hüfner (Friedrichroda) verpatzte den Saisonauftakt dagegen völlig. Der 13. Rang war für die Olympiasiegerin indiskutabel, zumal die Rückenprobleme, die die frühere Seriensiegerin monatelang behindert hatten, laut Bundestrainer Loch auskuriert sein sollen.

sid

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