Spannung in der neuen Saison

Rodeln: Der Favoritencheck für den Weltcup 2019/20

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Rodeln: Julia Taubitz ist die große Hoffnung bei den deutschen Damen.

Der Weltcup im Rodeln 2019/20 verspricht Spannung im Kampf um den Gesamtweltcup bei den Damen, Herren und den Doppelsitzern.

Berchtesgaden - Mit dem Weltcup im österreichischen Innsbruck beginnt der Weltcup im Rodeln für die Saison 2019/20. Das Saisonfinale steigt am Königssee.

Die Rennrodler starteten ihre Saison in Innsbruck, das letzte Rennen steigt am 01.03.2020. Insgesamt sind im Weltcup neun Standorte vorgesehen. Zudem findet zwischen dem 14. und 16. Februar 2020 die Rodel-WM im russischen Sotschi statt, die allerdings nicht in die Gesamtwertung des Weltcups einfließt. 

Im Rodeln werden im Weltcup 2019/20 Wettbewerbe in den Disziplinen Einsitzer, Doppelsitzer, Sprint und Teamstaffel ausgetragen. Für einen Sieg in einem Einzelrennen gibt es jeweils 100 Punkte, zahlreiche weitere Punkte werden pro Rennen vergeben.

Rodeln: Die Favoriten im Weltcup 2019/20 bei den Herren

Spannung pur wird beim Kampf um den Gesamtweltcup im Rodeln bei den Herren erwartet. In der Vorsaison setzte sich der Russe Semen Pawlitschenko erst im letzten Weltcup in Sotschi durch und sicherte sich erstmals in seiner Karriere den Sieg im Gesamtweltcup. Der 28-Jährige zeigte vor allen Dingen in der zweiten Saisonhälfte eine starke Leistung. Vier Weltcupsiege fuhr Pawlitschenko im Jahr 2019 ein und sicherte sich so die große Kristallkugel.

Schärfster Verfolger Pawlitschenkos war Roman Repilow, der nur 70 Punkte hinter seinem Landsmann lag und somit Zweiter in der Gesamtwertung wurde. Der 23-Jährige gilt als große russische Hoffnung für die Zukunft, in der Saison 2019/20 ist er bereits Mitfavorit auf den Sieg im Gesamtweltcup.

Rodeln: Felix Loch führt das deutsche Herren-Team im Rennrodeln an.

Felix Loch dominierte den Rodel-Weltcup der Herren über viele Jahre. Sechs Erfolge im Gesamtweltcup machten den Deutschen jahrelang nahezu unschlagbar. In der Vorsaison allerdings kam der 30-Jährige nur selten in Fahrt. Nur in Altenberg feierte Loch einen Weltcupsieg, damit wurde er Dritter im Gesamtklassement. Versöhnlich lief die Weltmeisterschaft in Winterberg, bei der Loch Weltmeister im Einsitzer wurde, Silber im Sprint holte und mit der Staffel die Bronzemedaille gewann. Trotz der für seine Verhältnisse schwachen Saison geht der Dreifach-Olympiasieger als Mitfavorit in den neuen Weltcup. Will er seinen siebten Sieg in der Gesamtwertung holen, muss er aber konstanter werden.

Lochs Teamkollege Johannes Ludwig startete mit dem Sieg zum Auftakt in Innsbruck vielversprechend in die Saison 2018/19. Der Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von Pyeongchang 2018 fuhr im Kalenderjahr 2018 noch zwei weitere Podestplätze ein, nach dem Jahreswechsel ging Ludwig aber die Luft aus. Nur noch in Altenberg landete der 33-Jährige auf dem Podium, am Ende stand ein vierter Platz in der Gesamtwertung. Ludwig geht als Außenseiter in den Weltcup 2019/20.

Rodeln: Johannes Ludwig (33) gilt neben Felix Loch als große deutsche Hoffnung.

Wolfgang Kindl aus Österreich erwischte einen furiosen Saisonstart, siegte in Innsbruck (Österreich), Whistler (Kanada) und Calgary (Kanada) und übernahm zwischenzeitlich die Führung im Gesamtweltcup. Dann wurde der 30-Jährige in Lake Placid (USA) disqualifiziert, fortan zeigte die Leistungskurve deutlich nach unten, Kindl wurde 7. in der Endabrechnung. Bleibt der 31-Jährige stabil, gesund und findet Konstanz in seine Leistungen, ist er dennoch ein Kandidat für die vorderen Plätze in der Gesamtwertung.

Rodeln: Die Favoriten im Weltcup 2019/20 bei den Damen

Die Uhren im Weltcup der Damen müssen zur Saison 2019/20 auf Null gestellt werden. Seriensiegerin Natalie Geisenberger ist schwanger und wird im Weltcup 2019/20 nicht an den Start gehen. Auch Geisenbergers Teamkollegin Dajana Eitberger, Vierte im Gesamtweltcup 2018/19, erwartet ihr erstes Kind und muss für die neue Saison passen. Zudem ist Tatjana Hüfner, fünffache Siegerin der Gesamtwertung, in der neuen Saison nicht mehr dabei, Hüfner hat ihre Karriere beendet.

Rodeln: Natalie Geisenberger (links) und Dajana Eitberger machen Baby-Pause.

Für die deutschen Rodlerinnen hat das gravierende Veränderungen zur Folge, Bundestrainer Norbert Loch schickt ein junges und unerfahrenes Team an den Start. 

21 Jahre lang stand jeweils eine deutsche Rodlerin ganz oben auf dem Weltcuppodest. Dass diese Serie dennoch ausgebaut werden könnte, liegt in erster Linie an Julia Taubitz. Die 23-Jährige landete in der Vorsaison auf dem zweiten Platz in der Gesamtwertung und fuhr insgesamt zwei Einzelsiege im Weltcup ein. Doch der Druck auf Taubitz ist hoch. Sie ist die neue Nummer Eins im deutschen Team, geht als einzige Sieganwärterin für das erfolgsverwöhnte Deutschland in den Weltcup und sieht sich einer breiten und ambitionierten Konkurrenz ausgesetzt.

Summer Britcher aus den USA will Taubitz das Leben schwer machen. Die 25-Jährige blieb zwar in der Vorsaison ohne Einzelsieg, war dennoch konstant stark und reihte sich noch vor Eitberger auf dem dritten Platz im Gesamtweltcup ein. Die Amerikanerin weiß um ihre Chance in der wohl spannendsten Saison seit Jahren und wird entsprechend mutig in die Rennen gehen.

Das gilt auch für die Russin Tatjana Iwanowa. Die 28-Jährige wurde in der Saison 2015/16 Zweite in der Gesamtwertung und war lange Zeit die einzige nicht-deutsche Athletin, die ernsthaft um Siege mitfahren konnte. In der Vorsaison wurde sie Fünfte im Gesamtweltcup, siegte beim Einzel in Sigulda und zeigte bei der WM-Staffel in Winterberg, die sie mit ihrer Mannschaft gewann, dass sie eine der schnellsten Rodlerinnen im Weltcup ist.

Die große Überraschung der neuen Saison könnte Viktoria Demtschenko werden. Die Tochter des ehemaligen Weltklasse-Rodlers Albert Demtschenko ließ zum Ende der Vorsaison mit zwei Podestplätzen und ihrem ersten Weltcupsieg aufhorchen. Nimmt die 23-jährige Russin ihre Form mit in die neue Saison, könnte sie eine ernsthafte Anwärterin auf einen vorderen Platz in der Gesamtwertung sein.

Rodeln: Die Favoriten im Weltcup 2019/20 bei den Doppelsitzern

Toni Eggert und Sascha Benecken waren die Dominatoren bei den Doppelsitzern in den vergangenen Jahren. Trotz eines Wadenbeinbruchs von Eggert in der Vorbereitung gewannen die Thüringer in der Saison 2018/19 ihren vierten Gesamtweltcup und untermauerten mit fünf Saisonsiegen und sechs Podestplätzen ihre Vormachtstellung im Weltcup. Der Sieg in der Gesamtwertung geht auch im Weltcup 2019/20 nur über das Duo Eggert/Benecken.  

Rodeln: (von links) Toni Eggert, Sascha Benecken, Tobias Wendl und Tobias Arlt dominieren die Doppelsitzer seit Jahren.

Konkurrenz könnten die Seriensieger der vergangen zwei Jahre wieder aus dem eigenen Land bekommen. Tobias Wendl und Tobias Arlt wurden in der Vorsaison zwar nur Dritte in der Gesamtwertung, haben über viele Jahre ihr Klasse aber eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die mehrfachen Olympiasieger hatten in der vergangene Saison mit ihrer Abstimmung zu kämpfen und waren nicht konstant genug, um Eggert/Benecken in der Gesamtwertung gefährlich zu werden. Dennoch muss man die Oberbayern auch im Weltcup 2019/20 wieder auf der Rechnung haben.

Thomas Steu und Lorenz Koller starteten fulminant in die Vorsaison. Mit zwei Siegen auf ihrer Heimbahn in Innsbruck ließen die Österreicher zu Saisonbeginn aufhorchen, vor allen Dingen in der ersten Saisonhälfte waren Steu/Koller regelmäßig auf dem Podest zu Gast. Um Eggert/Benecken tatsächlich gefährlich zu werden, muss der stärkste nicht-deutsche Doppelsitzer aber konstanter werden. In der zweiten Saisonhälfte ließen Steu/Koller zu viele Punkte auf Eggert/Benecken liegen und wurden so mit deutlichem Abstand Zweiter in der Gesamtwertung. 

Quelle: chiemgau24.de

*chiemgau24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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