Experte Simon:

"60 Prozent aller Olympia-Starter gedopt"

Sotschi - Der Molekularbiologe Perikles Simon prophezeit, dass mehr als die Hälfte der Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi gedopt in die Wettkämpfe gehen werden.

 „Bis zu 60 Prozent aller Olympia-Teilnehmer werden gedopt sein, quer durch alle Sportarten“, sagte Simon am Dienstag in einem Interview des Internetportals t-online.de.

Dabei würden selbst in Fun- oder Trendsportarten Teile der Athleten ihre Leistung auf verbotene Weise steigern. „Es wäre verrückt anzunehmen, dass zum Beispiel im Curling oder im Freestyle nicht gedopt wird“, sagte Simon. Mit pharmakologischen Möglichkeiten könne in allen Sportarten ein leistungssteigernder Effekt erzielt werden. „Deshalb denke ich, dass in Sotschi in allen Sportarten der Leistung auf unerlaubte Art und Weise nachgeholfen wird.“

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Auch die Formkurve der deutschen Starter in Ausdauersportarten wie Biathlon, Eisschnelllauf oder der Nordischen Kombination, die in den letzten Wochen vor Beginn der Winterspiele in den Weltcups für Furore sorgten, betrachtet Simon mit Argwohn. „Ich will keinem etwas unterstellen, aber eine derartige Leistungsexplosion widerspricht eigentlich der Trainingslehre und auch der sportlichen Praxis des gehobenen Jugend- und Junioren-Elitebereichs“, sagte er. Diese noch nicht voll ausgereizten Sportler schafften nicht solche Leistungssprünge. Simon: „Es scheint mir so, als würden die Profis in den ersten Wettkämpfen Leistungsschwäche vortäuschen.“

Bei den XXII. Winterspielen gibt es eine Rekordzahl von 2453 Doping-Kontrollen. In Vancouver 2010 waren es 2149 Tests.

dpa

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