DSV-Damen enttäuschen

Höfl-Riesch ganz schwach vor Olympia

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Maria Höfl-Riesch hat ihre Generalprobe vor Olympia versaut

Kranjska Gora - Die Olympia-Generalprobe hatten sich die deutschen Alpin-Damen ganz anders vorgestellt. Maria Höfl-Riesch musste im Slalom einen 23. Platz wegstecken.

Maria Höfl-Riesch kämpfte sich durch den slowenischen Schneesumpf und versuchte verzweifelt, im Kurs zu bleiben. Sie blieb drin - und war in Kranjska Gora doch so schlecht wie seit über zehn Jahren nicht mehr bei einem Weltcup-Slalom, bei dem sie das Ziel erreichte.

Platz 23 - und das im letzten Rennen vor Olympia in Sotschi, wo Höfl-Riesch ab dem 10. Februar doch um Gold kämpfen will. Entsprechend bedient war sie, äußern wollte sie sich zu ihrem schwarzen Tag nicht mehr. Nur weg, ab nach Hause, packen für Sotschi. Am Dienstag fliegt sie hin.

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Zuvor wollte Maria Höfl-Riesch noch ein letztes gutes Rennen abliefern, wie sie es auch in diesem Winter mit acht Podestplätzen, (drei Siege) schon so oft getan hat. Doch schon der erste Lauf bei schwierigen, für Höfl-Riesch sogar „fragwürdigen“ Bedingungen mit Schneefall war „ein riesengroßer Kampf“ für die Slalom-Olympiasiegerin von 2010, wie sie nach ihrem Ritt über die weiche Piste Podkoren3 sagte: „Da sind richtige Eisknollen rausgebrochen.“

Als Neunte des ersten Durchgangs ging sie ins Finale. Dort wurde sie zwei Mal ausgehoben, wehrte sich nach Kräften gegen das Aus, war aber am Ende nach der schlechtesten Laufzeit die schwächste der fünf Deutschen im Finale.

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Christina Geiger (Oberstdorf) und Barbara Wirth (Lenggries), wie Höfl-Riesch in Sotschi im Slalom am Start, belegten beim ersten Weltcup-Sieg der Schwedin Frida Hansdotter die Ränge 15 und 18. „Es war wirklich schwer. Man musste voll attackieren und durfte nicht zurückziehen. Ich war immer ein bisschen zu früh dran“, sagte Geiger. Susanne Riesch (Partenkirchen) und Lena Dürr (Germering) kamen auf die Plätze 20 und 22.

Im Dezember 2003 war Höfl-Riesch einmal 26. beim Slalom im italienischen Madonna di Campiglio. Seitdem gewann sie neun Torläufe im Weltcup, stand in dieser Disziplin weitere 15 Mal auf dem Stockerl, darunter zwei Mal in diesem Winter, wurde Weltmeisterin und Olympiasiegerin. Doch die Leistungsdichte im Slalom verzeiht keine Fehler, das musste in Kranjska Gora auch Weltmeisterin und Olympia-Favoritin Mikaela Shiffrin erleben. Die Amerikanerin, Führende des ersten Laufs, belegte nach verkorkstem Finale Platz sieben.

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Anders als Shiffrin steigt Höfl-Riesch gleich beim ersten Wettbewerb, der Super-Kombination am 10. Februar, bei Olympia ein - trotz verpatzter Generalprobe als Gold-Favoritin. Zuvor stehen nach der Anreise über Frankfurt/Main ab Donnerstag vier Abfahrtstrainings an. „Das ist ein sehr enger Zeitplan“, sagte sie. So kurz vor Olympia sei der Weltcup in Slowenien „sicher nicht das Beste“ gewesen. Doch es ging ja auch um Punkte im Gesamtweltcup. Acht Zähler brachte ihr Rang 23 ein, 136 Punkte liegt sie jetzt vor Tina Weirather (Liechtenstein).

Viktoria Rebensburg (Kreuth) spielt in der Gesamtwertung nach ihrer langen Erkrankung keine Rolle. Am Samstag wurde der Olympiasiegerin im Riesenslalom wegen Schneefalls auch noch die Generalprobe in ihrer Spezialdisziplin genommen. „Das wäre sicher ein guter Test für sie gewesen“, sagte Cheftrainer Tom Stauffer. Ihren letzten Weltcup fuhr Rebensburg im Riesenslalom Ende Dezember in Lienz/Österreich. „Aber wir haben genügend Trainings in Sotschi, ich denke, das wird keine Rolle spielen“, meinte Stauffer.

SID

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