Reifenkrise

Haug: „Formel 1 ist unregierbar“

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Norbert Haug

Adenau - Der frühere Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat angesichts der Reifenkrise in der Formel 1 die Teams kritisiert. Den Einheitshersteller Pirelli nimmt er in Schutz.

 „Die aktuelle Formel 1 ist unregierbar. Einer schert immer aus, weil er einen Vorteil für sich sieht“, sagte der 60-Jährige im Gespräch mit Bild plus: „Man muss Pirelli verteidigen. Sie sollten Reifen bauen, die schneller abbauen. Das haben sie getan. Und als es Probleme gab und sie neue Reifen bringen wollten, haben sich die Rennställe gegenseitig blockiert.“

Beim Großen Preis von Großbritannien am vergangenen Sonntag war allein im Rennen an vier Boliden der linke Hinterreifen geplatzt, die Sicherheitsdebatte hatte ihren Höhepunkt erreicht. Die Einführung neuer Reifen hatte zuvor nicht die nötige Zustimmung aller Rennställe erhalten. „Wenn es um die Sicherheit geht, darf es keine Kompromisse geben. Das haben alle gerade noch rechtzeitig erkannt“, sagte Haug. Auch Ferrari, Lotus und Force India haben ihren Widerstand mittlerweile aufgegeben.

Pirelli wird beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring am Sonntag (14 Uhr/RTL und Sky) daher überarbeitete Hinterreifen mit Kevlar- statt mit Stahl-Gürtel einsetzen. Für den Großen Preis von Ungarn am 28. Juli kündigte Pirelli zudem den Einsatz von neuen Reifen an.

Angesichts des aktuellen Erfolgs von Mercedes mit zwei Siegen aus den letzten drei Rennen traut Haug seinem früheren Team um Fahrer Nico Rosberg derweil schon in naher Zukunft Großes zu. „Ich habe bereits im Dezember gesagt, dass Mercedes auch ohne mich Weltmeister wird. Und vielleicht früher, als viele das für möglich gehalten haben“, sagte Haug.

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Die gute Entwicklung nach seinem Abgang betrachte er ohne Wehmut und betont auch den eigenen Anteil sowie den von Rekordweltmeister Michael Schumacher. „Wenn einer sagen will, kaum sind Haug und Schumi weg, schon läuft s - kein Problem. Das Auto wurde aber bekanntlich seit Mitte letzten Jahres gebaut. Erfolg hat in der Formel 1 eine lange Vorlaufzeit“, sagte Haug.

sid

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