NBA: Michael Jordan ist zurück

Michael Jordan anno 1997 im Trikot der Chicago Bulls
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Michael Jordan anno 1997 im Trikot der Chicago Bulls

Charlotte/Boston - Der beste Spieler in der Basketball- Geschichte ist zurück - doch statt eines Trikots trägt Michael Jordan nun Anzug und Krawatte.

Als “Big Boss“ soll es Jordan diesmal richten und in Charlotte einen Basketball-Boom auslösen. So wie “Air Jordan“ früher auf dem Parkett die Chicago Bulls zu sechs Meistertiteln in der NBA geführt hat, erhoffen sich die Charlotte Bobcats jetzt vom Businessmann Jordan den Sprung in eine Goldene Zukunft. Für 275 Millionen Dollar hat “His Airness“ in dieser Woche 80 Prozent des Vereins vom gefrusteten Bob Johnson gekauft. Der Vorbesitzer hatte seit 2004 jährlich mehr als zehn Millionen Dollar mit den “Rotluchsen“ verloren, sein Team spielte zuletzt immer öfter in einer halbleeren Halle.

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Dennoch strahlte Jordan bei seiner ersten offiziellen Pressekonferenz als Mehrheitseigentümer und betonte, dass für ihn “ein Traum wahrgeworden“ sei. Zurück in die Zukunft heißt die Mission des 47-Jährigen, der zwar weiterhin in Chicago wohnt, aber so oft es geht beim Team sein will. Er ist der erste Ex-Profi, der die Mehrheit bei einem NBA-Club kontrolliert. “Das ist für mich zweitrangig. Wichtiger ist es, ein erfolgreiches Programm in Charlotte auf die Beine zu stellen“, sagte Jordan, der zuvor bereits Minderheits- Anteilseigner bei den Bobcats und in dieser Funktion für die sportlichen Belange verantwortlich war.

Jordan wuchs in North Carolina auf, führte das College-Team der Universität von North Carolina 1982 zur Meisterschaft. Der Multi- Millionär und Visionär weiß daher, dass die NBA in Charlotte und Umgebung klar im Schatten von College-Basketball, NASCAR und American Football steht. Dennoch gibt sich die einstige Werbe-Ikone zuversichtlich. “Ich mache das hier nicht zur Show. Ich werde ein wesentlicher Teil der Gemeinschaft sein. Es soll ein langfristiges Engagement sein“, erklärte er unmissverständlich.

Landes- und ligaweit wird ihm zugetraut, in Maßanzug und Lackschuhen ebenso erfolgreich zu sein wie früher in Shorts und durchgeschwitztem Trikot - auch wenn sein erstes Engagement als Verantwortlicher bei den Washington Wizards zu Beginn dieses Jahrtausends scheiterte. 2003 wurde Jordan in der Hauptstadt entlassen, nachdem er sich zuvor in einer Doppelfunktion als Spieler und Funktionär verzettelt hatte.

“Ich denke, Michael wird ein großartiger Eigentümer sein. Er wird alles Mögliche versuchen, um die Bobcats erfolgreich zu machen und jede Menge Tickets zu verkaufen“, sagte Mark Cuban, Besitzer von Dirk Nowitzkis Club Dallas Mavericks. “Er hat die Kompetenz und den Willen, dieses Team zu einem wichtigen Teil der Stadt zu machen. Ich denke, er ist zur richtigen Zeit der richtige Besitzer“, ergänzte NBA-Boss David Stern.

Obwohl die Bobcats derzeit Siebter in der Eastern Conference sind und erstmals in der sechsjährigen Vereinsgeschichte die Playoffs erreichen können, rangiert das Team in der Zuschauerstatistik nur an 22. Stelle. Selbst Trainer Larry Brown betonte unlängst, dass man mehr als Jordans Anwesenheit brauche, um Aufmerksamkeit zu bekommen. “Wenn wir guten Basketball spielen, werden die Leute schon kommen. Es liegt an uns, nicht an Michael“, so Brown.

dpa

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