Ausbeutung für Olympia 2014

Sotschi: Mund aus Protest zugenäht

Moskau - Aus Protest gegen die Ausbeutung von Tagelöhnern auf den Olympia-Baustellen von Sotschi hat sich ein russischer Arbeiter den Mund zugenäht.

Der Mann habe sich mit einem Plakat, auf dem er seinen seit Monaten ausstehenden Lohn einforderte, direkt vor dem Olympia-Park der Schwarzmeerstadt postiert, berichteten örtliche Medien am Freitag. Die Polizei nahm den Mann nach kurzer Zeit fest.

Menschenrechtler nannten den Protest „grausam, aber notwendig“. „Mit dieser Verzweiflungstat ist es ihm gelungen, einmal mehr auf die massiven Probleme in Sotschi aufmerksam zu machen“, sagte Semjon Simonow von der Organisation Memorial der Deutschen Presse-Agentur.

Knapp vier Monate vor Beginn der Winterspiele am 7. Februar nähmen die Beschwerden der Arbeiter, aber auch die Repressionen der Behörden gegen die Tagelöhner, massiv zu. „Der Mann, der sich den Mund zugenäht hat, ist Russe und damit trotz seiner Not in einer besseren Lage als Arbeitsmigranten aus (den verarmten zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken) Usbekistan oder Tadschikistan“, meinte Simonow.

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dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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