Löw plagen auch als Weltmeister weiter Selbstzweifel

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Bundestrainer Joachim Löw wird gelegentlich von Selbstzweifeln geplagt. Foto: Daniel Naupold

München (dpa) - Joachim Löw erlebt auch als Weltmeister-Coach weiter Phasen einer inneren Zerrissenheit.

"Ich werde auch jetzt noch ab und zu von Selbstzweifeln geplagt, sei es durch Niederlagen oder auch durch andere Enttäuschungen. Manchmal frage ich mich: Ist das jetzt der richtige Weg?", sagte der Fußball-Bundestrainer in einem Interview dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Er habe es auch erst lernen müssen, überzeugend vor einer größeren Gruppe zu sprechen. "Ein Trainer muss ja nicht nur reden, sondern überlegen, wie er seine Ziele vermittelt. Wen muss ich dafür mitnehmen? Dieses Selbstbewusstsein hat man dann auch nicht immer."

Aktuell grübelt der 54-Jährige über Veränderungen bei der deutschen Nationalmannschaft im Nach-WM-Jahr 2015. "Wir müssen uns ein Stück weit neu erfinden, das ist die Kunst nach solch einem Titelgewinn." Dies müsse man sich vorstellen, "wie in einer Forschungsabteilung eines erfolgreichen Unternehmens". Die sportliche Leitung der Nationalelf sei aber noch in der Findungsphase. Ihn selbst treibt der Ehrgeiz an, wie zuletzt die Spanier eine Fußball-Ära zu prägen.

Insbesondere im Ausland verspürt Löw nach dem WM-Triumph in Brasilien eine gewachsene Anerkennung: "Die Italiener etwa haben uns vorher belächelt. Wenn ich mich in Italien bewegt habe, riefen die Leute mir zu: Balotelli!" Der Angreifer Mario Balotelli hatte im EM-Halbfinale 2012 in Warschau beide Tore für Italien beim 2:1-Sieg gegen Deutschland erzielt. "Jetzt im Sommer war ich in Italien im Urlaub, und die Menschen riefen: Ihr habt es verdient."

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