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Kati Witt fiebert mit und macht Geschäft

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Kati Witt ist bei den Spielen in Vancouver omnipräsent
Kati Witt ist bei den Spielen in Vancouver omnipräsent © dpa

Vancouver - 22 Jahre nach ihrem zweiten Olympiasieg ist Katarina Witt immer noch mit Herzblut dabei. Sie ist das Olympia-Gesicht der ARD, forciert die Münchner Olympia-Bewerbung und kurbelt das Geschäft an.

Sie litt mit der um ihre Mutter trauernden Joannie Rochette, sie fieberte mit Sprungwunder Kim Yu-Na und staunte bei Dreifach-Axel/Doppel-Toeloop: 22 Jahre nach ihrem zweiten Olympiasieg ist Katarina Witt immer noch mit Herzblut dabei. Sie selbst beherrschte zu ihren Eiskunstlauf-Zeiten eigentlich nur zwei dreifache Sprünge, den Toeloop und den Salchow. Doch das ist Ewigkeiten her. “Man darf die Zeiten nicht miteinander vergleichen“, so die 44-Jährige, bei der auf dem glatten Parkett immer das “Gesamtpaket“ stimmte, wie sie es formulieren würde. “Es war viel einfacher als Aktive, man stand im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit, das war eine positive Form von Stress“, sagt Witt.

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Die Disziplin ist geblieben. Dafür braucht die viermalige Weltmeisterin keine Jutta Müller mehr. Der Antrieb kommt von innen. In Vancouver gibt sie sich als “Mrs. Perfekt“: Mit einem persönlichen Betreuer, der die Termine managt, und einem eigenen “Make-up- Artisten“ hat Witt ihre eigene Entourage. Sie ist manchmal 20 Stunden auf den Beinen, frühstückt auf die Schnelle beim ersten Termin und stöhnt eigentlich nie. Sie ist das Gesicht der ARD bei diesen Winterspielen, forciert die Münchner Olympia-Bewerbung und kurbelt nebenbei das Geschäft an: “Ich bin nach meinem Rücktritt nicht in ein Loch gefallen. Es geht immer weiter, man muss nur aktiv und fleißig sein. Ich warte nicht, bis mir etwas auf dem Silbertablett serviert wird.“

Die einstige “Carmen“ von Calgary liebt das Rampenlicht wie Boris Becker und Franziska van Almsick. Dafür arbeitet sie akribisch an ihrem Image. “Ich habe viel Prügel einstecken müssen für meine amerikanische Art und Lockerheit“, erzählt sie offen, “aber ich war mein ganzes Leben lang ernst.“ Sie versuche eine gewisse Leichtigkeit zu verbreiten, mit ihren eigenen Problemen will sie die anderen nicht belasten. Ihr Privatleben ist seit Jahren tabu, sie hat schlechte Erfahrungen gemacht mit allzu taktlosen Fragestellern. Ihr Managerin ist seit Jahrzehnten dieselbe, Witt schwört auf sie und fühlt sich ganz gut abgeschirmt von allzu drängelnden Fragen nach Partner und Kindern.

Die erfolgreichsten Deutschen bei Olympia

In der Olympia-Stadt gibt sie gewaltig Gas, es geht auch um die Positionierung für die nächsten Jahre. “Die Münchner Bewerbung ist eine ernsthafte Geschichte, die Winterspiele sind ein gesamtdeutscher Traum“, sagt die einstige Eiskönigin. “Bei der Fußball- Weltmeisterschaft 2006 waren die Deutschen selber überrascht und berauscht, ich glaube, dieses Gefühl können wir mit Spielen im eigenen Land rüberbringen.“ Die Bedeutung, die Franz Beckenbauer bei der WM-Bewerbung spielte, würde sie gern für die Spiele 2018 einnehmen. “Es ist noch ein Jahr Arbeit, da möchte ich mich mit jeder Minute einbringen, die ich habe“, sagt die überzeugte Olympionikin.

Die Herren im IOC scheinen begeistert vom Charme der Sächsin. Doch nicht nur die ältere Generation ist von der Energie geladenen Millionärin fasziniert: Alle paar Meter wird sie auf den Straßen in Vancouver angesprochen, viele erinnern sich im Eislauf verrückten Gastgeberland an Calgary 1988. Angeblich würde jeder zweite Kanadier sie immer noch heiraten wollen. “Ist das nicht niedlich?“, fragt sie, lacht und errötet sogar leicht.

dpa

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