Ski-Star hadert

Höfl-Riesch: "Das ist nicht mein Anspruch"

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Maria Höfl-Riesch ist unzufrieden

Beaver Creek/Lake Louise - Der Auftakt der Speed-Saison lief für Maria Höfl-Riesch alles andere als wunschgemäß. Doch die Doppel-Olympiasiegerin glaubt fest an baldige Besserung.

Das letzte Rennen in Beaver Creek war noch gar nicht gefahren, da hatte Maria Höfl-Riesch gedanklich schon mit dem Ort der nächsten WM abgeschlossen. „Das ist nicht mein Anspruch“, sagte die 29-Jährige über ihre Plätze sieben und acht bei Abfahrt und Super-G auf der schwierigen „Raptor“-Piste, auf der die Schweizerin Lara Gut ihre Saisonsiege Nummer zwei und drei feierte: „Ich hoffe, dass ich es in Lake Louise besser zeigen kann.“

Nach dem abschließenden Riesenslalom am Sonntag in Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado ist Kanada die nächste Station für den Frauen-Weltcup, dort stehen ab kommendem Freitag drei weitere Speed-Rennen an. Der „Men“s Olympic Downhill„ in Lake Louise, da ist sich Höfl-Riesch sicher, `kommt mir um einiges mehr entgegen“. Die neugeschaffene Strecke am Biberbach, Austragungsort der WM 2015, war dagegen nicht ihr Ding.

„Das ist ein steiler Hang mit schwierigen Kurven, und dazu kamen viele Licht-Schatten-Wechsel. Da hatte eh jede zu kämpfen“, sagte Höfl-Riesch. Sie selbst habe sich „schwer getan“. Große Lust, ihre Karriere bis zur WM 2015 auf der „Raptor“ fortzusetzen, dürften ihr die Rennen kaum gemacht haben.

Auch der Rest der von Verletzungen und Krankheiten geschwächten deutschen Mannschaft blieb unter seinen Möglichkeiten. Viktoria Rebensburg (Kreuth), die noch immer mit den Nachwirkungen einer Virusgrippe zu kämpfen hatte, belegte im Super-G Rang 13, Veronique Hronek (Unterwössen) Platz 16. „Die Teamleistung war nicht das, was wir uns versprochen haben. Wir sehen das schon kritisch“, sagte ein zerknirschter DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier: „Wir müssen bei den nächsten Rennen zulegen, das ist uns bewusst.“

Besonders den Super-G von Höfl-Riesch sah Maier mit kritischem Blick. „Die Maria hätte ein bisschen mehr aus ihrem Potenzial machen können. In dem technisch schwierigen Teil, der ihr als Technikerin doch eigentlich entgegenkommen müsste, hat sie nicht das gebracht, was man sich versprochen hat.“

Höfl-Riesch hatte sich derweil eine dicke, schwarze Sonnenbrille tief ins Gesicht gedrückt und versuchte zu lächeln. „Da ist sicher noch Luft nach oben. Aber ich versuche, es positiv zu sehen“, sagte sie: „Es waren keine guten Fahrten, trotzdem bin ich einigermaßen dabei. Abhaken - und weiter geht“s.„ Auf nach Kanada!

Dort hatten die deutschen Männer beim Auftakt der Speed-Saison in Lake Louise einen kleinen Lichtblick: Rang elf von Tobias Stechert (Oberstdorf) bei der Abfahrt war `sehr anerkennenswert“, sagte Maier. „Das war kein leichtes Rennen“, ergänzte er angesichts der schwierigen Verhältnisse mit Schneefall und sehr schlechter Sicht, „deshalb war es ein sehr gutes Comeback von Tobi“.

Stechert hatte vor einem Jahr, kurz nach Rang fünf und dem besten Weltcup-resultat seiner karriere in Lake Louise, eine schwere Knieverletzung erlitten. Überhaupt war die gesamte deutsche Speed-Mannschaft nach einem verheißungsvollen Start 2012 bald arg von Verletzungen gebeutelt. „Ich bin froh, dass die Jungs den Abfahrtssport überhaupt wieder in Angriff nehmen können“, sagte Maier deshalb.

Die Plätze 31, 49 und 59 von Josef Ferstl (Hammer), Stephan Keppler (Ebingen) und Andreas Sander (Ennepetal) beim Sieg des Südtirolers Dominik Paris fielen für den Alpinchef daher nicht negativ ins Gewicht. „Ich bin davon überzeugt“, sagte Maier mit Blick auf Stechert, „dass der ein oder andere nachziehen kann, wenn wir eine Galionsfigur haben, die vorne ein bisschen mitfährt.“

sid

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