Fünf Lehren aus dem Großen Preis von Malaysia

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Sebastian Vettel ist mit seinem Ferrari schneller als das Mercedes-Duo. Foto: Diego Azubel

Kein Wolkenbruch, keine schweren Crashs, keine spektakulären Überholmanöver. Trotzdem hat der Große Preis von Malaysia für Schlagzeilen gesorgt. Dank des ersten Siegs von Sebastian Vettel im Ferrari war es sogar ein historisches Rennen.

Sepang (dpa) - Nach nur zwei Saisonläufen müssen einige vor der Saison noch scheinbar unumstößliche Tatsachen schon revidiert werden. Für die favorisierte Mercedes-Mannschaft wird die Titelverteidigung doch nicht so einfach.

Ferrari hat mit seinem neuen Star Sebastian Vettel schneller als gedacht gewonnen. Aber es hat sich auch einiges bestätigt. Fernando Alonso stehen durch seinen Wechsel zu McLaren-Honda verdammt harte Zeiten bevor. Und kein Rekord hält im schnellsten Sport der Welt ewig. Max Verstappen ist im doppelten Sinn das jüngste Beispiel dafür.

LEHRE I: Mercedes ist doch schlagbar

Damit hatte kaum jemand gerechnet: Statt einer Siegesserie wie im Vorjahr wurden die scheinbar unschlagbaren Silberpfeile schon beim zweiten Saisonrennen gestoppt. In der Qualifikation hatte es sich angedeutet, dass Lewis Hamilton und - vor allem - Nico Rosberg im Rennen Probleme bekommen könnten. Aber dass Sebastian Vettel dank der cleveren Ferrari-Strategie und der besseren Hitzeverträglichkeit seiner "Eva" gleich relativ locker gewinnt, war dann doch eine - zumindest kleine - Sensation.

LEHRE II: Noch keine Änderung der Formel-1-Hierarchie

Ferrari hat den Abstand auf Mercedes definitiv verkürzt. Aber trotz der tollen Vettel-Vorstellung sind die Roten noch nicht auf dem gleichen Level. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff kündigte siegessicher für den nächsten Lauf in Shanghai Revanche an. Dort sind die Wetterbedingungen und die Streckencharakteristik anders als in Sepang. Auch Vettel sieht die Silberpfeile trotz seines Malaysia-Coups beim Großen Preis von China wieder in der Favoritenrolle.

LEHRE III: Vettel kann ein echter WM-Herausforderer werden

Das hat er eindrucksvoll bewiesen. Anders als im Vorjahr müssen die beiden Titelkandidaten Hamilton und Rosberg nun einen Konkurrenten beachten. 2014 hatte sich schnell abgezeichnet, dass der Rest im WM-Rennen keine Rolle spielen wird. Vettel könnte aus dem Zweikampf einen Dreikampf machen.

LEHRE IV: Fernando Alonso drohen schwere Zeiten

Der zweimalige Champion muss viel Geduld mitbringen. Ob der McLaren-Honda in dieser Saison überhaupt richtig ins Rollen kommt, lässt sich derzeit schwer einschätzen. Alonso steht ein Lehrjahr mit vielen weiteren harten Prüfungen bevor. Dabei musste er schon viel ertragen: Erst die schwere Gehirnerschütterung nach dem Testcrash in Barcelona, dann der deshalb verpasste Saisonauftakt in Australien und nun das frühe Aus wegen eines Defektes an der Kühlung.

LEHRE V: Beim Nachwuchs tut sich was

Nicht nur Max Verstappen (17) hat mit seinem Rekord als jüngster Pilot in den Punkten für Furore gesorgt. Sein drei Jahre älterer Toro-Rosso-Teamkollege Carlos Sainz jr. fuhr sogar schon zum zweiten Mal in die Punkte. Auch der dritte Saison-Neuling Felipe Nasr (22) überzeugte bislang, auch wenn es im Gegensatz zu seinem furiosen Debüt in Melbourne in Malaysia nicht zu einem Punkt reichte. Daniil Kwjat (20), Vettels Nachfolger bei Red Bull, gehört ebenfalls zu den vielversprechenden Nachwuchskräften. Der Russe punktete in Sepang.

Strecken-Informationen

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