Brandbrief

Friseur-Verband kritisiert Frisuren der Fußball-Stars im Lockdown - Appell an Vorbild-Funktion

Der Friseur-Verband kritisiert die Fußball-Stars aus der Bundesliga für ihre frischen Frisuren im Lockdown. Der Brandbrief an den DFB enthält einen klaren Appell.

Hamm - Der Lockdown trifft Deutschland hart. Zur Eindämmung des Coronavirus gelten in Nordrhein-Westfalen wie im gesamten Land harte Regeln und starke Einschränkungen. Betroffen sind auch Friseure, die ihre Dienstleistung nicht ausüben dürfen. Salons sind geschlossen. (News zum Coronavirus)

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Friseur-Verband kritisiert frische Frisuren von Fußball-Stars in der Bundesliga

Dennoch sind im TV immer wieder Bilder von Personen mit frischen Frisuren zu sehen. Kurze Seiten, und auch der Rest immer top gestlyt. Oft zu beobachten ist dieses „Phänomen“ - in Zeiten von Corona und Lockdown darf das sicher als solches bezeichnet werden - bei Profi-Fußballern in der Bundesliga.

Ein Aspekt, dem auch der Zentralverband Friseurhandwerk nicht entgangen ist. Daher appellierte die Interessenvertretung des Friseurhandwerks in Deutschland nun in einem offenen Brief an die Vorbild-Funktion des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Corona-Lockdown. Adressiert sind die Worte an DFB-Präsident Fritz Keller.

„Mit großer Verwunderung mussten wir daher an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußballprofis sich mit frischgeschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte: Einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen. Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können“, heißt es in dem Schreiben des Zentralverbandes Friseurhandwerk.

Friseur-Verband kritisiert: Fußball-Stars setzen gesamte Branche unter Druck

Damit würden die frisch frisierten Fußball-Stars „eine gesamte Branche unter Druck“ setzen. Immerhin seien viele Friseur-Betriebe in ihrer Existenz bedroht, „Beschäftige und Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber müssen derzeit mit Kurzarbeitergeld oder ganz ohne Einkommen zurechtkommen“, schreibt die Organisation.

Und weiter: „Der Unmut gegenüber topgestylten Fußballern, und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst.“ Denn auch zu Hause ist der Besuch von Friseuren verboten - auch für Profi-Fußballer.

Es sei ein großes Privileg, dass der Profi-Fußball während der Corona-Pandemie weiter stattfinden dürfe. „Wir appellieren daher an Sie und den DFB: Zeigen Sie in Zeiten wie diesen Solidarität und setzen Sie mit uns ein Zeichen gegen Schwarzarbeit. Lassen Sie uns den Weg der Pandemiebekämpfung gemeinsam gehen.“

Friseur-Verband appelliert an Fußballer: Zeigt Solidarität

Harald Esser, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, unterstrich im Gespräch mit der dpa: „Die Friseure sind seit dem 16. Dezember im Lockdown, und wir möchten etwas Solidarität haben. Sie dürfen Fußball spielen, sie gehen ihrem Beruf nach. Und man schaut hin.“

Die Tatsache, dass Fußballer immer wieder mit frischen Frisuren auffallen würden, sei schon seit Längerem ein Thema unter den Kollegen, erklärte Harald Esser: „Und ich denke, wir wollen diese Solidarität, dass sie auch nach außen hin in dieser Zeit eine gewisse Friseur-Abstinenz demonstrieren. Es ist verboten!“ Ein privater Friseur-Besuch ist im Sommer bereits BVB-Profi Jadon Sancho zum Verhängnis geworden - er wurde von der DFL für diesen Fehltritt betraft.

Im aktuellen Corona-Lockdown gelten auch in NRW generell mehrere Regeln und Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Mit einem schnellen Ende des Lockdowns ist nach den jüngsten Aussagen von Kanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eher nicht zu rechnen. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Bernd Thissen

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