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Friesinger: Letzte Chance kläglich vergeben

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Anni Friesinger-Postma hatte sich Medaillenchancen ausgerechnet
Anni Friesinger-Postma hatte sich Medaillenchancen ausgerechnet © dpa

Richmond - Schluss, aus und vorbei: Anni Friesinger-Postma hat in Richmond auch die letzte Chance auf eine olympische Einzelmedaille kläglich vergeben. Die Enttäuschung ist riesengroß:

Mit großen Hoffnungen ins Rennen gegangen, belegte die Weltmeisterin am Sonntag (Ortszeit) über 1500 Meter in 1:58,67 Minuten nur den neunten Platz. Vor zwei Tagen war sie nach einem Stolper-Rennen über 1000 Meter sogar nur 14. geworden. Die letzte Chance auf Edelmetall hat sie nun im Team-Rennen zum Ausklang der Spiele. “Es lief gar nicht“, sagte Friesinger enttäuscht. “Hintenraus war's so schwer. Ich würde gerne, aber du hast einfach nicht die Power.“

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Vor 7000 Zuschauern im Richmond Olympia Oval siegte Ireen Wüst in 1:56,89 Minuten und sorgte damit für das dritte Olympia-Gold der Niederländer bei den Winterspielen. Silber und Bronze gingen an Kanadierin Kristina Groves und die Tschechin Martina Sablikova. Die Erfurterin Daniela Anschütz-Thoms verpasste als Zehnte ebenso wie Friesinger erneut Edelmetall, hat aber noch die Chance über 5000 Meter, Monique Angermüller (Berlin) wurde 13. “Wir würden so gerne, aber wir sind powerlos“, klagte Friesinger. “Unser Eislaufen läuft nicht so. Das ist leider so.“

Die Arme auf ihre Knie gestützt, schüttelte Friesinger nach ihrem Rennen ratlos den Kopf und suchte Blickkontakt zu ihrem Trainer Gianni Romme. Erneut waren alle ihre Hoffnungen in nur knapp zwei Minuten geplatzt. 2002 war sie auf dieser Distanz Olympiasiegerin.

“Es müsste schon ein kleines Wunder passieren, damit ihre Träume noch aufgehen“, hatte Bundestrainer Markus Eicher vor dem Rennen Friesingers vorausgesagt. Zu groß waren die Trainings-Defizite des Glamour Girls im zurückliegenden Winter. Nach ihrem Innenbandriss im Knöchel und dem bei Belastung immer wieder dick werdenden Knie hatte ihr auch noch eine Schweinegrippe Rückschläge verpasst, die sie nicht mehr kompensieren konnte.

Dennoch hatte sich Friesinger immer wieder aufgerappelt und die Medaille weiter als Zielstellung ausgegeben. “Wenn ich die Chance nicht gesehen hätte, wäre ich nicht gestartet“, kündigte sie demonstrativ an. Mut hatte ihr auch Ehemann Ids Postma zugesprochen, der sein Olympia-Gold über 1000 Meter in Nagano auch erst im dritten Anlauf erkämpft hatte.

Wie viele Athleten, so hatte auch Friesingers Trainer Gianni Romme im Vorfeld das schwere Eis im Oval kritisiert. Einen Grund für den Strauchler über 1000 Meter hatte aber der Niederländer auch bei der Video-Analyse nicht ausmachen können. “Es gibt viele Möglichkeiten. Das kann ein winziger Bruch im Eis gewesen sein, da kommst Du aus dem Gleichgewicht und alles ist aus“, räumte er ein.

Die allerletzte Hoffnung, auch von ihren vierten Olympischen Spielen eine Medaille mitzubringen, hat Friesinger-Postma nun im Team-Rennen. Bislang ist aber noch nicht geklärt, ob sie den Auftakt im Stammtrio am Freitag bestreitet. Dies entscheidet Bundestrainer Markus Eicher erst nach dem 5000-Meter-Rennen am Mittwoch, in dem die anderen drei Kandidatinnen um die Silber dekorierte Stephanie Beckert beteiligt sind.

dpa

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