Gemeinsame Sache für Medaille bei Ski-WM

Neureuther und Co. wie die Drei Musketiere

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Felix Neureuther.

Vail - Im Team-Wettbewerb gehört die deutsche Mannschaft zu den Medaillenanwärtern: Felix Neureuther will einen guten Start in die WM, Viktoria Rebensburg endlich eine Medaille.

Vail - Normalerweise verfolgen sie eigene Interessen, diesmal gilt für Felix Neureuther, Fritz Dopfer und Viktoria Rebensburg das Motto der drei Musketiere: Einer für alle, alle für einen. Denn nach einer Woche ohne Medaille bei der Ski-WM in Vail und Beaver Creek dürfen die deutschen Rennläufer am Dienstag auf den ersten Erfolg hoffen: im Team-Wettbewerb. Und Neureuther sagt lapidar: „Es geht um Medaillen. Man hat sie, oder man hat sie nicht. `

Dann schon lieber: Man hat sie. Bei der WM-Premiere 2005 in Bormio wurde noch unter einem wirren Modus gefahren, immerhin kam die damalige deutsche Mannschaft damit am besten zurecht: Neureuther hat deswegen eine goldene WM-Medaille daheim. Vor zwei Jahren in Schladming gab es die Bronzemedaille für das deutsche Team mit Maria Höfl-Riesch, Lena Dürr, Dopfer und Neureuther. Vor 45.000 ausflippenden Österreichern, die am Ende einen Heimsieg bejubelten, ging richtig die Post ab.

Neureuther findet den Team-Wettbewerb großartig, es komme schließlich im alpinen Ski-Rennsport `nicht so oft vor, dass man als Team sein Land vertreten darf“. Er verfolgt freilich auch ein wenig eigene Interessen. Es ist der erste Wettbewerb für ihn, „da kann man schon mal reinkommen in die WM - und auch mal abchecken, wie die Gegner so drauf sind.“ Rivale Marcel Hirscher ist schon mal gut drauf, er stieg mit Gold in der Super-Kombination in die WM ein.

Die Österreicher sind Titelverteidiger, die Mannschaft um Hirscher, der am Sonntag ein wenig überraschend sein zweites WM-Einzel-Gold gewann, ist die am besten besetzte. Dennoch ließen die Österreicher zuletzt keine Chance aus, Neureuther, Dopfer und Rebensburg als unbesiegbare Übermacht hinzustellen. „Ein plumper Versuch, uns die Favoritenrolle zuzuschieben“, sagt der DSV-Männer-Cheftrainer Mathias Berthold, ein Österreicher: „Oder die sagen das so, aber denken anders.“

Aufstellung noch unklar

Allerdings: Verstecken muss sich die deutsche Mannschaft in diesem Wettbewerb, der seit 2011 als Parallel-Riesenslalom Frau gegen Frau und Mann gegen Mann (jeweils zwei mal pro K.o.-Runde) ausgefahren wird, auf keinen Fall. „Alles ist möglich“, sagt der nicht zu Übertreibungen neigende Dopfer, „wir sind eine schlagkräftige Truppe, die um die Medaillen mitfahren kann.“ Zu Beginn des Team-Wettbewerbs treffen die Deutschen im Viertelfinale wohl auf Norwegen.

Die deutsche Aufstellung ist noch nicht ganz klar, weil sich Dopfer, vor zwei Jahren die tragende Säule der Mannschaft, im Traingslager vergangene Woche in Park City im US-Bundesstaat Utah am Rücken verletzt hat. Sein Start entscheidet sich erst am Dienstag (Wettbewerbsbeginn 22.15 Uhr MEZ). „Die Tendenz“, sagt Dopfer über seine Gesundung, „geht in die richtige Richtung.“ Im Zweifelsfall wird er sich auf den Riesenslalom (Freitag) und den Slalom (Sonntag) konzentrieren.

So richtig heiß auf den Team-Wettbewerb, in dem Veronique Hronek die zweite Frauenstelle besetzen wird, ist Viktoria Rebensburg. In Schladming durfte sie nicht mitfahren, unter anderem weil der Kurs ein Parallel-Slalom war und der Hang extrem steil. Weil im Anschluss der Riesenslalom danebenging, ist sie bis heute ohne WM-Medaille. Der Team-Wettbewerb in Vail ist nach den Enttäuschungen in Super-G und Abfahrt nun ihre große Chance, das endlich zu ändern.

Eine Medaille ist schließlich eine Medaille.

SID

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