DSV-Kombinierer wollen WM-Fluch im Team besiegen

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Johannes Rydzek blieb nach seinem Einzel-Triumph nicht viel Zeit zum feiern. Foto: Fehim Demir

Falun (dpa) - Viel Zeit zum Feiern blieb Johannes Rydzek nicht. Nach seinem WM-Triumph in der Nordischen Kombination stieß der Oberstdorfer mit den Technikern und Teamkollegen kurz auf das erste Gold seiner Karriere an, dann galt die volle Konzentration sofort dem Teamwettbewerb am Sonntag.

"Der Sieg beflügelt natürlich. Ich denke, wir können mit breiter Brust in den Wettkampf gehen", sagte Rydzek. Der mit 23 Jahren Jüngste im DSV-Quartett freut sich ganz besonders auf den Showdown mit Olympiasieger Norwegen, Titelverteidiger Frankreich sowie Österreich und Japan. "Im Mannschaftswettbewerb herrscht ein ganz anderer Spirit. Da startet man zu viert und nicht nur für sich selbst und rückt noch enger zusammen", erzählte er.

Der letzte WM-Titelgewinn in der Mannschaft liegt bereits 28 Jahre zurück. Damals war noch der heutige Bundestrainer Hermann Weinbuch dabei. Seither gab es viele Medaillen, dazu Dramen und Tränen - aber nie mehr Gold. Diesen Fluch wollen Weinbuchs sportliche Erben endlich besiegen. "Unser Anspruch ist klar: Wir können hier ganz oben stehen. Das ist das Ziel", redete Eric Frenzel Klartext. Der Olympiasieger dürfte nach seinem vierten Platz im Einzel besonders heiß sein.

Auch Weinbuch sieht die Zeit gekommen. "Wir haben eine starke Mannschaft, um was zu gewinnen, und wollen unsere Chance nutzen. Wir haben jetzt den Weltmeister im Rücken, das sollte uns noch mehr Lockerheit und Angriffslust geben, um vielleicht den Titel zu holen", erklärte der Chefcoach.

Neben Rydzek und Frenzel werden Fabian Rießle und wohl Tino Edelmann das deutsche Quartett komplettieren. "Mir haben alle gut gefallen. Fabian ist stark gelaufen, beim Springen kann er noch etwas drauflegen", sagte Weinbuch über Rießle, der im Einzel Neunter wurde, und ergänzte: "Mit Tino war ich auch zufrieden."

Edelmann hat daheim bereits vier mit dem Team erkämpfte WM-Silbermedaillen im Schrank liegen. Der Thüringer war auch vor zwei Jahren dabei, als in Val di Fiemme nur Rang sechs heraussprang. "Da hat es uns auf der Schanze komplett vom Winde verweht, der Wettkampf war einfach nicht in Ordnung. Bei den anderen Anläufen hat es immer knapp nicht gereicht", sagte Edelmann im Rückblick.

Kein Wunder, dass er es jetzt endlich wissen will. "Wenn jeder seine Topleistung bringt, können wir Gold gewinnen", sagte der 29-Jährige und versprach: "Ich werde alles dafür geben, dass es dieses Mal reicht."

Rießle, der zwar im Vorjahr bei Olympia zweimal Edelmetall gewann, aber noch nie eine WM-Medaille, hat ebenfalls Gold im Sinn. "Seit ich denken kann, beißen wir uns daran die Zähne aus. Das ist ein großes Ziel. Wenn alle vier einen Supertag haben, Super-Ski und ein bisschen Glück, können wir das packen", sagte er.

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