Drei Tage nach Olympia in Sotschi

Gay-Games in Moskau geplant

+
So freizügig zeigten sich einige Thailänder bei der Eröffnungsfeier der Gay-Games 2010 in Köln.

Moskau - Neue Provokation gegen Wladimir Putin: Kurz nach Olympia in Sotschi will die russische Sport-Vereinigung der Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen (LGBT) „Gay Games“ in Moskau ausrichten.

Sie sollen vom 26. Februar bis 2. März stattfinden. Eine direkt vor dem Auftakt der Spiele (7. bis 23. Februar) geplante Christopher-Street-Day-Parade war am generellen Demonstrationsverbot gescheitert, das die russische Regierung unter Präsident Putin über die Olympiastadt verhängt hatte.

Wiktor Romanow, Vorsitzender der russischen Sport-Vereinigung LGBT (lesbian, gay, bisexual, transgender), sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP: „Sportler, Offizielle und Journalisten sind willkommen. Sie können uns aus Sotschi kommend gerne unterstützen.“

Romanow versicherte, die Veranstaltung werde nicht das Gesetz von Putin brechen, das vor allem die Propaganda durch Homosexuelle gegenüber Minderjährigen verbiete. Seine Erklärung klingt jedoch nicht ganz überzeugend: „Das Gesetz betrifft uns nicht. Wir machen keine Propaganda für Homosexualität, nur für Sport und gesunden Lebensstil. Wir brechen kein Gesetz.“

Die Organisatoren wollen laut Romanow das Sportministerium, die Stadt Moskau und die Polizei über ihre geplante Veranstaltung erst noch informieren. Die Gruppe, die als nicht-kommerzielle Organisation registriert ist, hat in den vergangenen Jahren Events für einige hundert Mitglieder veranstaltet. Romanow, ein früherer Ermittler, hatte die Organisation zusammen mit dem Hochschullehrer Konstantin Jablonsky nach der Teilnahme an den Gay Games 2010 in Köln gegründet.

Eine Sportlerin, die in Sotschi startet, hat laut Romanow in einer Video-Botschaft mitgeteilt, sie unterstütze die Gruppe und komme zu dem Event. Russischen Olympiateilnehmern sei jedoch verboten worden, LGBT zu unterstützen.

SID

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare