Biathletinnen auch ohne Medaille nicht enttäuscht

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Laura Dahlmeier hatte Pech und verpasste diesmal das Podium knapp. Foto: Ralf Hirschberger

Kontiolahti (dpa) - Laura Dahlmeier wollte sich über den einen Fehler, der das mögliche Gold bei der Biathlon-WM kostete, nicht ärgern.

"Leider sind zwei Fehler bei einem so schießlastigen Wettbewerb wie dem Einzel zu viel. Das ist schade und ärgerlich, aber ich bin mit Platz sechs auf alle Fälle zufrieden."

Beim Überraschungssieg der Russin Jekaterina Jurlowa über die 15 Kilometer in Kontiolahti schaffte es Franziska Hildebrand als Zehnte ebenfalls in die Top Ten. Luise Kummer lieferte in ihrem ersten Einzelrennen bei der Biathlon-Weltmeisterschaft eine gute Vorstellung ab und wurde 25., Vanessa Hinz landete auf Rang 44.

Damen-Bundestrainer Gerald Hönig stellte vor der Staffel am Freitag fest: "Das war kein schlechtes Rennen. Wir können mit dem Ergebnis auch mannschaftlich leben."

Dritte im Klassiker wurde die Finnin Kaisa Mäkäräinen, die sich nach zwei Schießfehlern dank einer bärenstarken Schlussrunde ihre erste Medaille bei der Heim-WM holte. "Ich bin glücklich, dass ich einen guten Tag erwischt habe", sagte sie. Darja Domratschewa, die Mitfavoritin aus Weißrussland, ging erneut leer aus.

Gefasst war Gabriela Soukalova geblieben, als Jekaterina Jurlowa mit der hohen Startnummer 93 ihr das scheinbar sichere WM-Gold noch vor der Nase wegschnappte. "Ich bemerke das jetzt erst", sagte die Tschechin während des vermeintlichen Siegerinterviews. Im Scheinwerferlicht setzte sie dann ihr schönstes Lächeln auf und sagte: "Ich habe Silber, das ist doch großartig."

Später erzählte die 30 Jahre alte Jurlowa, die noch nie ein Weltcuprennen gewonnen hat, dass ihr Papa ihr den Coup nach Platz drei bei der Europameisterschaft prophezeit habe. "Ich dachte, der spinnt." Dahlmeier fehlten am Ende 40,5 Sekunden auf die Siegerin, die als einzige unter den 105 Starterinnen fehlerfrei geblieben war.

Drei Tage nach Silber in der Verfolgung war Dahlmeier mit Chancen ins Rennen gegangen, erste deutsche Weltmeisterin seit Magdalena Neuner 2012 (Sprint) zu werden. Die Rekord-Weltmeisterin hatte vor dem Rennen mit einer Videobotschaft in der ARD ihrer früheren Trainingskollegin noch viel Glück gewünscht und zum WM-Silber in der Verfolgung gratuliert.

Doch Dahlmeier, mit 91 Prozent Trefferquote die beste Schützin im Weltcup, patzte am Schießstand in den ersten beiden Einlagen zweimal. Und das obwohl sich die zuvor veröffentlichte Unwetterwarnung unweit des Höytiäinen-Sees zum Glück nicht bewahrheitete und der berüchtigte Wind von Kontiolahti nicht wie in den Rennen zuvor zum Zünglein an der Waage wurde.

Die Französin Marie Dorin Habert, Doppel-Weltmeisterin von Kontiolathi, hatte auf einen Start verzichtet. Die junge Mutter wollte sich für den Staffel-Wettbewerb am Freitag und den Massenstart am Sonntag schonen. Der deutsche Bundestrainer Gerald Hönig verordnete Geburtstagskind Franziska Preuß im kräftezehrenden Einzel eine Pause.

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