Davis Cup

Haas und Kohlschreiber besiegeln Viertelfinal-Einzug

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Die deutsche Mannschaft mit Florian Mayer, Philipp Kohlschreiber, Tommy Haas, Andre Begemann und Daniel Brands (v.l.) jubelt nach dem Doppel-Sieg über Spanien.

Frankfurt/Main - Philipp Kohlschreiber und Tommy Haas haben den Einzug der deutschen Tennis-Herren ins Viertelfinale des Davis Cups perfekt gemacht.

Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber lagen sich nach dem Tiebreak-Krimi von Frankfurt in den Armen, auf der Tribüne spendete Boris Becker frenetischen Applaus: Das deutsche Davis-Cup-Team hat im Schnelldurchgang Spanien besiegt und steht erstmals seit drei Jahren wieder im Viertelfinale des bedeutendsten Mannschafts-Wettbewerbs im Tennis.

Für das vorzeitige Weiterkommen sorgte ausgerechnet die Überraschungs-Paarung Haas/Kohlschreiber (Los Angeles/Augsburg), die bei ihrem ersten gemeinsamen Doppel-Auftritt gleich die Masters-Gewinner Fernando Verdasco/David Marrero mit 7:6 (7:5), 6:7 (9:11), 7:6 (9:7), 6:3 bezwang. „Wir haben ein Top-Doppel bezwungen, besser geht es wirklich nicht. Da waren so viele Emotionen drin, das war unglaublich“, sagte Haas bei ran.de, während Kohlschreiber meinte: „Wir haben uns gegenseitig gepusht und eine Klasse-Vorstellung abgeliefert.“

Damit sorgte das deutsche Duo bereits vor dem abschließenden Tag für eine uneinholbare 3:0-Führung gegen den fünfmaligen Titelträger aus Spanien, der allerdings auf Branchenführer Rafael Nadal und den Weltranglisten-Fünften David Ferrer verzichten musste.

Nach 3:25 Stunden verwandelten Haas/Kohlschreiber ihren ersten Matchball mit einem Servicewinner und ließen sich danach von den 5000 Zuschauern in der ausverkauften Arena feiern. Die gesamte Mannschaft tanzte auf dem Court Ringelreihen und schwenkten die schwarz-rot-goldene Flagge.

Als Gewinner durfte sich auch Teamkapitän Carsten Arriens fühlen, der anstelle von Daniel Brands (Deggendorf) überraschenderweise Kohlschreiber neben Haas im Doppel aufstellte. Die Beiden sind nicht gerade als beste Freunde bekannt, harmonierten bei ihrem Debüt aber sensationell gut.

Immer wieder klatschten sich der 35-jährige Haas, der wegen den Folgen einer Schulterverletzung am Freitag nicht im Einzel eingesetzt worden war, und Kohlschreiber (30) nach gelungenen Ballwechseln ab. Auf der Tribüne zeigten sich Becker und DTB-Präsident Karl Altenburg beeindruckt von der neuen Kombination. „Das war eine ganz starke Leistung“, sagte der ehemalige Davis-Cup-Sieger Becker.

Haas und Kohlschreiber erlebten dabei auf dem schnellen Rebound-Ace-Hartcourt ein Wechselbad der Gefühle. Zu Beginn wehrten sie drei Satzbälle ab und entschieden den Auftaktdurchgang trotzdem für sich, als Marrero ein Doppelfehler unterlief. Eine Vorentscheidung misslang dann allerdings, als sie im Tiebreak des zweiten Durchgangs zwei Satzbälle nicht nutzen konnten und den 1: 1-Ausgleich hinnehmen mussten.

Doch angefeuert von den Zuschauern forcierten Haas und Kohlschreiber weiter den Druck. Die Entscheidung im vierten Satz fiel, als den Gastgebern das Break zum 3:1 gelang.

Zuletzt hatte das DTB-Team 2011 im Viertelfinale gestanden, war dort aber an Frankreich gescheitert (1:4). Vom 4. bis 6. April 2014 ist nun erneut die Equipe Tricolore der Gegner - diesmal allerdings auswärts. Die Franzosen liegen gegen Australien nach dem zweiten Tag ebenfalls uneinholbar mit 3:0 in Führung.

Der Weltranglisten-27. Kohlschreiber hatte am Freitag das Auftaktmatch gegen Davis-Cup-Debütant Roberto Bautista Agut mit 6: 2, 6:4, 6:2 gewonnen. Danach bezwang Florian Mayer (Bayreuth) in einem mitreißenden Match die spanische Nummer eins Feliciano Lopez mit 7:6 (8:6), 7:6 (7:4), 1:6, 5:7, 6:3.

Die Matches am Sonntag (13.00 Uhr) haben nur noch statistischen Wert.

SID

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