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Diese PS-Beauty gibt der Formel 1 einen Korb

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Danica Patrick spielt in der Männerdomäne NASCAR eine herausragende Rolle
Danica Patrick spielt in der Männerdomäne NASCAR eine herausragende Rolle © AP

Daytona/Berlin - Sie ist schön, sie ist schnell, aber sie hat keine Lust auf die Formel 1. Danica Patrick hat das ungewöhnliche Angebot von Red Bull Racing locker ausgeschlagen.

Nach ihrem gefeierten und geschichtsträchtigen Auftritt bei den Daytona500 hat PS-Lady Danica Patrick der Formel 1 wohl endgültig einen Korb gegeben. „Ich muss nicht in der Formel 1 fahren, um ein erfülltes Leben zu haben“, betonte Patrick nach ihrem achten Platz inklusive historischer Führungsrunden am Sonntag (Ortszeit). Dabei hatte Red Bulls Motorsportdirektor Helmut Marko der 30 Jahre alten Rennfahrerin sogar provokativ eine Testfahrt in Aussicht gestellt, sollte sie nach ihrer Pole bei dem legendären Rennen über 500 Meilen am Ende unter die Top Ten kommen.

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel muss aber keine neue Konkurrenz fürchten: Patrick hat einfach keine Lust auf die Königsklasse des Motorsports, die im NASCAR und IndyCar- verrückten Amerika immer noch um Anerkennung kämpft. Mehrfach kamen Gerüchte über einen möglichen Wechsel auf. Patrick stellte nun aber erneut klar: „Das wurde nur von den Medien spekuliert, stand aber nie ernsthaft zur Diskussion.“

Warum auch? In den USA ist sie ein Superstar. In der NASCAR ist sie Werbe- und Imageträgerin. Als US-Schauspieler James Franco das Rennen freigab, huldigte er ihr lauthals: „Fahrer und Danica, startet die Motoren.“

Mit einem zum Greifen nahen Podestlatz oder gar dem Sieg wurde es zwar nichts. Im Ziel fehlten ihr gerade mal 0,658 Sekunden auf Gewinner Jimmie Johnson. Er benötigte in seinem Chevrolet für die 804,5 Kilometer 3:08:23 Stunden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 256 Stundenkilometern entspricht. Zweiter wurde 2004-Sieger Dale Earnhardt Junior vor dem 54 Jahre alten Haudegen Mark Martin im Toyota.

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Doch alle mussten auch Fragen zu Patrick beantworten - und antworteten wie respektvolle Gentlemen. „Sie tut dem Sport gut und sie hat heute einen tollen Job gemacht“, meinte Martin. „Sie schreibt immer Geschichte, es macht Spaß, sie dabei zu beobachten“, betonte der zweitplatzierte Earnhardt: „Ich habe sie heute erst auf dem letzten Kilometer kassiert.“ Patrick habe sich sehr gut verkauft, meinte Sieger Johnson.

In Sachen PR ist Patrick zweifelsohne Profi, die Liste ihrer Werbeverträge ist lang. Auf dem Oval des Daytona International Speedway bewies sie, was sie als Rennfahrerin kann. Ihre Pole Position, die erste für eine Frau bei dem Motorsportklassiker, konnte Patrick zwar nicht lange verteidigen. Danach raste sie aber bis in die letzte Runde mit der Chance auf einen Podestplatz.

Das Highlight: Nach knapp der Hälfte der Distanz notierten die Statistiker die erste Führungsrunde für eine Frau in der 65-jährigen NASCAR-Geschichte. „Ich hätte gerne schon am Anfang geführt, aber es ist ein tolles Gefühl, dies dann später im Rennen geschafft zu haben“, sagte Patrick.

Vor der letzten Runde lag sie sogar wieder auf Rang drei, die Zuschauer waren aus dem Häuschen, die Kommentatoren richtig in Fahrt. Eine Sensation bahnte sich an. Statt Sieg oder Podest hieß es aber nach 200 Runden: Rang acht. Ein bisschen Enttäuschung und Ratlosigkeit mischte sich in die Freude. „Vielleicht war es meine Unerfahrenheit“, meinte Patrick. „Ich war definitiv ein bisschen unsicher, wie ich es hätte anstellen können.“

Egal. Für die in den USA enorm beliebte NASCAR ist Patrick auch ohne Sieg stets ein Gewinn. „Danica Patrick bringt unseren Sport auf die Titelseiten der Tageszeitungen. Etwas besseres kann sich die NASCAR nicht wünschen“, kommentierte NASCAR-Legende und Rekordchampion Richard Petty. Kein Wunder, dass sie der NASCAR nicht untreu werden will.

dpa

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