Schock beim CHIO in Aachen

Horrorsturz: Reiter bleibt reglos liegen

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Andreas Kreuzer war schwer gestürzt.

Aachen - Ludger Beerbaum hat beim CHIO in Aachen den Preis von Nordrhein-Westfalen gewonnen. Doch zuvor sorgte Nachwuchsreiter Andreas Kreuzer für einen Schreckmoment.

Als Altmeister Ludger Beerbaum im Stechen um den Preis von Nordrhein-Westfalen zum Sieg sprang, waren die Gedanken von vielen noch bei Andreas Kreuzer. Der 22-Jährige hatte am Freitag in dem wichtigsten Springen des Tages für eine große Schrecksekunde beim diesjährigen CHIO in Aachen gesorgt.

Das Talent aus Sendenhorst war vor 25.000 Zuschauern am Aussprung der zweifachen Kombination mit seinem Wallach Balounita schwer gestürzt und am Boden liegen geblieben. Nach längerer ärztlicher Behandlung im Parcours wurde das Mitglied des deutschen Perspektivkaders in ein Krankenhaus gebracht.

Dort gab es Entwarnung: eine Gehirnerschütterung und schwere Prellungen, aber keine Brüche oder andere schwere Verletzungen. Vorsorglich muss Kreuzer noch bis Samstag zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Balounita hatte dem ersten Anschein nach den Sturz unversehrt überstanden.

„Ich verstehe nicht, warum er den Sprung noch gemacht hat. Vielleicht war das ein Stück weit falscher Ehrgeiz“, meinte Bundestrainer Otto Becker, auf dessen Hof Kreuzer als Bereiter angestellt ist. „Die Entscheidungen fallen im Bruchteil einer Sekunde. Am Ende hat er die falsche Entscheidung getroffen, aber er hat noch Glück gehabt.“ Beerbaum sprach Kreuzer nach seinem Triumph Mut zu. „So, wie ich ihn kenne, kratzt der morgen schon wieder mit den Hufen“, meinte er.

Zuvor hatte der 49-Jährige im Stechen des mit 130.000 Euro dotierten Springens auf Chaman seine ganze Klasse gezeigt. Der viermalige Olympiasieger blieb mit dem 14-jährigen Hengst fehlerfrei und war in 38,12 Sekunden klar der Schnellste. „Er hatte keinen Schweißtropfen, ich hatte keinen Schweißtropfen. Das war heute wie Geigespielen“, sagte Beerbaum.

Für seinen dritten Erfolg in dem CHIO-Klassiker nach 1995 und 2002 kassierte er 25.000 Euro - und lieferte zugleich mit dem Sieg das passende Geschenk zum 72. Geburtstag seiner Mäzenin Madeleine Winter-Schulze.

Insgesamt hatten 18 Reiter nach einem Umlauf das Stechen erreicht, sechs davon aus Deutschland. Der Borkener Marcus Ehning wurde mit Plot Blue (0 Strafpunkte/40,45 Sekunden) Dritter hinter der US-Amerikanerin Laura Kraut auf Cedric (0/39,77). Mannschafts-Weltmeister Carsten-Otto Nagel aus Norderstedt blieb ebenfalls ohne Abwurf und wurde in 42,57 Sekunden Sechster.

Der Erfolg von Beerbaum war auch ein kleiner Trost für den verpassten Heimsieg mit dem deutschen Team am Donnerstagabend. Für die von ihm angeführte deutsche Equipe hatte es zum fünften Mal hintereinander nicht zum Triumph beim heimischen Nationenpreis gereicht. Hinter den Niederlanden und Belgien landeten die Gastgeber auf Rang drei. Beerbaum war auch deshalb erleichtert über den Sieg am Freitag: „Das war gut, mal zu zeigen, dass wir auch mal dran sind.“

dpa

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