Das Tour-Zeugnis

Buchmann überragt, deutsche Einzelsiege bleiben aus

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Mit Platz vier hat Emanuel Buchmann (M) auch seine eigenen Erwartungen übertroffen. Foto: Thibault Camus/AP

Elf deutsche Fahrer haben die Tour de France in Angriff genommen, das Fazit fällt gemischt aus. Zwar hat Deutschland keine Sieg-Sprinter mehr, dafür aber einen starken Rundfahrer. Zum Tour-de-France-Sieg fehlten weniger als zwei Minuten.

Paris (dpa) - Nach mehr als 3000 Kilometern und fünf Bergankünften fällt die Bilanz der deutschen Radprofis bei der 106. Tour de France gemischt aus.

Zwar hat sich Emanuel Buchmann als Vierter als Fahrer für das Gesamtklassement bewiesen, die deutschen Einzelsiege blieben dafür erstmals seit 2010 wieder aus. Die Deutsche Presse-Agentur bewertet die Leistung der elf Starter von Brüssel bis Paris.

EMANUEL BUCHMANN (26, Bora-hansgrohe): War deutscher Leistungsträger bei dieser Tour. Stark in den Vogesen, couragiert in den Pyrenäen, souverän in den Alpen. Den vierten Gesamtplatz hat er sich verdient.

NILS POLITT (25, Katusha-Alpecin): Erlebte turbulente Wochen. Sein Team steht vor dem Aus, seine Frau brachte eine Tochter zur Welt. Fuhr dann auch noch über 100 Kilometer pro Stunde bei einer Abfahrt.

ANDRÉ GREIPEL (37, Arkéa-Samsic): Der "Gorilla" konnte nicht mehr an vergangene Zeiten anknüpfen. Lag mehrere Male aussichtsreich in Position, schaffte es aber in keinem Sprint unter die besten Zehn.

LENNARD KÄMNA (22, Sunweb): Das Rad-Talent machte mit mehreren couragierten Ausreißversuchen auf sich aufmerksam. Zum Höhepunkt wurde der vierte Platz auf der Königsetappe über den Galibier.

MAXIMILIAN SCHACHMANN (25, Bora-hansgrohe): Musste bei seinem Debüt hauptsächlich Helfer-Dienste leisten. Arbeitete viel für Sagan und Buchmann. Schied dann nach Sturz im Einzelzeitfahren verletzt aus.

RICK ZABEL (25, Katusha-Alpecin): Erlebte eine unspektakuläre erste Tour-Woche, bei dem das drohende Aus seines Teams noch die größte Nachricht war. Stieg in der zweiten Woche mit Fieber aus.

SIMON GESCHKE (33, CCC): Ein Coup wie der Etappensieg bei der Tour 2015 blieb zwar aus, Geschke fuhr aber wieder couragiert. Seine Flucht nach Foix Prat d'Albis endete erst beim Schlussanstieg.

MARCUS BURGHARDT (36, Bora-hansgrohe): War bei Bora in der Ebene ein wichtiger Helfer als Tempomacher. Überraschte mit seiner Aussage, bei Bergetappen durch die Heckscheibe des Teamwagens TV zu sehen.

ROGER KLUGE (33, Lotto-Soudal): Als Helfer von Sprinter Caleb Ewan erfüllte Kluge bei dieser Tour alle Ziele. Ewan gewann gleich zwei Etappen und war damit erfolgreicher als seine Sprinterkollegen.

TONY MARTIN (34, Jumbo-Visma): Wurde nach einer Rangelei mit Luke Rowe von der Tour ausgeschlossen. Bis zu dem Zeitpunkt ein Garant für sein Team Jumbo-Visma, das auch überlegen das Teamzeitfahren gewann.

NIKIAS ARNDT (27, Sunweb): Als sogenannter Roadcaptain ist Arndt Bindeglied zwischen Mannschaft und Teamchef. Nach dem Ausfall von Top-Fahrer Dumoulin blieben große Erfolge für Sunweb aber aus.

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