Paralympics-Eröffnung

Beucher: "Keine Jubelfeier in Richtung Putin"

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Fahnenträgerin Andrea Rothfuss und Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des deutschen Behindertensport-Verbandes (DBS).

Berlin - Friedhelm Julius Beucher hat Verständnis für das Fernbleiben zahlreicher Regierungsvertreter der G7-Staaten bei den Paralympics gezeigt.

"Wir kritisieren diese Entscheidung nicht, im Gegenteil: Wir betrachten sie als einen wirkungsvolleren Beitrag als wenn unsere Mannschaft beschlossen hätte, das Ereignis zu boykottieren", sagte der Präsident des deutschen Behindertensport-Verbandes (DBS) am Freitag im Deutschlandfunk. Das DBS-Team habe weiterhin die Information, dass als Reaktion auf das russische Vorgehen in der Krim-Krise "kein Minister, kein Staatssekretär und kein Beamter der Ministerien" nach Sotschi reisen werde. "Die Sportler bedauern immer, wenn prominente Gäste zusagen und dann nicht kommen. Aber wir haben Verständnis für diese Situation."

Als Zeichen der Solidarität mit den ukrainischen Sportlern, die am Donnerstag eine stille Demonstration abgehalten hätten, und ihren Landsmännern werde das deutsche Team nicht an Veranstaltungen teilnehmen, die den russischen Staat als Gastgeber haben. Dennoch wollten die deutschen Athleten an der Eröffnungsfeier teilnehmen. "Das wird mit Sicherheit keine Jubelfeier in Richtung Herrn Putin oder seinem Stellvertreter. Da fühlen wir uns voll solidarisch mit den ukrainischen Sportlern." In Sotschi sei der Krim-Konflikt nur teils sichtbar. "Das ist hier ein Tal der Ahnungslosen - oder Glückseligen. Hier ist die Krim nicht vor Ort. Bei uns kommt die Betroffenheit immer etwas später an."

dpa

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