Schweizerin Lara Gut gewinnt

Höfl-Riesch Siebte auf der „Achterbahn“

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Maria Höfl-Riesch war mit ihrer Leistung bei der ersten Weltcup-Abfahrt in Beaver Creek nicht zufrieden.

Beaver Creek/München - Bei der ersten Weltcup-Abfahrt der Olympiasaison belegt Maria Höfl-Riesch Rang sieben. Es gewinnt die Schweizerin Lara Gut.

Maria Höfl-Riesch schnaufte schwer, blickte auf die Anzeigetafel und zuckte dann etwas enttäuscht mit der rechten Schulter: So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Bei der ersten Weltcup-Abfahrt des Olympia-Winters, ausgetragen auf der neuen, sehr anspruchsvollen WM-Strecke für 2015 in Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado, fuhr die Doppel-Olympiasiegerin auf Platz sieben. Nicht schlecht für den Anfang - aber ganz offensichtlich nicht gut genug für die 29-Jährige, die im Februar in Sotschi so gerne Gold in der alpinen Königsdisziplin gewinnen möchte.

In Abwesenheit von Olympiasiegerin Lindsey Vonn aus den USA und der verletzten Weltmeisterin Marion Rolland aus Frankreich wurde Lara Gut aus der Schweiz ihrer Favoritenrolle gerecht. Die 22-Jährige, die auf der Piste „Raptor“ (Raubvogel) bereits die Schnellste im ersten und im dritten Trainingslauf gewesen war, siegte am Ende deutlich vor Tina Weirather (Liechtenstein/0,47 Sekunden zurück) und Elena Fanchini (Italien/0,98).

Schrecksekunde am Steilhang

Höfl-Riesch lag 1,23 Sekunden zurück, zur angestrebten Top-3-Platzierung fehlten aber nur 0,25 Sekunden. Zwischendurch vermied sie im anspruchsvollen Steilhang einen Sturz, „das war eine Schrecksekunde, gut, dass ich mich noch gerettet habe“, sagte sie. Angesichts dieses Malheurs sei sie mit dem siebten Rang zufrieden, „es ist okay“, ergänzte die Doppel-Olympiasiegerin. Michaela Wenig (Lenggries) holte in ihrem erst vierten Weltcup-Rennen auf Rang 29 erstmals Weltcup-Punkte. Veronique Hronek (Unterwössen) belegte nur Rang 43.

Gut hatte schon den Riesenslalom zum Auftakt der Saison im österreichischen Sölden gewonnen, nach ihrem insgesamt fünften Weltcupsieg führt sie nach drei Rennen auch den Gesamtweltcup an. „Ich freue mich, dass es auch heute so gut gelaufen ist“, sagte sie, behauptete dann allerdings, sie müsse schon „noch stark daran arbeiten“, dass es in den zwei folgenden Rennen auch so gut klappe. Am Samstag und Sonntag werden auf der „Raubvogel“-Piste noch ein Super-G und ein Riesenslalom ausgetragen.

Wie eine „Achterbahn“ sei die neue Strecke in Beaver Creek, hatte Maria Höfl-Riesch nach den Trainingsläufen gesagt, es gehe „hin und her, rauf und runter“. Damit meinte sie vor allem jenen steilen mittleren Abschnitt, den im Rennen keine so gut fuhr wie Gut. Bei der Einfahrt in den langen Steilhang hatte Höfl-Riesch sogar noch vor der Schweizerin gelegen, auch in der Mitte dieser Passage war sie noch weit vorne dabei, dann aber wurde sie auf der „Achterbahn“ ein paar Mal heftig herumgeschüttelt. Wertvolle Zeit ging verloren. Immerhin vermied sie einen Sturz.

Lindsey Vonn versucht unterdessen, sich auf ein geplantes Comeback bei den Rennen im kanadischen Lake Louise am kommenden Wochenende (6. bis 8. Dezember) vorzubereiten. Am Donnerstag stand sie erstmals seit ihrem Trainingssturz am 19. November, bei dem sie einen Anriss des am 5. Februar gerissenen vorderen Kreuzbandes im rechten Knie erlitten hatte, im Nachbarort Vail wieder auf Skiern. Dagegen wird Marion Rolland die komplette Olympia-Saison ausfallen. Der 30 Jahre alten Französin war im September im Trainingslager in Chile bei einem Sturz das Kreuzband im rechten Knie gerissen.

SID

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