Sensation bei EM

DBB-Team schnupft Titelfavorit Frankreich

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Bester Werfer der Deutschen war Robin Benzing

Ljubljana - Die Spieler ließen sich von den Fans feiern, Frank Menz war an der Seitenlinie die Ruhe selbst: Die deutschen Basketballer haben bei der EM in Slowenien für die erste Sensation gesorgt.

In Ljubljana feierte das unerfahrene Team der Deutschen einen 80:74 (43:39)-Sieg gegen Titelkandidat Frankreich und hat völlig unerwartet den ersten Schritt Richtung Zwischenrunde gemacht. „Wahnsinn, Jungs. Was für ein Spiel. Weiter so“, twitterte Dirk Nowitzki direkt nach Spielende.

„Das ist ein unglaubliches Gefühl und der perfekte Auftakt für uns. Jetzt müssen wir uns ein bisschen ausruhen, dann geht es hoffentlich so weiter“, sagte Tibor Pleiß: „Wir haben insgesamt ein unglaublich starkes Spiel gemacht und uns diesen Sieg ganz hart erkämpft.“

Vor 2400 Zuschauern in der Hala Tivoli agierte das deutsche Team gegen den mit fünf NBA-Spielern gespickten Favoriten von Beginn an auf Augenhöhe und holte den ersten Sieg über den Vize-Europameister seit mehr als neun Jahren.

In der Tabelle der Gruppe A ist die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) jetzt Erster, nachdem Israel (71:75 n.V. gegen Großbritannien) und Belgien (57:58 gegen die Ukraine) jeweils knapp verloren hatten.

Bester Werfer war Robin Benzing mit 19 Zählern. Als Topscorer der Franzosen, die Deutschland in der Vorbereitung zweimal geschlagen hatten, kam NBA-Superstar Tony Parker auf 18 Punkte.

Die Ausgangslage könnte besser nicht sein. Sollte die deutsche Mannschaft weiterkommen, würde sie den Sieg gegen Frankreich wahrscheinlich mitnehmen. Am Donnerstag (17.45 Uhr/ARD) geht es gegen Belgien. Die ersten drei Mannschaften aus jeder der vier Sechsergruppen kommen in die Zwischenrunde.

„Die Daumen sind gedrückt. Auf geht“s, Jungs!", hatte Dirk Nowitzki bereits wenige Stunden vor dem Auftakt getwittert. Der Superstar ist in diesem Sommer wie die übrigen deutschen NBA-Profis nicht dabei und drückt die Daumen.

Mit Unterstützung aus der Ferne begann das deutsche Team selbstbewusst und mutig. Von Nervosität war nichts zu sehen. In der Abwehr wurde konzentriert gearbeitet, die Würfe fielen. Zum Ende des ersten Viertels führte der Außenseiter gegen überraschte Franzosen mit 27:14, danach schrumpfte der Vorsprung etwas zusammen.

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Sechs von acht Dreiern landeten vor dem Seitenwechsel im Korb, die Wurfquoten aus dem Feld waren ausgezeichnet. Und dies blieb im dritten Duell des Sommers nach den beiden Niederlagen in der Vorbereitung (84:89 und 66:74) zunächst auch so.

Frankreich glich beim 59:59 zum ersten Mal nach langer Zeit aus, danach blieb das Spiel offen. In der Schlussphase war es Benzing, der mit einem Dreier und zwei Freiwürfen alles klar machte.

Menz und seine Schützlinge müssen sich schnell auf die nächsten Spiele konzentrieren, es geht Schlag auf Schlag weiter. Erst wartet die Aufgabe Belgien, dann am Freitag (14.30) die Ukraine, nach einer Verschnaufpause am Sonntag (14.30) Großbritannien und am Montag (17.45/beide ARD) Israel.

SID

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