Arendts "Rückhandwurstsemmel" entscheidet Auftakt

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Ronny Arendt besorgte mit der Rückhand den ersten Sieg für Mannheim. Foto: Uwe Anspach

Fast im Zwei-Tage-Rhythmus treffen die Adler Mannheim und der ERC Ingolstadt nun aufeinander. Wer die deutsche Eishockey-Meisterschaft gewinnen will, muss deswegen auch mental stark sein. Stichelvorlagen werden da dankbar angenommen.

Mannheim (dpa) - Vor dem zweiten Playoff-Duell zwischen den Adler Mannheim und dem ERC Ingolstadt nahm Siegtorschütze Ronny Arendt die Vorlage zum Sticheln daher gern auf. Sein Schüsschen zum 2:1 in der Verlängerung bezeichnete ERC-Keeper Timo Pielmeier als "Rückhandwurstsemmel".

Arendt konterte nach seiner "Instinkthandlung": "Wenn er eine Wurstsemmel nicht halten kann, ist das nicht mein Problem."

Die Botschaft von Arendt an Eishockey-Titelverteidiger Ingolstadt war - wenn auch mit einem breiten Grinsen im Gesicht - klar: Ihr habt einen Fehler mehr gemacht. Und Kleinigkeiten werden diese Finalserie um die deutsche Meisterschaft entscheiden. Darin waren sich die Protagonisten in Mannheim nach dem knappen 2:1 (0:0, 1:1, 0:0) nach Verlängerung am Freitagabend einig.

"Es sieht so aus, als wird das eine enge Serie", sagte Adler-Coach Geoff Ward nach dem ersten Duell in der Serie "Best of Seven". Wer zuerst viermal gewinnt, ist Meister. Der grundsätzlich stark spielende Pielmeier betonte deswegen schon Sekunden nach dem Ende von Match eins: "Wir müssen unser Heimspiel gewinnen."

Beide Mannschaften wollen in Ingolstadt die Fehler aus dem Auftaktmatch abstellen. Der ERC kassierte zu viele Strafzeiten, weshalb Trainer Larry Huras im Bauch der SAP-Arena grantelte: "Wir müssen mehr Disziplin zeigen. Das waren zu viele dumme Strafen." Allein Ingolstadts einziger Torschütze Petr Taticek musste wegen Beinstellens und Hakelns binnen sieben Minuten dreimal auf die Bank.

Ärgerlich aus Sicht der Mannheimer: Keine der insgesamt sieben Überzahlphasen konnte der sechsfache Meister für einen Treffer nutzen. Dabei zählten diese Momente in der Saison bislang zu den Stärken der favorisierten Adler. "Im Halbfinale hat uns das Powerplay mehr oder weniger den Arsch gerettet", betonte Nationaltorhüter Dennis Endras. Auch ohne Treffer sah er deswegen das Positive: "Jede Unterzahl kostet den Gegner auch Kraft."

Dass er die Ingolstädter Führung im zweiten Drittel nach nur 18 Sekunden ausgleichen konnte, bezeichnete Nationalspieler Christoph Ullmann auch unter diesem Aspekt als "verdammt wichtig". "In dem Moment war es einfach so, dass Ingolstadt das Tor macht und bei denen ein Ruck durch die Mannschaft geht. Wir konnten deren Euphorieschwung im Keim ersticken, das war wichtig", berichtete der 31-Jährige.

Wie das Spiel entschieden wurde, war ihm wie allen anderen Mannheimern egal. "Wir führen 1:0 in der Serie - das ist alles, was zählt", betonte Ullmann. Manager Teal Fowler sagte: "Jeder Schuss ist ein gefährlicher Schuss in den Playoffs. Es gibt keine schönen Tore mehr. Es zählt, dass der Puck über die Linie geht." Und sei es als "Rückhandwurstsemmel".

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