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Wie Neuner & Co. in die Goldspur zurückkommen

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Mit etwas mehr Ruhe und einer optimalen technischen Grundlage soll es zurück in die Weltspitze gehen © AP

Vancouver - Es ist alles eine Frage der Technik(er). Die Deutschen gehören materialtechnisch zur Weltspitze. Das soll am Wochenende wieder fruchten.

Lena lächelt wieder – allerdings nicht mehr für alle und jeden! Nach Gold im Verfolgungsrennen über zehn Kilometer und dem anschließenden Medien-Marathon hat sie sich erst einmal etwas mehr Ruhe verordnet. Fast alle Pressetermine wurden gestrichen. Damit hat zumindest das mediale Verfolgungsrennen ein Ende…

Und das aus gutem Grund: Im Olympia-Plan steht schon am Sonntag der Massenstart an (22 Uhr MEZ), da will unsere Lena wieder angreifen – genau wie ihre weiblichen und männlichen Kollegen! Denn bei ihnen lief es bisher noch nicht wirklich rund. Lediglich Kati Wilhelm kam bislang an die vorderen Plätze heran, wurde Vierte über die 15-Kilometer-Strecke. Ihr Kommentar: „Das ist der blödeste Platz, den du bei den Olympischen Spielen haben kannst.“ Wohl wahr. Der Beweis: Michael Greis war als Fünfter über 12,5 Kilometer ganz zufrieden. Aber wohl auch nur, weil er eine tolle Aufholjagd hingelegt hatte…

Ansonsten gibt es auch bei den Herren gerade keinen Grund zu feiern. Über die 20 Kilometer versagten die Schützlinge von Bundestrainer Frank Ullrich im Kollektiv. Doch auch gerade deshalb blickt alles auf den kommenden Sonntag und den Massenstart! Dort gilt es, den bislang enttäuschenden Eindruck zu korrigieren. Und auch die Frauen wollen endlich mehr: Die deutschen Starter wollen endlich ihre Chance nutzen. Was sie dazu brauchen? Viel Kraft und einen freien Kopf, logisch. Wichtig aber auch: das richtige Material.

Die Langlauf-Skier, auf denen Lena Neuner & Co. unterwegs sind, sind ja nicht einfach nur Holzlatten – das sind High-Tech-Produkte. Und: Sie werden vor jedem Rennen aufwendig vorbereitet. Bei den deutschen Biathleten ist dafür Cheftechniker Björn Weisheit verantwortlich. Er sagt: „Die Aufgabe ist klar: Den Athleten Skier geben, mit denen sie um Medaillen kämpfen können.“

Magdalena Neuner: So schön, so erfolgreich

Klingt simpel, ist aber eine Wissenschaft für sich. Zunächst gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Typen von Skiern: einen für kalt, einen für nass. Je nach Wetter suchen die Techniker in der Früh den richtigen Typ aus und präparieren dann zehn Paar Test-Skier. Sechs verschiedene Wachsmischungen, vier verschiedene eingeritzte Strukturen. Was am besten funktioniert, kommt dann auch bei den Wettkampf-Skiern zum Einsatz. Dabei muss die Unterseite der Skier zuerst abgezogen (also komplett gereinigt) werden. Weisheit: „Wir machen das mit einer Plexiglas-Klinge.“ Danach wird dann das Wachs aufgetragen. Eine Grundschicht als Unterlage, drüber dann noch Fluorpulver. Weisheit: „Dafür benutzen wir ein Bügeleisen, bei einer Schmelztemperatur von 150 bis 180 Grad.“

Ähnlich wichtig wie das Wachs ist die Struktur, die mit einem Gerät eingeritzt wird. Diese feinen Linien beeinflussen die Gleitfähigkeit der Skier. Das Gute daran: Die Deutschen gehören materialtechnisch zur Weltspitze. Weisheit: „Wir sind hier bei Olympia top mit dabei – wie übrigens auch in der kompletten Saison. Wir bringen eine sehr konstante Leistung.“ Hoffentlich wieder zu bestaunen am Sonntag.

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