Draxler geht zuversichtlich in den Kindheitstraum

+

SCHALKE - Nach dem 0:0 gegen Mainz drehte sich bei den Knappen bereits alles um die Partie gegen Real Madrid. Für den wiedergenesenen Julian Draxler ein Kindheitstraum.

Von Jens Greinke 

Julian Draxler schlenderte am späten Freitag Abend mit sympathischer Gelassenheit als letzter Schalker Spieler aus der Kabine, stellte sich vor die wartenden Journalisten und sagte alsbald einen Satz, der für einen 19-Jährigen einen bemerkenswerten Hauch von Lebensweisheit verströmte: „Ich bin noch nicht so erfahren wie beispielsweise Klaas-Jan Huntelaar, dass ich nach einer längeren Verletzung sofort wieder Akzente setzen kann.“ Eine Aussage, die ein wenig erklärt, warum Draxler derzeit zu den begehrtesten Kickern Europas zählt. Weil er offenbar nicht nur gut Fußball spielen kann.

Lesen Sie auch:

- 0:0 gegen Mainz war rasante Nullnummer

Der 19-Jährige strahlt mittlerweile eine enorme Reife aus, weil er seine eigene Situation und Position gut einzuschätzen vermag. Als fußballerischer Rohdiamant, der auf dem Platz oftmals schon einen betörenden Glanz verstrahlt, dem aber der letzte Schliff noch fehlt. Und der weiß, dass dieser nicht von selbst entsteht. „Ab morgen werde ich im Training wieder hart arbeiten“, sagte Draxler, wohlwissend, dass auch ihm nach so langer Verletzungspause nicht alles in den Schoß fällt. Beim 0:0-Remis am Freitag gegen den FSV Mainz 05 war er in der 65. Minute eingewechselt worden.

Bilder vom Spiel gegen Mainz

0:0-Remis zwischen Schalke und Mainz

 Doch hatte man ihm schnell angesehen, dass der zweieinhalbmonatige Ausfall wegen eines Sehneneinrisses seine Spuren hinterlassen hatte. Im Gegensatz zum 30-jährigen Huntelaar, dem vor einigen Wochen nach noch längerer Verletzungspause im ersten Spiel sofort ein Treffer geglückt war, blieb Draxler gegen die Mainzer eher unscheinbar. Weshalb auch sein Einsatz am Mittwochabend noch fraglich ist. Wenn ausgerechnet Real Madrid zum Champions-League-Achtelfinale in die Schalker Arena kommt. Ein Klub, von dem Draxler sagt: „Es ist ein Kindheitstraum von mir, gegen Real zu spielen.“

Schalkes Trainer Jens Keller dürfte Draxler diesen Traum zumindest partiell erfüllen. Ein Teileinsatz des Jungstars wie beim 0:0 gegen Mainz scheint auch gegen Madrid wahrscheinlich. Wenn auch nicht zwingend notwendig. Leon Goretzka, der Draxlers Position auf der linken Angriffsseite in den vergangenen beiden Partien gegen Leverkusen und Mainz eingenommen hatte, blüht derzeit auf. Gegen Mainz zeigte der 18-jährige einige Aktionen, die nachher als Kabinett-Stückchen bezeichnet wurden und die Schalkes Manager Horst Heldt bestätigten, der gesagt hatte: „Der kann alles.“

Dass die Schalker am Freitag den fünften Liga-Sieg in Folge und auch den vorübergehenden Sprung auf Rang drei der Tabelle (vor Dortmund) verpassten, schien keinen der Knappen angesichts der engagierten Leistung der Mainzer groß zu betrüben. „Da müssen wir heute mit zufrieden sein“, sagte Jens Keller. Und hatte damit durchaus recht. Die Gäste hatten das Spiel phasenweise sogar „dominiert“, wie FSV-Trainer Thomas Tuchel meinte.

In der Bundesliga sind die Blauweißen mit 13 Punkten aus fünf Spielen mehr als im Soll. Weshalb sie laut Manager Horst Heldt gegen Real Madrid mit der Maßgabe ins Spiel gehen wollen: „Da musst du nicht nur reagieren, da musst du vor allem agieren.“ Und Keller ergänzt: „Wir gehen da nicht zum Trikottausch hin.“

Der Unterstützung der Anhängerschaft können die Schalker sicher sein, sie feuerten die Mannschaft schon gegen Mainz aufgrund ihrer beherzten Leistung aufopferungsvoll an. „Alle freuen sich auf das Spiel gegen Real“, sagte Julian Draxler und ergänzte: „Das ist ein Highlight, bei dem wir nichts zu verlieren haben.“ Und das hätte auch Klaas-Jan Huntelaar nicht besser artikulieren können. Aller Erfahrung zum Trotz.

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare