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In die Wüste geschickt (4): Canale Grande und Wüsten-Shopping

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Der Katarer kauft nicht nur gerne Rennkamele, sündhaft teure Zuchtfalken oder Luxus-SUVs. Er ist auch den anderen schönen Dingen des Lebens nicht abgeneigt.

Von Jens Greinke

Direkt neben dem Schalker Mannschaftshotel „The Torch“ liegt die Einkaufs-Mall „Villaggio“. Warum Sie einen italienischen

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Namen hat, wird kurz nach dem Eintritt in diesen riesenhaften Konsumtempel klar: Mitten hindurch schlängelt sich ein Kanal, auf dem venezianische Gondeln verkehren. Mit Gondoliere. Darüber wölbt sich ein aufgemalter mediterraner Himmel mit Wattewölkchen.

Noch nicht beeindruckt? Wer am Anleger aus der Gondel steigt, dem weht ein eisiger Hauch entgegen. Der entstammt nicht den Klima-Anlagen, die hier überall rauschen. In einem Restaurant übrigens so stark, dass dem Kollegen das Salatblatt von der Gabel geflogen ist. Der kalte Hauch weht von einer wettbewerbstauglichen Eisfläche herüber. Während die Mütter die leicht verdienten Gas-Dollars unter die Leute bringen, lernen die Kleinen Eishockey spielen.

Immer noch nicht beeindruckt? Draußen in der Wüste hat eine arabische Supermarkt-Kette eine Filiale eröffnet. In einem riesigen Zelt. Für die vielen Katarer, die im Winter in der Wüsten campieren. Das finden sie ganz toll, schließlich stammen sie von den Beduinen ab. Und im Winter ist es nicht so heiß. Sie balancieren mit ihren Geländewagen auf den Dünen-Kämmen, sie sandboarden oder fahren an den nahen Strand zum Kite-Surfen. Der Zelt-Supermarkt bietet alles, was man zum Camping in der Wüste braucht: Gaskocher, Sportgeräte und Lebensmittel. Und wer kein Bargeld mehr hat, kann nebenan welches ziehen: An einem mobilen Geldautomaten, der auf einen kleinen Transporter montiert ist.

Wer jetzt noch nicht beeindruckt ist, denn kann man wirklich nur in die Wüste schicken.

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