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In die Wüste geschickt (3): Dishdashas und Abayahs

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Einer der rund 50 mitgereisten Schalker Fans stammt vom Niederrhein und ist bekennender Karnevalist. Der Mann findet es in Katar ganz prima, weil: „Die sind hier ja alle als Scheichs verkleidet.“

Von Jens Greinke

Wer abends durch den vor Menschen pulsierenden Souk, den alten Markt in Doha, schlendert, kann diesen Eindruck tatsächlich gewinnen. Hier taucht man tief ein in den Orient. Durch die engen Gassen weht der Duft von exotischen Gewürzen und der Qualm von hunderten von Wasserpfeifen. Die Frauen, die einem hier begegnen, können einem im ersten Moment einen Schrecken einjagen.

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Jedenfalls dann, wenn sie wie viele die „Abayah“, einen bodenlangen, schwarzen Mantelumhang tragen, und dazu die „Burqah“, die nur einen schmalen Schlitz für die Augen lässt.

Auf den zweiten Blick lässt sich dann aber oftmals erahnen, dass diese Frauen alles andere als Furcht einflößend sind: Die Augenpartien vieler dieser Frauen sind akkurat geschminkt. Und manchmal lugen ein paar äußerst modische Schuhe unter der „Abayah“ hervor. Es ist übrigens ein Irrglaube, dass ein Zwang dahinter steht, „Burqah“ oder „Malfa“ (Schleier) zu tragen. Den Grad ihrer Verhüllung bestimmt in Katar jede Frau selbst. Die meisten Männer tragen bodenlange und blütenweiße Gewänder (Dishdashas) und ein Kopftuch (Gutrah), das von einer darunter liegenden Kappe (Gahfiya) und einer geflochtenen schwarzen Kordel (Agal) gehalten wird. Es ist das landestypische Gewand. Wer es trägt, ist noch lange kein Scheich.

Wie der Mann, der den Schalkern auf dem Trainingsplatz gemeinsam mit dem deutschen Direktor des Mannschaftshotels einen Besuch abstattete. „Nein, nein, das ist kein Scheich“, lachte der Hotelchef: „Der ist Banker. Der geht so auch ins Büro.“ Ab und zu trage er dann Manschettenknöpfe an seiner Dishdasha.

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