1. come-on.de
  2. Sport
  3. Schalke 04

In die Wüste geschickt (2): Ein Volk, das den Rennsport liebt

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Wer glaubt, ein Autofahrer mit Nerven aus Stahl zu sein, der kennt den Verkehr in Doha nicht. Die Araber sind sozusagen äußerst rennsport-begeistert. Und es verwundert nicht, dass seit 2004 die Formel 1 im nicht weit entfernten Bahrain gastiert.

Von Jens Greinke

Bereits der Leihwagen hätte stutzig machen müssen. Beim Übergabe-Protokoll wäre es schneller gegangen, die unbeschädigten Teile des silberfarbenen Mitsubishis zu markieren. Es wäre das Dach gewesen. Die Beulen und Kratzer geben ihm einen allerdings einen lässigen Doha-Touch.

Und nach wenigen hundert Metern Fahrt in der Innenstadt der Metropole bedarf es keiner großen Vorstellungskraft, woher diese Macken alle stammen. Auf den großen Straßen in der Innenstadt sind 80 Stundenkilometer erlaubt, die der kleine Mitsubishi mit seinen gefühlten 33 PS nur mit Mühe erreicht. So stellt er ein natürliches Hindernis für die unfassbar vielen Hubraum-Boliden in der katarischen Hauptstadt dar, die immer wieder bedrohlich im Rückspiegel auftauchen. Bereits geringe Geschwindigkeitsunterschreitungen werden mit wütenden Hupen und bösen Blicken geahndet. Erst wenn die Fahrer sehen, dass ein blasser Europäer am Steuer sitzt, beruhigen sie sich einigermaßen.

Der Blinker wird in Doha übrigens nur im Notfall oder aus Versehen betätigt. Bislang ist es gelungen, rund 50 Kilometer Fahrtstrecke beulenfrei zurückzulegen. Aber welcher deutsche Autofahrer lässt sich im Straßenverkehr schon gerne einschüchtern, schließlich kommt man aus dem Land der Vettels und Schumachers. So wird ab sofort Gas gegeben und zurück gehupt. In Doha die wahrscheinlich sicherste Methode, um von A nach B zu kommen.

Auch interessant

Kommentare