"Sombrero"-Trick

Von wegen "Holzfußballer": Burgstaller trifft mit brasilianischer Eleganz

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Er trifft wieder: Schalkes Torjäger Guido Burgstaller.

Der FC Schalke 04  rückt durch das 2:0 bei Bayer Leverkusen auf die Champions-League-Ränge vor - auch weil Guido Burgstaller mal wieder zur Stelle ist.

Leverkusen – Es verhagelte Guido Burgstaller ein wenig die gute Laune, als er im Bauch der BayArena nach seinen technischen Fertigkeiten gefragt wurde. „Ich bin ja schließlich kein Holzfußballer“, sagte der Schalker Stürmer ein wenig empört, als er sein Kabinettstückchen in der 11. Spielminute erklären sollte. Da hatte er seinen Gegenspieler Panagiotis Retsos überlupft und danach den Ball zur Schalker 1:0-Führung in die Maschen gehauen. Einige Beobachter vermuteten tatsächlich, dass Burgstaller unter der Woche Einzelunterricht von einem brasilianischen Technik-Trainer erhalten hatte. Doch Schalkes Cheftrainer Domenico Tedesco wiegelte ab: "Den Sombrero-Trick macht er ja öfter."

Am Ende war der bisweilen etwas knurrig wirkenden Mann aus Kärnten allerdings wieder versöhnt, der Nachmittag in Leverkusen war mit dem 2:0 (1:0)-Erfolg einfach zu perfekt gelaufen für den FC Schalke 04 und seinen Torschützen vom Dienst. Welcher zuletzt etwas Ladehemmung gehabt hatte. Zwar war ihm im Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg ein Tor gelungen, doch in der Liga hatte der 28-Jährige seit sechs Pflichtspielen nicht mehr getroffen. Pünktlich zur heißen Phase war „Burgi“ in Leverkusen zur Stelle und wurde von den Fans gefeiert. „Das freut einen Holzfußballer wie mich natürlich“, witzelte er letztlich mit viel Ironie. Und bewies damit „den trockenen Humor“, den ihm Schalkes Sportvorstand Christian Heidel attestiert.

Massiver Druck durchs offensive Schalker Dreieck

Der Erfolg gegen den direkten Tabellenkonkurrenten hievte die Blauweißen in der Tabelle auf einen der Ränge, die am Ende für die Champions-League-Qualifikation reichen würden. Die Leverkusener hatte diese Partie bereits im ersten Durchgang verloren. Das neue Schalker Offensiv-Dreieck mit Guido Burgstaller und Breel Embolo in der Spitze sowie Franco Di Santo auf der Zehner-Position übte einen solchen Druck auf die ballführenden Leverkusener aus, das dies schon fast den Tatbestand der Nötigung erfüllte. Das Resultat waren viele Ballverluste der Gastgeber in der eigenen Hälfte. Ausgangspunkt für die Schalker Führung war allerdings ein erfolgreicher Zweikampf von Daniel Caligiuri in der eigenen Hälfte. Es folgte ein sehenswerter 50-Meter-Pass auf Guido Burgstaller, der den indisponierten Panagiotis Retsos düpierte und danach auch Bayer-Keeper Bernd Leno keine Chance ließ (11.). Dass sich zudem Leverkusens Dominik Kohr innerhalb weniger Minuten nach Foulspielen zunächst Gelb und dann Gelb-Rot (38.) einhandelte, brachte das Werksteam auch personell in die Bredouille.

Tedesco blieb auch in der zweiten Hälfte "entspannt"

Zwar schlugen sich die Leverkusener im zweiten Durchgang in Unterzahl recht tapfer, doch verlor weder Schalkes Sportvorstand Christian Heidel sein „gutes Gefühl“, das ihn schon vor dem Anpfiff beschlichen hatte, noch Cheftrainer Domenico Tedesco seine Ruhe: „Ich habe es eher entspannt verfolgt.“ Als der eingewechselte Nabil Bentaleb in der 89. Minute mit dem verwandelten Elfmeter endgültig den Deckel draufmachte, sah man tiefenentspannte Schalker in der Kabine verschwinden. 

Meyers Zukunft soll nicht für Störfeuer sorgen

Wie schon in der Hinrunde, als die Schalker in den letzten elf Partien keine Niederlage mehr kassiert hatten, scheint die Mannschaft auch den Endspurt in der Rückrunde mit viel Elan anzugehen. „Wir haben wieder eine gute Phase“, sagte Max Meyer, der nach seiner Gelbsperre zurück auf die Sechser-Position gekehrt war. Und über dessen Zukunft laut Christian Heidel bald Klarheit herrschen wird. Der 22-jährige Meyer, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, wollte über dieses Thema zwar nicht reden. Doch Schalkes Sportvorstand machte klar, dass es zeitnah eine Entscheidung geben wird. „Wir haben noch sehr wichtige zweieinhalb Monate vor uns“, sagte Heidel mit Blick auf das letzte Saisondrittel und das Halbfinale im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt: „Da müssen wir uns auf unsere Ziele konzentrieren.“ Störgeräusche wegen möglicher Transferspekulationen will Heidel dabei nicht in Kauf nehmen. Zudem müsse auch für den Verein bald Klarheit herrschen: „Wir sind mitten in der Planung für die kommende Saison. Da ist es nicht möglich, am drittletzten Spieltag den Vertrag zu verlängern.“

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Quelle: wa.de

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